Nachforschungen zu Matt Bomer haben mich auf den Film „The normal heart“ aufmerksam gemacht. Für seine Darstellung eines an Aids erkrankten Homosexuellen hat er im Jahr 2014 eine verdiente Auszeichnung mit dem Golden Globe als bester Nebendarsteller erhalten. Ich hätte vielleicht vorher kurz den Inhalt recherchieren sollen, denn es ist ein heftiges Drama und deshalb nicht unbedingt für einen netten Abend geeignet.
Aber die Besetzung klang so vielversprechend, dass ich nicht widerstehen konnte: Mark Ruffalo, Matt Bomer, Jim Parsons, Alfred Molina, Taylor Kitsch, Julia Roberts und viele mir eher unbekannte Darsteller.
Die Geschichte fußt auf den autobiografischen Aufzeichnungen eines New Yorker Autoren aus den Jahren 1981-1984. Es geht um die Zeit, als sich in der gerade einigermaßen ansatzweise anerkannten Schwulenszene Aids ausbreitete. Es hat von 1981 noch Jahre gedauert, bis man überhaupt wusste, um was für eine Krankheit es sich handelte. Alle Betroffenen, ob selbst erkrankt oder nicht, wurden von der Medizin und der Politik lange Zeit allein gelassen. Der Autor konnte diesen Zustand der Hilflosigkeit nicht ertragen. Viele seiner Freunde starben, ohne dass man herausfand, wie die Krankheit übertragen wird und ob sie irgendwie zu lindern wäre. Er gründete eine gemeinnützige Hilfsorganisation, die allen mit Rat und Tat zur Seite stand und sich darum bemühte, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Epidemie zu schaffen. Damit waren sie Pioniere und wenn auch lokal, ziemlich erfolgreich. Jedenfalls haben sie sehr vielen Menschen geholfen.
Während dieser Zeit verliebt der Autor sich in einen Journalisten (Bomer). Nach kurzer glücklicher Zeit erkrankt der Journalist an Aids und ich nehme wohl nicht zu viel vorweg, wenn ich verrate, dass er stirbt.
Viele andere Figuren werden noch vielschichtiger vorgestellt und jeder hat sein Päckchen zu tragen. Durchweg leider alles sehr, sehr tragisch.
Ich finde den Film sehr bewegend. Ähnlich wie in „Milk“ und anders als in „Philadelphia“ wird der zwischenmenschliche Teil zwar nicht ausgespart aber mit einer solchen Sensibilität gezeigt, dass die eigentliche Botschaft immer im Vordergrund bleibt.
Eine Punktewertung entfällt aus Pietätsgründen. Der Film ist aus meiner Sicht sehenswert. Dem Zuschauer sollte aber klar sein, worauf er sich einlässt. Taschentücher sind unbedingt notwendig.