Inselzeit 6.14.2018
Beim Bummel durch die Borkumer Shoppingmeile sind mir zwei alte und offenbar wiederbelebte Markennamen aufgefallen. Das hat mich an die wunderbare Zeitschrift „JWD“ erinnert. Dort gibt es eine Rubrik, die einen jeweils Prominenten anhand der Logos seines Lebens portraitiert. Tolle Idee!
Kommen wir auf eine gemeinsame Logo-Markennamen-Chronologie, oder sind die wenigen Jahre Altersunterschied hier ein Hindernis? Und welche Rolle spielen die Geschlechter? Ich will es mal mit mir versuchen. Chronologisch.
Playmobil:
Eine lebhafte Erinnerung habe ich an das Weihnachtsfest 1980. Es gab den Playmobil Bauernhof. Viele Jahre habe ich damit gespielt. Es folgten auch noch weitere kleinere Sets, die unsere Kleineplastikmännchenwelt bereichert haben, aber der Bauernhof war stets das Zentrum allen Geschehens.
Europa / Karussell
Hörspiellieferant, der mir die unzähligen einsamen Stunden am Sonntagmorgen versüßt hat, wenn meine Bücher gelesen waren und die übrige Familie immer noch schlief. Und die unbändige Freude, wenn ich das Abspielgerät nach der Rückkehr aus dem Sommerurlaub endlich wieder in Betrieb nehmen konnte!
Sparkasse
Als Inhaber eines Knax-Klub-Kontos habe ich mich immer auf das neueste Knaxheft gefreut. Blöde Geschichten, Gags von geringer Qualität, aber gratis und nur eine Straßenüberquerung entfernt! Und zum 31.Oktober eines Jahres ein minderwertiges Geschenk abgreifen für das Ersparte. Das Schweinderl war gar keins und musste erst noch von meinem Opa notdürftig gefüllt werden, weil ich vom Sparen noch nie viel gehalten habe.
Benetton
Meine ersten Erfahrungen mit Gruppenzwang und dem Verlangen, dazuzugehören hat mir der Pullover mit dem Benetton-Schriftzug beschert. Es gab auch einen Riesenkrach mit meiner Mutter, als meine Pickelcreme eine Stelle am Kragen entfärbt hatte und ich das gute Stück in der Maschine färben wollte, aber nicht durfte. Hab’s dann im Eimer gemacht.
Lufthansa
Meine ersten bewussten Flüge (an den Urlaub 1979 in Bulgarien und den Flug dorthin habe ich nur bruchstückhafte Erinnerungen) hat die Lufthansa durchgeführt. Zunächst ging es etwa fünf Mal nach München und zurück. Das war ab 1992, als meine Schwester nach München gezogen war und ich gemerkt hatte, dass das Fliegen nicht teurer war als die sechsstündige und recht einsame Zugfahrt. Der Billigflug war geboren. Für 99 Mark hin und zurück! Ich war ein echter Fan der Lufthansa, zumal sowohl meine Schwester als auch ich beide Ambitionen hatten, für die Lufthansa zu arbeiten. Wir haben aber gleich nach den Sternen gegriffen und wollten Fluglotse oder Pilot werden. Für die Flugbegleitung hätte mein Grips vielleicht gereicht, am Eignungstest für eine Tätigkeit mit längerer Ausbildung bin ich gleich in der ersten Runde gescheitert. Nur Englisch zu sprechen reichte nicht. Es gab zu der Zeit aber eine tolle WDR Reportage über den Frankfurter Flughafen. Darin sagte eine Ausbilderin den Begleiteranwärtern: „Sie haben den schönsten Beruf der Welt gewählt, Sie werden jeden Tag die Sonne sehen!“
Alfa Romeo
Ich habe für den 147er und auch für die Giulietta mehr Emotionen aufbringen können, als jetzt für den Q2, obwohl ich den auch sehr mag. Aber der Markenname aus Italien weckt wesentlich mehr. Und sieht auch schöner aus. Und es fühlt sich viel besser an, sagen zu können: „Ich fahre einen Alfa“ als „Ich fahre Audi“. Vielleicht stellen die ja in ein paar Jahren wieder mal was passendes her. Im Augenblick ist das nicht der Fall und der Händler um die Ecke ist alles andere als empfehlenswert.
