Inselzeit 12.14.2018
Oh, der Countdown läuft! Nur noch wenige Tage. Gibt es schon etwas, auf das wir uns wieder freuen in der Heimat? Das wir bereits vermissen?
16 Jahre schweißen doch zusammen, so dass eigentlich kaum noch etwas unangenehm oder peinlich ist und wir uns im Grunde nicht zurückhalten müssen. Frühstücken im Schlafanzug zum Beispiel wäre vollkommen unaufgeregt. Haben wir auch schon gemacht, glaube ich. An Schlechtwettertagen, die es in diesem Jahr wohl nicht gibt. Ungeschminkt sehen wir alle sowieso am Besten aus, das ist es auch nicht.
Auch die Tatsache, dass wir zum fünften Mal im gleichen Haus residieren, führt zu einer Routine, die die kleinen Unzulänglichkeiten etwa der Küchenausstattung ausgleicht. Der Abseiher für Nudeln ist viel zu klein. Die Messer Stumpf. Macht nichts. An anderen Stellen sorgen wir auch bereits selbst für Verbesserung, indem wir unser Equipment mitbringen (die Cocktailausstattung oder der Pürierstab).
Aber ist es zu Hause nicht doch am Schönsten? Ich glaube schon. Aber zum einen sind zwei Wochen nicht so lang, dass mich die Wehmut packen könnte. Und zum anderen giere ich doch das ganze Jahr daraufhin. Zwei Wochen totaler Erholung frei von Zwängen und Terminen. Unbezahlbar. 14 Nächte mit einem maximal mittelmäßigen Kissen schaffe ich auch. Ich könnte außerdem ein Einhornkissen kaufen hier – zur Not.
Es ist etwas völlig anderes aus diesem Urlaub zurückzukehren, als von einem Städtetrip. Die Insel zu verlassen, ist überwiegend traurig. Ein Teil aber auch schön, weil nach dem Urlaub vor dem Urlaub ist. Der Aufenthalt 2019 ist schließlich schon geplant! Ein Städtetrip ist etwas ganz anderes. Definitiv wunderschön und mir mindestens so wichtig wie das sommerliche Runterfahren auf Borkum. Aber eine große Stadt stresst, ob ich will oder nicht. Und ein Dreierzimmer im Hotel ist immer mit einem Verlust an Intimsphäre und erhöhter notwendiger Kompromissbereitschaft verbunden. Nach der Rückkehr aus einer großen Stadt brauche ich auch unbedingt ein kleines Weilchen, um die Aufregung und Eindrücke zu verarbeiten. Nach Borkum bin ich ja total erholt. Da kann ich gleich wieder ins Büro, das ist in Ordnung. Weitere freie Tage würden mir nur langweilig und leer erscheinen. Lieber wieder schnell zurück in den prallen Alltag! Waschen muss ich auch nicht viel, weil Bosch hier eine Runde nach der anderen dreht. Der Nachbereitungsaufwand ist übersichtlich.
Hercules Poirot hat es gestern auf den Punkt gebracht: „Ich bin müde, ich habe mir Urlaub verdient. Ich möchte Gemälde betrachten und über zu viel Zeit verfügen.“ Dieser Zustand wird sich auch bei uns bald wieder einstellen, fürchte ich.
Der Mittwoch startet angenehmer als gestern, weil ein schöner Wind weht. Hoffentlich bleibt er den Tag über erhalten, dann wäre alles prima. Brötchen wurden schon geholt und der Jogger ist auch schon unterwegs.

An der o.a. Front ist es morgens immer am Längsten ruhig. Das war früher anders. Denken wir an Usedom…. Auch zum morgendlichen gemeinsamen digitalen Spiel, das, soweit ich es verstanden habe, aus sentimentalen Gründen heute grob verabredet war, erschien kein zweiter Mann. Vielleicht war es die fritz-Einheit am Abend, wahrscheinlich aber die nächtliche Hitze (Stufe 3 – „mit Schwitzen“), jedenfalls war Schlaflosigkeit schuld am verspäteten Auftritt. Vor dem Frühstück war aber noch etwas Zeit, die wir zu viert mit unseren Geräten verbracht haben – immerhin an der frischen Luft!
Der heutige Rebus, aus wettertechnischen und restetechnischen Gründen, spontan erstellt:

Alles dabei, was so ein Bilderrätsel braucht – Urlaubszubehör und Kätzchen!
Der Nachmittag wird antizyklisch im Schwimmbad verbracht. Der Flow-Rider (Schreibweise?) ruft – mich natürlich nicht. Ich lese und kümmere mich um das heutige Essen. Lesen findet auf der Terrasse statt. Hier im Wind und Schatten ist es tatsächlich überhaupt nicht zu warm! Total großartig.
Nach dem Abendessen noch ein Eis im Örtchen und dann alle wieder nach Hause.
Jetzt nach dem Film „Nerve“ und dem Gin ist es doch wieder zu warm. Morgen noch mehr davon – yeah!?!