Ich habe gerade in einem Buch über die Orientierungslosigkeit nach dem Abitur gelesen, wie alle Betroffenen am besten damit umgehen.

Es ist, wie Deckel und Titel vermuten lassen, nicht ausschließlich wissenschaftlich angelegt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind zwar zahlreich, aber eher locker eingeflochten. Es lässt sich also schnell lesen und amüsiert zugleich. Jedenfalls mich als nicht mehr oder noch nicht Betroffene. Die Jugendlichen vielleicht weniger.
Zu Beginn geht es um den Drogenkonsum der jungen Leute. An der Stelle kann ich eigentlich nie so richtig ausmachen, ob man heute größeren Gefahren ausgesetzt ist als in den Neunzigerjahren. Zum Abitur gibt es ja immer diese Abi-Wortspiele: Unseres war CannABIs, obwohl gesichert nicht einmal die Hälfte der 76 Absolventen bis dato einen Joint probiert hatte. Heute jedenfalls soll der Inhalt wesentlich stärker und gefährlicher sein als damals. Etwa wie Bier und Schnaps im Vergleich. Letzteren haben wir seinerzeit ohnehin vorgezogen, weil er im Verhältnis billiger und im Geschmack besser war. Aber ich schweife ab.
Das Buch soll mir als Erziehungsberechtigter dabei helfen, den Reifeprozess der Jugendlichen optimal zu ermöglichen. Es also auch zu ertragen, wenn zum Ende der Schulzeit noch nicht klar ist, was kommen soll. Denn an diesem Punkt sei wohl nicht abzustreiten, dass die Eltern und die modernen Erziehungsmethoden die Hauptursache für Unselbständigkeit und Ignoranz sind.
Was ich jetzt alles nicht mehr darf und ändern muss – Wahnsinn. Also ab jetzt Obacht Einzelkind! Die Pflichten rufen! Dieser Angang ist jedoch schon einmal vor Jahren gescheitert, weil ich es am Ende lieber selbst mache, das Putzen und Waschen zum Beispiel. Aber für die gute Sache will ich wohl einen Gang zurückschalten und ein entspannteres Verhältnis zu einem sauberen Herd entwickeln. Und die Chance nutzen, unliebsame Aufgaben wie Einkaufen gleich ganz auszulagern? Einkaufen mag ich nur im Biosupermarkt. Nur dort schlendere ich gern und lange umher. Auch das Nachhauseschleppen wird von einem positiven Grundrauschen getragen. Alles Super: Super Bio, Super Umwelt, Super Fair, Super gesund, Super teuer.
Konträr zu diesem Buch, in dem ich mich leider viel zu oft wiederfinde, ist dieses Werk:

Angesprochen hatte mich der Titel, weil Chuck dort studiert hat. Ja, wirklich. Die Idee eines Studiums an einer solchen Eliteuniversität ist ansonsten derart absurd, dass es eben nur eine Idee bleibt. Das Buch ist heftig. Ich habe es mit einem möglichst satirischen Blick gelesen, dann hat es mich amüsiert. Es ist im Grunde ein Leitfaden dafür, wie ich mein Kind an eine solche Uni bringen kann. Und dafür muss nicht nur das Kind vom Kleinkindalter an vollen Einsatz bringen. Auch die Eltern müssen alles geben und dürfen keinen Fehler bei der Auswahl des Kindergartens oder der Schule machen.
Nichts für uns, wär ja ohnehin viel zu spät jetzt.
Kürzlich haben wir in der Verwandtschaft einen 16. Geburtstag gefeiert. Das Abitur ist also gar nicht mehr so weit entfernt. Die Zeit rennt. Ich bin sehr gespannt, was die Kinder in meinem Umfeld alle mal mit ihrem Leben anfangen. Ob alle Akademiker werden? Wäre auch irgendwie schade.