Apple
Im Jahr 2002 bekam ich meine letzte Eigenheimzulagenrate, weil ich noch keinen Ring am Finger trug. Ich habe dann überlegt, wie ich das Geld unter die Leute bringe. Sollte es ein IPod sein? Der neueste Streich auf dem Markt – so ein winziges Gerät mit unfassbar viel Fassungsvermögen. Es wurde dann aber ein Rudergerät. War auch cool. Kurz danach gab es über den Prämienverkauf der Firma aber die Möglichkeit, einen IPod Shuffle zu erwerben. Habe ich insgesamt 5 Mal gemacht. Von da an war Apple nicht mehr wegzudenken aus dem Alltag. Später gab es einen IMac, der hat mich überhaupt nicht überzeugt, aber er war hübsch anzusehen. Noch viel später habe ich ein Jahr gespart und dann 2013 ein IPad gekauft. Seit dem bin ich den Produkten verfallen und es gibt in dem Bereich keine Alternative mehr. Auf dem Handysektor habe ich Umwege über Siemens, Samsung und Nokia genommen, bis ich dann endlich auch so ein formvollendetes Gerät mein Eigen nennen durfte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist aber leider immer noch eine Zumutung.
Hachez
Spätestens seit wir 2001 unsere Verlobungsreise nach Bremen unternommen und im Hachezladen am Rathaus Schokolade von feinstem Geschmack gekauft haben, war diese Marke aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Nach wie vor der leckerste Luxus, der für einen fairen Preis zu haben ist.
Das Inselleben plätschert vor sich hin. Heute Morgen ein sehr entspannter Start. Frühstück erst wieder um 10 Uhr und bis dahin war auch kaum jemand aktiv.
Der Tagesverlauf wird uns in unterschiedliche Richtungen treiben. Eine Familie wird das Schwimmbad aufsuchen, die andere den Ortskern (Lesestoff und Schokolade kaufen). Zwischendurch fahren alle mit dem Fahrrad, teilweise zum Spaß, teilweise zielgerichtet.
Die Waschmaschine läuft, die Spülmaschine auch.
Während die Kinder uns ausgesperrt haben, um ihren heutigen Menüplan zu erstellen, sitzen wir auf der Terrasse und lesen und spielen (digital). Auch hier ist auf unseren Barden Verlass: Zu jeder Situation stimmt er ein Liedchen mit passendem Text an!
Herausgekommen ist folgendes Gericht:

Klingt vielversprechend!
Der Nachmittag plätschert nicht einmal mehr, er mäandert nur zart.
Ein Nickerchen, von Loungeklängen untermalt und wieder viel Lesen. Der Abkömmling zieht sich eine Filmempfehlung rein: Percy Jackson. Habe ich auch noch nicht gesehen, steht schon eine Weile auf meiner Liste.
Kurz vor 18 Uhr bahnt sich der Hunger langsam seinen Weg. Hoffentlich kommen die Schwimmer bald zurück und die versammelte Jugend kocht ein schmackhaftes Curry. Oh, da habe ich „Curry“ direkt richtig geschrieben. Bei bestimmten Wörtern habe ich nämlich sicher Legasthenie. Meist fange ich an: Cyr… Ebenso bei „Archivierung“ Ausnahmslos schreibe ich: Archiverung, bevor der rote Unterstrich mich deutlich mahnt, es so auf keinen Fall stehen zu lassen.
Das Curry war sehr lecker und weil wir alles fein aufgegessen haben, scheint Morgen auch wieder die Sonne!
Nach dem Essen wurde Star Trek geguckt. Spaß mit Schkotty und Schpocky. Wenn keiner Alpträume hat, werden wohl auch Teil 2 und 3 folgen und das hieße: Ein Wiedersehen mit Benedict Khan Cumberbatch! Mal sehen, wie lange die Mädels noch bei der Stange gehalten werden können.