Schrullen – fester Bestandteil des Alltags, beruflich wie privat. Und Schrullen sind nicht gleich Schrullen. Schon das Wort ist so eigenartig wie seine Bedeutung. Je öfter ich es schreibe, desto schlimmer wird es…..
Nun denn, es gibt liebenswerte Schrullen: Der Queen-Fan des Hauses kann kein Lied der Band hören, ohne wenigstens den Refrain mitzusingen. Im Kino während der Queen-Biografie irgendwie schräg, weil auch ruhigere Stücke eingeflossen sind und das Publikum eher hanseatisch zurückhaltend war. Keiner verkleidet trotz des 31.10….. Aber sonst liebenswert.
Und es gibt die Schrullen, die Dich auffallen lassen: Technik-Tourette oder die Neigung zu Selbstgesprächen bei der Arbeit. Keine autobiografische Aufzählung übrigens.
Und es gibt Schrullen, die gleich ins Autistische reichen. Davon habe ich einige. Meine gern gemochte Flüssigseife wurde aus dem Programm genommen. Drei Seifen musste ich erfolglos probieren, bis ich wieder zurück bin zu einem Ökoprodukt, dass durch seinen exquisiten Zitrusduft besticht, aber leider die Hände austrocknet und mitnichten wie beschrieben pflegt. Außerdem hinterlässt sie im Waschbecken einen unsichtbaren wächsernen Film, den ich nun jeden zweiten Tag entfernen muss, weil es sonst nicht schön aussieht.
In diesem Zusammenhang zitiere ich immer wieder gern eine Hauptfigur aus der Serie „The Big Bang Theory“, Dr. Dr. Sheldon Cooper: „Was wär das Leben ohne Schrullen!“
Einfacher wäre es. Weil die Widrigkeiten des Lebens dann gar nicht so sehr auffallen würden. Das Reinigungsmittel hat die Rezeptur verändert? Egal, wähle ich unter vielen eben ein anderes, dass ebenso gut riecht. Der Lieblingssupermarkt wird durch einen Discounter ersetzt? Egal, gehe ich eben dort einkaufen. Die Lüftung über meinem Flugzeugsitz funktioniert nicht? Ach, die eine Stunde halte ich auch den Mief der fluggestressten Mitreisenden aus. Wenn es so einfach wäre. Dann würde ich das tun!
Auch kann ich an Texten nur schwer vorbeigehen, ohne sie zu lesen. In der U-Bahn oder beim Stadtbummel. Sobald ich Buchstaben fixiere, muss ich sie lesen. Nicht so schlimm, sagt Ihr? Ja, es gibt schlimmeres. Aber genervt bin ich durchaus, wenn ich Werbetexte, die nur selten ausgetauscht werden, immer und immer wieder lese. Oft gehen sie mir dann auch lange nicht mehr aus dem Kopf. Mein Beifahrer weiß hier gleich Bescheid (Yildiz Camii…).