Am Donnerstagmittag bin ich mit meiner Kollegin nach Köln aufgebrochen, damit wir am Freitagmorgen einem dienstlichen Termin beiwohnen können.
Geplante Abfahrt am Hamburger Hauptbahnhof um 13:46 Uhr. Als wir verkündet haben, das Büro am Baumwall bereits um 13 Uhr verlassen zu wollen, haben wir nur Unverständnis geerntet.
Und ja, wir waren sehr rechtzeitig am Bahnhof. Aber nach dem Reisegetränkkauf und der Orientierung am Gleis (Achtung geänderte Wagenreihung) haben wir nur 10 Minuten gewartet. Für uns beide völlig in Ordnung, weil es sich ja um eine Fernverbindung handelt. Da dürfen wir den Zug nicht verpassen!
Im Zug sind wir doch ganz froh über die Buchung in der ersten Klasse, weil der Zug richtig voll ist. Leider haben wir auch nur Plätze im Abteil, wir müssen also mit anderen den engen Raum teilen. Unsere Abteilgenossin, die schon sitzt, begrüßt uns auch gleich recht jovial freundlich. Aber unsere hanseatische Zurückhaltung irritiert sie wohl, denn ab Harburg ist sie erst einmal für zwei Stunden verschwunden.
Wir blättern in der druckfrischen Gala, die wir aus dem Büro mitgenommen haben. Auf den kulinarischen Seiten sind sehr ansprechende Bilder von asiatischen Gerichten zu sehen. Deshalb beschließen wir, heute Abend noch Sushi zu essen. Eine kurze Recherche ergibt, dass sich unweit des Hotels mehrere Lokale befinden, die in Frage kommen. Das Hotel liegt scheinbar im japanischen Viertel, denn direkt gegenüber ist der „Hiroshima-Nagasaki-Park“ zu sehen. So ein Zufall.
Die Bahnfahrt verläuft wie erwartet nicht planmäßig, denn aufgrund von Personen auf den Gleisen vor Solingen werden wir über Düsseldorf geleitet und kommen mit 20 Minuten Verspätung an. Fahrgäste, die nach Solingen wollten, haben jetzt Probleme. Oder Passagiere, die in Köln ihre Anschlusszüge verpasst haben. Wir aber nicht. Wir steigen aus und werden die 3 Kilometer zum Hotel durch die Stadt schlendern, das Wetter ist herrlich!
Gleich vor dem Hauptbahnhof steht der Kölner Dom sehr präsent! Das ist irgendwie cool. Er ist zwar wirklich dunkel und wirkt dadurch düster, aber riesig groß und unaufgeregt steht er da. Es führt sogar eine Straße unter der Zugangstreppe hindurch. Ich plane, ihn mir Morgen nach der „Arbeit“ genauer anzusehen. Jetzt bummeln wir wie geplant durch die Einkaufsmeile Richtung Hotel. Es gefällt mir sehr gut hier. Das Einkaufsviertel ist wie der Dom sehr groß. Gefühlt größer als in Hamburg. Auf jeden Fall komprimierter. Es stehen schmale Gebäude in engen Gassen und schaffen eine britische Atmosphäre. Allerdings sind die Fassaden nicht antik, sondern aus dem 20. Jahrhundert und einige wurden geschmackvoll metallisch gestaltet. Sehr viele Läden reihen sich aneinander. Alle bekannten Marken haben ihren eigenen Eingang. Die Leute hier um uns herum haben einen prolligeren Charme als die Hamburger. Das ist aber nicht unbedingt schlimm. Sondern irgendwie charmant.
Auf dem Weg streifen wir noch einige alte Kirchen, Tore und Museen und kommen schließlich an. Städte im Schnelldurchlauf – das habe ich ja gerade trainiert. Vor dem Hotel liegt ein belebter Platz, auf dem gerade ein Foodtruckmarkt aufgebaut ist. Fast hätten wir dort gegessen, aber der letzte Falafel wird uns weggeschnappt. Deshalb checken wir jetzt im Hotel ein und gehen dann zum Sushi-Restaurant. Das liegt auf der anderen Seite des Hotelplatzes und ist total hipp (darin sitzen nur Hipster) und wir sind sofort Außenseiter, optisch wie altersmäßig. Es schmeckt aber trotzdem hervorragend! Als wir den Laden wieder verlassen, ist es dunkel und vor uns erstreckt sich ein scheinbar angesagter Straßenzug voller Kneipen, die heute Abend alle schon Tische im Freien anbieten. Tolle Luft, tolles Flair. Also mir gefällt Köln bis jetzt sehr gut. Vielleicht, weil ich vorher einige kritische Töne gehört hatte. Kann ich aber nicht nachvollziehen. Ist alles prima hier!
Zur Zeit ist auch Messe, wie eigentlich immer (sagte man mir), die ComicCon aber leider erst nächste Woche (Chuck alias Zachary Levy alias Shazam kommt nach Köln!!!), sonst wäre ich hingegangen.
Freitag Morgen frühstücken wir fürstlich dank der noblen dienstlichen Unterbringung. Ich habe schon lange nicht mehr so gut gefrühstückt. Vom Pancake bis zum Omelett wird alles frisch zubereitet. Ohne Warteschlangen, da kann die Aida nicht mithalten.
Nach dem Frühstück gönnen wir uns ein Taxi, weil wir mit der Straßenbahn umsteigen müssten und am Umsteigebahnhof nicht wissen, wohin wir 6 Minuten laufen sollten. Am Ende fahren wir noch in die falsche Richtung. Und der Sinn der Übernachtung ist ja, am Freitagmorgen pünktlich um 10 Uhr zu einem Meeting mit wichtigen Personen der Geschäftsleitung zu erscheinen. Also kein Geiz an der Stelle.
Das Meeting verläuft prima und ich stehe um 14 Uhr wieder vor dem Gebäude der RTL Group und starte von dort zum Tourismusprogramm. Die Zentrale ist mindestens so toll gelegen wie der Verlag in Hamburg. Direkt am Rhein, aus der Kantine mit Blick auf das Wasser und den Dom.
Ich spaziere über die Hohenzollernbrücke, die für Fußgänger ideal ist. Wie auf der Brooklyn Bridge gibt es einen großzügigen abgetrennten Weg. Rechts und links der Rhein mit schönen Sehenswürdigkeiten am Ufer, über die ich mich später noch informieren werde. Ich bin ja noch im Kreuzfahrtmodus und will jetzt erst mal was ablaufen, knipsen und später nachlesen. Das Wetter wieder blendend heute. Etwas zu schwül für meinen Geschmack, es soll später noch gewittern. Es sei hier oft so schwülwarm. Das ist bisher die einzige Kritik, die ich üben kann.
Von der Brücke komme ich wieder direkt auf den Dom zu. Rundherum stehen Originalteile, die oben an den Türmen ausgetauscht wurden. Auch die sind riesig und cool. Es lockt mich etwas ins Römisch-Germanische Museum. Kostet nicht viel und ist klimatisiert. Leider kann ich mit Koffer nicht hinein und am Bahnhof sind alle Schließfächer belegt. Auch den Dom darf ich mit Koffer nicht besuchen. Schade, dann nur von außen.
Köln in fünf Stunden ist super! Ich komme mal wieder.