Super aridam

Inselzeit 11.14.2018

Ich muss noch einmal auf die Kleidermarken zurückkommen. Leider passiert es doch relativ oft, dass ich mir ein Urteil bilde und es dann nur schwer ablegen kann, wenn ich erfahre, dass es auf falschen Tatsachen beruhte. Ein wenig negatives bleibt immer hängen. Daran arbeite ich. Herr Lauren und Herr Hilfiger haben schließlich auch Einzug gehalten in unseren Haushalt, obwohl die US-Amerikaner bei uns nicht den allerbesten Stand haben. Beide wurden aber in New York geboren und mit New York verhält es sich ja wie mit München, da muss man das Land darum herum ignorieren, die beiden Städte müssen für sich betrachtet werden. Schließlich mache ich mir die Welt, wie sie mir gefällt.

Zunächst zu Camp David:

Eine deutsche Unternehmung, gegründet 1997 in Hoppegarten. Die Gründer standen wohl total auf Bill Clinton (gab ja auch schon schlechtere Präsidenten). Gegründet haben sie jedenfalls die Clinton Großhandels GmbH. Die Herrenlinie heißt Camp David, die Damenlinie Soccx (nach dem Clintonschen Kater Socks) und die ganze Franchise Unternehmung Chelsea. Hillary vermisse ich, aber vielleicht heißt ja ein Gebäudetrakt so.

Interessanterweise gilt die Marke als erfolgreiches Beispiel für den country-of-origin-Effekt, bei dem das Herkunftsland Einfluss auf das Image hat. Familie Clinton ist ja doch eher langweilig als bewundernswert und wirklich nicht unfehlbar. Aber das waren nun mal Fans, die Gründer.

Die Marke hat verschiedene Markenbotschafter: Dieter Bohlen, Arthur Abraham (Boxer, mir unbekannt) und Markus Schenkenberg. Durch Dieter Bohlen und DsdS wurde die Marke im Westen populär (Job erfüllt) und erfolgreich.

Das ist alles und daraus kann nun jeder seine Rückschlüsse ziehen. Ich bin etwas versöhnt. Ich hätte den Bezug einer deutschen Gründung auf z.B. Familie Helmut Schmidt irgendwie cooler gefunden, aber der Osten gab in den Neunzigern wohl nicht viel her und die USA hatten aus irgendeinem Grund schon immer einen unbestreitbaren Coolness-Faktor.

Dann zu Superdry:

Nach meiner Recherche bin ich etwas zwiegespalten. Aber ich stehe auf grelle Farben und bin im Geiste noch immer ein Skater – also finde ich die Sachen weiterhin klasse.

Die Firma wurde in den den 80ern in Großbritannien gegründet und vereinte seinerzeit Skater-, Surfer- und Streetwear. Ihr Markenzeichen sind japanische Schriftzeichen als Gegenstück zum Engrishen in Japan. Engrish ist laut Wikipediaeintrag die humoristische Bezeichnung für meist von Asiaten verwendetes, fehlerhaftes Englisch. In Japan hat Engrish Kultcharakter und wird noch durch die unterschiedlichen Schriftsysteme begünstigt. Also leicht fies, aber den Briten verzeihe ich vieles. Geht ja auch nicht gegen mich….

Ansonsten wird Kleidung von Superdry mit Worten wie: Americana, Vintage, Street oder – Preppy – beschrieben. Preppy Mode wiederum hat (bei mir) keinen sehr guten Stand. Kommt von Preps, Absolventen einer renommierten Akademie, die zumeist aus wohlhabenden Elternhäusern stammen, von Snobs oder Wasps. Für diese ist ein elitärer Lebenswandel und materieller Wohlstand selbstverständlich. Nach dem Motto: Eure Armut kotzt mich an.

Ich seh das Gute: Aus Großbritannien und damit schon mal prima. Alles andere – ach, was soll’s.

Der heutige Tag beginnt sehr warm. Schon die Joggingeinheit gegen 08:40 Uhr war in letzter Minute angesetzt. Mei o mei – Hitze!

Frühstück wie bisher jeden Tag draußen gegen 10 Uhr. Langsam wird nicht mehr alles nachgekauft. Muss ja noch alles aufgegessen werden. Der heutige Rebus ist wieder ein Meisterstück:

Klingt gut! Ich bin gespannt!

Ich habe noch Hemmungen, zum Strand zu gehen. Es ist so warm! Aber irgendwas muss ich ja auch machen heute.

Die Aktivitäten verteilten sich heute etwas. Zunächst eine minimierte Radtour von zweien. Dann siestöses Herumsitzen. Dann der Ausritt: Verbotenerweise auf die Sandbank, weil der neue Reitlehrer davon nichts wusste. Die Robben ein wenig aufgemischt. Und die übrigen Pferde ganz nervös gemacht, die sind gleich durchgegangen. Aber nicht alle, nicht Kalle.

Der Rest zum Minigolf und einkaufen und am frühen Präabend trafen wir uns alle zum Eisessen.

Am Abend würde ich noch ins Kino eingeladen. Falls ich es nicht schon gesagt habe: Vielen Dank für einen wunderbaren Abend! Der Mord im Orient Express war auch beim 2. Mal ein Genuss. Herr Branagh hat es eben drauf! Den würde ich mir auch gern mal im Theater ansehen. Das Borkumer Kino ist an Charme kaum zu überbieten. Zwei ältere Herren, denen ich zutraue, das sie allein über das Programm bestimmen, sind Gastgeber und übernehmen alle Rollen, die es zu besetzen gibt. Einmal früh am Tag wird die Popkornmaschine angeworfen, am Abend hat das Popkorn dann, sicher auch durch das Klima, der Kinosaal beherbergt multiple Veranstaltungen und ist nicht klimatisiert, ein wenig an Frische eingebüßt. Aber es wurde mit Hingabe eingefüllt und nur das zählt. Gern wieder in 2019.

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