Inselzeit 4.14.2018
Einkaufen – eine Tätigkeit der zivilisierten Gesellschaft, die dringend effektiver gestaltet werden sollte.
Erscheint es nicht furchtbar aufwändig und wenig sinnvoll, erst alle Artikel in den Wagen zu legen, sie dann an der Kasse wieder alle auf das Band zu drapieren, schon währenddessen darauf achten zu müssen, dass schwere Gegenstände keine empfindlichen beschädigen (wer will schon eingedrückte Pfirsiche oder Joghurtdeckel), anschließend nimmt die in 80% der Fälle weibliche Kassiererin alles auch noch einmal in die Hand, ich lege alles wieder in absteigender Gewichts- und Größenreihenfolge in den Wagen zurück, am Auto oder manuell muss wieder alles sorgfältig verstaut und dann nach Hause transportiert werden, um zuletzt ein sechstes Mal berührt, im häuslichen Zwischenlager verstaut zu werden und auf Verwertung zu warten? Sehr lästig.
Selbst in Hamburg habe ich keine echte Alternative. Liefernlassen kann ich nicht von jedem Supermarkt. Außerdem habe ich in dem Fall keine Kontrolle über den angemessenen Umgang mit meinen Einkäufen. Ich kann noch nicht einmal auswählen, welche Gurke ich kaufe. Das geht also nicht.
Amazonläden gibt es noch nicht in Europa, glaube ich. Die Idee finde ich aber recht charmant: Alles einladen und direkt zum Auto. Bezahlen auch ohne Kontakt zu Menschen oder dem Portemonnaie. Dabei würden schon einmal zwei Bewegungsvorhänge eingespart. Aber um welchen Preis? Vielleicht wäre es doch unangenehm, dem amazonschen Junktim vollkommen ausgeliefert zu sein. Heute kann ich während des Einkaufsprozesses noch ganz gut ausblenden, inwieweit alle meine Bewegungen überwacht und gespeichert werden.
Ich muss wohl weitermachen wie bisher.
Hier auf der Insel ist aber die Geschwindigkeit, mit der kassiert wird, einem Entspannungsurlaub angemessen. Anders als ich es aus Hamburg gewohnt bin, arbeiten hier alle im britischen oder dänischen Stil. Mit gemäßigter Geschwindigkeit und es wird auch schon mal der eine oder andere Artikel kommentiert: “ Der oder das ist aber wirklich lecker oder hübsch oder günstig – ne!“. Eile ist zu keinem Zeitpunkt geboten.
Nun aber zum Inselgeschehen:
Waschen gehört hier mehr noch zum Tagesablauf als im Alltag. Ich muss zugeben, ich fürchte mich ein wenig vor den möglichen Folgen eines Maschinenschadens, insbesondere durch die Koffersituation.
Aber zum Waschen gehört auch immer das Trocknen und deshalb muss ich mal die Frage stellen: Wer entwickelt eigentlich die Fusselsiebe in Wäschetrocknern? Verschiedene Personen wahrscheinlich. Aber wer das auch sein mag: Versagen auf ganzer Linie und das schon immer. Die Dinger sind IMMER schlecht zugänglich, umständlich zu öffnen, meist mehrteilig, so dass ich zur Entleerung eine Ablagefläche brauche, oder sie sind mit einer Sollbruchstelle ausgestattet, die mich zu viele Nerven kostet. Es kann doch nicht so schwer sein, hier etwas besseres zu bieten. Wo sind die engagierten Produktentwickler, die die moderne Hausfrau schon seit über 50 Jahren glücklich machen sollen? Wenigstens sehe ich keine Werbefilmchen oder Plakate, die mir hierzu etwas anderes vorgaukeln.
Nach zwei Exxpress-Ladungen, die Bosch ohne zu murren bewältigt hat, startete das Frühstück erst gegen 10 Uhr. Wir haben alle schön ausgeschlafen. Am Tisch wurde zunächst eine kurze Platzwechseldich-Choreografie dargeboten. Es galt zu klären, wer in der Sonne sitzen muss und wer schattengekühlt frühstücken darf. Die selbstlosen Männer der Runde haben erst den Schirmstandort optimiert und die Sache dann unter sich ausgemacht. Nach der Frittataorgie am Vorabend heute ohne Rührei. Das Frühstück, nicht die Platzverhandlungen.
Der Rebus des Tages:

Geilomat! Ganz ironiefrei – endlich wieder Fleisch! Mehr Eisen und dann übermannt mich die Müdigkeit auch nicht vor 23:30 Uhr. Wie jedes Jahr wird mein Biorhythmus erst etwa zum 25.7. im Urlaubsmodus sein und Montag, der 30.7. insofern ein harter Tag.
Wie an den beiden letzten Tagen, lief die weitere Tagesprogrammplanung sehr gemächlich ab. Niemand hat nach großen Unternehmungen verlangt. Es ging bislang nur darum, welche Shoppingziele auf dem Weg zum Strand noch abgearbeitet werden. Unsere Ergebnisse können sich nach rund 20 Ladenöffnungsstunden (Obacht: kurfreundliche Mittagspause) durchaus sehen lassen:
2 Badehosen, 3 Shorts, 2 T-Shirts, 3 Pullover, 1 Jacke, 1 Ring, 1 Jeans, 1 Unterhose
Und der Rubel rollt sicher noch weiter. Wenn nicht für bleibendes, dann für Luxusartikel wie Hachez-Schokolade oder Spirituosen.
Anschließend also zum Strand. Dort kam ich ziemlich verschwitzt an. Aber schon nach wenigen Minuten kam eine mittlere Brise auf, die wunderbar abkühlte. Eine Teilmenge von uns ist dann zum Wasser gelaufen und hat dort eine Stunde verbracht. Die verbliebenen drei haben gelesen und gedöst. Danach habe ich auf dem Weg nach Hause noch ein paar kleine Besorgungen erledigt und bin mit – huuiii – Rückenwind nach Hause gedüst.
Es gab heute zum Abendessen leckere Burger. Der Herr über den Grill hatte die Flammen voll unter Kontrolle, es gab keinen Flächenbrand auf dem steppengleichen Rasen. Auch der Schirm ist nicht geschmolzen, wie ich fürchtete, ich alter funk (keine deutschen Schimpfworte hier).
Nach dem Essen wurde gespielt – endlich die „Werwölfe“. Alle haben mitgemacht und alle Schuld wurde beglichen. Ich wüsste gern, ob die Kinder unsere Spielweise ok fanden oder eher peinlich. Wir haben ja immer zu viel gelacht.
Im Anschluss gab es nach kurzen Verhandlungen „Guardians of the galaxy volume 2“. Wie bei den guten Animationsfilmen gab es kinderkompatiblen Brachialhumor gespickt mit Gags, für die man schon ein paar Lenze mehr zählen muss. Sehr schön!
Heute ist Tag des Emojis, habe ich gehört. Deshalb schließe ich mit dieser Zusammenfassung:
🥐🛍🏖🍔🎲🎬😴