Mit einem Taxi nach Paris

Tag 3 auf der Baustelle. Heute habe ich weniger Zeit vor Ort verbracht. Es ist zu voll und zu staubig. Am frühen Morgen habe ich nur schnell Kleidung für die nächsten Tage eingepackt, zwei Fragen beantwortet und mich dann wieder entfernt.

Meine Hoffnung, dass am Abend wieder Wasser zur Verfügung stehen könnte, war leider vergebens. Die gebrauchten Kaffeetassen werden nicht ansehnlicher…

Unterwegs fühlte ich mich zum einen wie im Städteurlaub – jede WC-Möglichkeit wird in Betracht gezogen. Zum anderen fehlte mir die Gewissheit, jederzeit in mein Badezimmer gehen zu können. Was noch nie mein Traum war, aber jetzt wirklich vollkommen ausgeschlossen ist: Ein altes Haus kaufen, einziehen und die Räume nach und nach renovieren. Das würde mich wahnsinnig machen.

Die Türrahmen wurden vorbereitet, sie sind jetzt wirklich größer. Ich kann das obere Ende mit ausgestrecktem Arm nicht mehr berühren. Die neuen Türen stehen nun neben einigen anderen noch verpackten Elementen herum. Noch weniger Platz.

Sonst gibt es nicht viel zu berichten. Es sieht immer noch nach Rohbau aus.

Schlager liefen natürlich auch heute. Ich kannte den größten Hit von Felix De Luxe (Taxi nach Paris). Eine Hamburger Band, wusste ich gar nicht. Ich hätte auch eher getippt, dass es die Gruppe noch gibt und sie David Guetta-mäßige Sachen macht, oder Hip-Hop. Aber weit gefehlt, der Taxi-Song ist aus dem Jahr 1984. Lange her.

Nicht ganz so lange her, aber immerhin auch schon 20 Jahre alt war übrigens unser Badezimmer. Gerade heute hat mich ein Freund wieder ungläubig gefragt, warum wir das denn jetzt renovieren. Das alte war doch noch prima. Ein Klempner, der ein Angebot abgegeben hat, fragte bei der Besichtigung das Gleiche. Er hat den Auftrag nicht bekommen. Natürlich sieht man bei täglicher Benutzung ganz andere Mängel, als sie ein Gast wahrnimmt. Der initiative Grund war sicher die Badewanne bzw. die fehlende Dusche. Der notdürftige graue Anstrich der neunzigerjahrelastigen Terrakottabordüre hat das Gesamtbild zwar ein wenig verbessert, konnte aber dennoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das gesamte Ensemble vollkommen überholt war. Und uns nicht mehr gefallen hat.

Den Bauherrn wird es freuen: Das neue Bad sollte länger Bestand haben. Eine derartige Aktion möchte ich so bald nicht noch einmal starten.

Hinterlasse einen Kommentar