Start in den Samstag

Tag 11 beginnt früh für einen Wochenendtag. Die Handwerker kommen um 8 und ich wollte dann längst aus der Schusslinie sein. Ich saß also um 7 im Eco-Express-Center mit der ersten Schicht Wäscher. Es waren weit mehr Maschinen belegt, als am letzten Samstag zu späterer Stunde. Ob nun wegen der Happy Hour, oder weil die Leute den Rest des Tages lieber woanders genießen möchten, kann ich nicht einschätzen. Alles normale Menschen, die spießig-normale Wäsche waschen. Sie sehen allerdings recht routiniert aus und scheinen sich hier öfter aufzuhalten. Wenn es nicht so ein Aufriss wäre, würde ich gern auch mal auf dem Kiez waschen. Dort sieht man sicher viel interessantere Wäsche. Aber mutmaßlich nicht vor 15 Uhr. Das Bezirksamt St. Pauli jedenfalls ist zwar öffentlich etwas sperrig zu erreichen, aber bis zum späten Vormittag muss man sich dafür über Wartezeiten keine Gedanken machen. Der gemeine Paulianer geht vor Mittag nicht aus dem Haus. In Eimsbüttel ist aber samstags um 7 Uhr schon wieder reges Treiben zu beobachten. Väter, die mit ihren kleinen Kindern Brötchen kaufen gehen. Bauarbeiter, die Kranarbeiten durchführen und schon mal eine kleine Kaffeepause einlegen. Menschen auf dem Weg zur Arbeit, die wochentagshektisch in die U-Bahn entschwinden. Und Menschen, die bereits hinter den Verkaufstresen arbeiten: Beim Bäcker, im Kiosk oder im Blumenladen.

Interessant sind die Outfits der Menschen an diesem Morgen. Ich hatte schon gestern meine Winterjacke gegen ein Sommermodell getauscht. 13 Grad und Sonne – da reicht ein Schal und es ist angenehm kuschelig. Für heute ist ähnliches angesagt. Trotzdem sehe ich dicke Daunenjacken, Handschuhe und Mützen. Vielleicht wollen die alle noch mit dem Rad fahren, dann wäre das nachvollziehbar.

Mal sehen, womit der Tag für uns heute aufwartet. Ich muss jetzt das Gerät weglegen. Es ist so voll im Center, ich muss meinen Platz auf der Bank räumen.

Hinterlasse einen Kommentar