Inselzeit 9.14.2018
Das Grundrauschen unseres Urlaubs steht im Zeichen der Palmölvermeidung. Palmöl ist böse und soll nicht mehr durch Produktkauf unterstützt werden.
Passend dazu fand gestern eine Jugenddemo in den USA statt, ein Klimaschutzmarsch namens „Zero Hour“, denn wenn die heutige Jugend am Hebel sitzt, ist es bereits zu spät. So der durchaus aufrüttelnde Tenor.
Bei uns ist Palmöl als Unheilsbringer schon längst verankert. Und ich glaube auch daran, dass ein massenhafter Boykott dazu führen kann, dass das Zeug weniger Verwendung findet. Allein den Aufdruck „ohne Palmöl“, der eine gute Tat suggeriert, werte ich als Erfolg – eben stückchenweise.
Leider lasse ich aber an vielen Stellen unbedacht diesen weltverbessernden Ansatz außer Acht.
Im Strandbüdchen werden Schokoladencookies verkauft. Als unser Abkömmling stolz und glücklich, aber gedankenlos damit zum Strandkorb kam, erntete sie nur ein:“Da ist doch bestimmt Palmöl drin!!!!!“
Weiterhin hat mich am nächsten Tag ein ähnlich entsetzter Kommentar angefahren. Das Einhorn sei ein gigantisches, kaum wiedergutzumachendes Verbrechen. Stimmt leider, auch wenn es so süß ist. Dafür könne man glatt 30 verseuchte Cookies essen oder gar nach Juist fliegen, denn die Schiffstour dauert über eine Stunde und der seit Jahren geplante Ausflug dorthin wurde wieder verworfen.
Alles Stück für Stück.
Frühstück heute normal – gegen 10 Uhr. Direkt danach: Abhängen, Joggen und mittags Aufbruch zu verschiedenen Zielen. Die Mädchen spielen ohne mich eine Runde Minigolf, weil der vorgelagerte kurze Vortrag über die Rechte und Pflichten einer Mutter sehr überzeugend war. In Wirklichkeit war es nicht mehr als die Benennung einer Tatsache, die durch ihre klare Botschaft aber direkt ins Herz traf und den gewünschten Erfolg hatte. Mutter und Tochter also auf zur Driving Range. Vater und Sohn auf direktem Weg zum Strand. Vater und Tochter drehen erst noch eine Runde mit dem Rad und fahren dann zum Strand. Ich hänge Wäsche auf und mache ein Nickerchen. Die Wäsche sei erwähnt, weil ich heute zu Hause bleibe, um meiner Gesichtshaut eine Pause zu gönnen (Sonnenbrand trotz Creme) und die Erkältung zu kurieren.
Die Väter planen heute noch einen Saunabesuch. Und der Rest bereitet das Sonntagsessen. Ich weiß leider noch nicht genau, was es gibt. Bisher konnte ich nur Rückschlüsse aus dem Kühlschrankinhalt ziehen. Hoffentlich Möhren: Darauf habe ich direkt Lust und davon haben wir bestimmt 2 Kilogramm vorrätig.
Es ist raus:

Lecker, lecker!
Es gab prima Bio-Hühnchen und wir haben alles aufgegessen! Morgen dafür schönes Wetter und reines Gewissen!
Heute kein Spiel mehr mit den Erwachsenen, die gucken „Circle“. Oder heißt es: „The circle „? So wie NICHT in „Number four with a smile “ von Summerset Drive. Ich hatte schon am Nachmittag zwei Runden MEDN gespielt. Alles gegeben.
The Circle war zumindest ein Gesprächseröffner. Die Kinder sind sich der ganzen Problematik der bedingungslosen Transparenz bewusst. Ob sie nachhaltig etwas mehr hinterfragen, oder ihr Verhalten ändern? Ich fürchte nein. Es gibt leider auch kaum ein Entrinnen.
Ich muss leider schreiben, dass die mäßigen Kritiken zum Film ihre Berechtigung haben. Die Umsetzung ist mittelmäßig. Und Frau Watson hat m.E. sehr mäßig geschauspielert. Da hatte ich etwas mehr erwartet.