Flotter Flair

Inselzeit 8.14.2018

Kleidung verrät das Alter. In diesem Jahr fallen mir die Rentner hier besonders auf. Es scheinen sich mehr davon unter die jungen Familien gemischt zu haben. Schon kleidungstechnisch sind sie sofort auszumachen: Sie kleiden sich immer in gedeckten Farben. Selbst modernere Marken wie Ralph Lauren oder Lacoste vertreiben pastellierte unifarbene Poloshirts. In den Superdryladen verirren sich diese Leute gar nicht erst. Geblendet von neonfarbenen Kombinationen und Aufschriften werden sie ferngehalten.

Ein maximales Zugeständnis an den Wandel der Zeit sind die bretonisch, maritimen Streifenshirts, auch auf der Insel erhältlich. Die Farbe darf aber nicht zu progressiv sein – marineblau oder weiß im Grundton, dabei von feinen Streifen durchzogen, welche die gesetzte Eleganz betonen.

Wenn die Kleidung noch nicht reicht, erledigt die weibliche Kopfnote den Rest. Es riecht so, aber wird „Tosca“ noch verkauft? Wenn ja, heißt es wohl weiterhin: Mit Tosca kommt die Zärtlichkeit. Hat meine Oma schon geglaubt.

Einige Modeerscheinungen machen wir ja noch mit, aber um angesagt zu sein, ist unsere Palette sicher auch schon zu festgelegt. Ich trage keine grellen oder bunten Muster. Ertrage ich nicht. Mein heutiges Hemd ist schon das äußerste: Blau mit weißen Punkten. Mag ich auch nicht jeden Tag. Kaufe ich nicht wieder. Uni ist noch immer das Beste. Keine große Aufschrift, höchstens der Markenname, der aber eine gewisse Größe auch nicht überschreiten darf. Im Damensegment ist das auch gar kein Problem. Bei den Herren ist es schon schwieriger. Lesen Männer gern Kleidungsstücke? Viele Marken bedrucken Herren T-Shirts mit Texten unterschiedlichster Art. Da werden historische Ereignisse benannt, Orte gefeiert oder Marken bzw. Produkte abgebildet und beworben. Ist ok, sofern es sich nicht um zweifelhafte Sachen handelt (Camp „Bohlen“ David). Manches amüsiert mich ungemein. Aber Männer: Wollt Ihr das, oder ist die Alternative oft zu umständlich?

Der Samstag:

Schon sehr früh (08:40 Uhr) gab es wie geplant ein Müslifrühstück, weil um 10 Uhr eine Reitstunde anstand.

Gegen 10 Uhr dann die Meldung des Tages:

Der Koffer ist da! Also gleich auf zur niedlichen Poststation beim Edeka. So ein Pappgestell für den Tisch mit Fächern und Schublädchen, mit dem man Post spielen kann, gab es ja schon in meinen Kindertagen. Schön, dass das 40 Jahre später aktueller denn je ist. Eine Pop-Up-Post sozusagen. Ich muss dort am Schalter jedenfalls gleich wieder lächelnd daran denken, wie viel Spaß mir das Sortieren und Stempeln im zarten Alter von 4 Jahren gemacht hat. Damals wollte ich nie der Kunde sein, das wär ja bloß der halbe Spaß gewesen. Heute aber ganz anders, denn heute ist Weihnachten! Heute ist der rote Koffer da!

Er wurde auch gleich ausgepackt und hat fast alle glücklich gemacht! Endlich mehr Unterhosen, Spiele, Saunatücher und das Einhorn!

Inzwischen Willie getauft, war das Einhorn schon am Strand, im Wasser und nun wieder zu Hause.

Bereits nach einer knappen Stunde wurde der Jogger unruhig und brach auf, um zu laufen. Ein bisschen von gestern nachholen und dann das heutige Pensum abarbeiten. Es wollte heute niemand mit. Einige leiden schon bei dem Gedanken daran an akuter Ermüdung und machen heimlich die Augen zu hinter der Sonnenbrille.

Ach so: Vor der Strandeinheit gab es ein feudales englisches Frühstück Schrägstrich kontinentalen Brunch. Heute Abend gibt es ein echt italienisches Vergnügen:

Das war auch wirklich lecker! Anschließend noch: Duschen, Schnaps kaufen beim Lidl und Abwaschen vor dem geselligen Teil des Abends: Ein Brettspiel und dann der dritte Star Trek Film. Ich könnte jetzt ausrufen: Yeah! – der schöne Idris Elba! Leider aber ist er bis zur letzten Viertelstunde bis zur Unkenntlichkeit geschminkt. Dann also: Yeah! der schnuckelige Simon Pegg!

War super- yeah!

Hinterlasse einen Kommentar