Viertes Quartal

Für mich ist das Wort „Quartal“ fast ein Reizwort. Mindestens ist es negativ belegt. Viermal im Jahr sind in der Firma Berechnungen zum Quartalsergebnis durchzuführen. Und da die Termine schon immer sehr eng getaktet waren und diese Taktung in diesem dritten Quartal noch einmal um zwei Tage gekürzt wurde, gilt zu diesen Zeiten eine relative Urlaubssperre. Jedenfalls versuchen wir stets alle anwesend zu sein, damit es möglichst reibungsarm über die Bühne gehen kann. Natürlich fallen die meisten Schulferien in diese Zeiten. Das macht es nicht besser. Ich stelle mir manchmal vor, dass es einen gehässigen kleinen Manager gibt, der in seinem schwarzen drehbaren Lederstuhl sitzt, seine fette Katze streichelnd, und der überlegt, dass es witzig wäre, aus der 18 eine 15 zu machen. Sollen die Untergebenen doch mal zeigen, dass es auch schneller geht. Leider geht es auch immer. Das ist Teil des Problems. Es gibt niemanden, der dem Einhalt gebietet. Es muss immer versucht werden, mit noch weniger Zeit auszukommen. Und wenn es dann geklappt hat, dann kann es auch gleich so bleiben. Aber ich wollte an dieser Stelle gar nicht jammern. Ich will eigentlich nur einleiten, dass das kalendarische vierte Quartal begonnen hat! Dieses Quartal hat immer so viel zu bieten: Herbstliche klare Luft, tolle Farben, der erste Lebkuchen der Saison, die Weihnachtszeit und dergleichen mehr.

Und als Abschluss des Jahres steht Sylvester vor der Tür! Die beiden Urlauber haben aus Spanien eine Sylvestereinladung mitgebracht. Obligatorischerweise steht dafür Raclette auf dem Programm. Aus diesem Grund werden wir heute unserem Raclettegrill noch einmal eine Chance geben. Es ist zwar ein Markenprodukt, aber kein Schweizerisches. Leider lässt die Leistung zu wünschen übrig. Die Fleischgrillerei lassen wir schon mal weg. Das hat keinen Sinn und sollte im Zweifel lieber der Grill übernehmen. Aber auch beim Käseschmelzen braucht es umangemessen viel Geduld. Sollte das Gerät heute wieder nicht überzeugen, wird es entsorgt und ein neues muss her. Rechtzeitig zu den Feierlichkeiten.

Ja, so muss es wohl geschehen: Ein Raclettevergnügen mit angezogener Handbremse ist einfach kein Vergnügen. Und das 30 Jahre alte Erbstück, das möglicherweise immer noch existiert, sollte auch nicht mehr verwendet werden. Die Grillplatte ist mir unsympathisch ob des Alters und Zustands.

Ich habe danach gesucht. Aber leider habe ich die Sylvesterfragebögen 2017/2018 nicht fotografiert. Ich kann mich auch leider nicht mehr an alle Fragen geschweige denn Antworten erinnern. Und ehrlich gesagt, kommen mir immer nur Antworten in den Sinn, die schon ein Jahr älter sein müssen. Schade, wollte ich doch ein Resümee ziehen. Da muss ich mich besser organisieren, denn das ist doch der eigentliche Spaß: Zu sehen, wie die Dinge sich entwickelt haben und was ich dazu beigetragen habe.

Deshalb habe ich mir für die letzten Monate des Jahres einfach noch ein paar Dinge vorgenommen. Zum Beispiel die Schränke auszuräumen, zu reinigen und anschließend nur noch wieder einzuräumen, was wirklich benutzt wird. Und auf keinen Fall neue Dinge anzuschaffen, wenn sie nicht notwendig sind. Ich weiß ja, dass mich irgendwann wieder etwas so bezaubert, dass ich es kaufe. Aber nicht mehr im Jahr 2018! Für die kommende Saison habe ich Dekoration genug. Einiges auch erst zum Ende der letzten angeschafft und deshalb noch gar nicht richtig genossen. Verbrauchsmaterial wie Kerzen und Ähnliches sind davon natürlich ausgenommen.

Meine Mutter, mit der mich vieles verbindet, nicht zuletzt die Fähigkeit, sich von Dingen trennen zu können, oder sich gar nicht erst an sie zu binden (übrigens auch an die dritte Generation weitergereicht), hat mir vor einiger Zeit einen Auszug aus einer „unserer“ Zeitschriften geschickt:

Das Loslassen von nicht mehr benötigtem sollte zur Gewohnheit werden

Wenn wir in unserem Heim Raum und Ruhe erzeugen, dann schaffen wir damit auch Platz für unsere Gedanken. Sortieren und Aussortieren ist daher auch ein Prozess, der zu mehr Klarheit führt – und genau deswegen regelmäßig praktiziert werden sollte.“

Auch wenn die Formulierung leicht esoterisch daherkommt, sie stimmt und das herrlich befreite Gefühl nach dem Aufräumen ist Bestätigung genug.

Dienstag fahre ich zum Recyclinghof und gebe unsere diversen Farb- und Lacktöpfe ab. Sie sind ohnehin leer, fast leer, oder die Farbe längst überstrichen. Aber in den Hausmüll dürfen sie ja nicht und ich kann sie nur dort loswerden, damit sie fachgerecht entsorgt werden. Wie auch immer diese Entsorgung aussieht. Ich suche mal nach einem entsprechenden Maus-Beitrag. Hoffentlich gibt es sowas. Das Spiegel-Abklebe-Rätsel ist nämlich nicht gelöst. Der Sperrmüllmann hat auf meine Frage nur verdutzt geguckt und gesagt: „Abgeklebt?!? Keine Ahnung – scheißschwer ist die Tür!“ Da habe ich lieber nicht weiter nachgefragt….

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