Pünktlich um 10:03 Uhr sind wir auf der Insel angekommen. Damit wir nicht wieder durch die Fußgängerzone fahren müssen, biegen wir in die erste Straße ab, die den Ort umgibt. Wir machen schnell Halt beim Discounter und kaufen Wasser und Sekt, damit wir das nachher nicht schleppen müssen. Passt alles noch in den Wagen – ich scheine wirklich nicht zu viel Zeug eingepackt zu haben. Schon ein paar Minuten später kommen wir im Geusenweg an. Gerade als wir aussteigen und überlegen, was wir mitnehmen, damit wir die Zeit bis zum Nachmittag überbrücken können, kommt aus dem Nebeneingang eine sehr nette Dame. Sie säubert gerade die Nebenwohnung. Unsere Vormieter sind schon am Samstag abgereist. Wir können das Haus gleich betreten! Wie herrlich – also gleich ins Bad und die Hände gründlich waschen. Auf dem Schiff hatte ein kleiner verschnupfter Junge plötzlich Lust, in meine Richtung zu niesen und sich auf meinen Händen abzustützen, als er die Bank heruntergeklettert ist. Ich habe meine Hände zwar gleich noch an Bord gewaschen, aber man weiß ja nie. Eine Erkältung möchte ich jetzt wirklich nicht haben. Gerade gestern habe ich die passende Szene aus der „Känguruh-Offenbarung“ gehört, in der ein junger Vater die Theorie aufstellt, dass die Quelle des Virus, der die Menschheit dahinrafft, nicht etwa aus dem Urwald von irgendeiner Affenart kommt, sondern aus der Kita seines Sohnes. Und ich hatte schon lange keinen direkten Kontakt mehr mit so kleinen infektiösen Kindern….
Nach dem Auspacken und Einräumen haben wir uns auf die Terrasse gesetzt und ich habe Willy aufgepustet. Der musste dann schnell in die Garage ziehen, weil so ein starker Wind wehte. Anschließend sind wir in den Ort aufgebrochen, um für das Abendessen einzukaufen und die Glückstädter am Bahnhof abzuholen. Leider hatten wir es in den letzten Wochen nicht geschafft, uns für die Detailplanung noch einmal zu treffen. Wir hatten uns also eine Weile nicht gesehen. Es stimmte jetzt alles: Urlaubsstart, bestes Wetter, endlich alle angekommen – herrlich!
Aufgrund mangelnder Kommunikation wurde heute noch eine dritte Flasche Gin gekauft. Deshalb müssen wir wohl noch heute anfangen zu trinken. Sonst bieten zwei Wochen nicht genug Abende. Vielleicht gibt es aber auch erst einen Sekt. Das ist schließlich Tradition. Mit der Tradition des Strandbesuches am ersten Abend habe ich heute gebrochen. Ich bin zu müde und möchte dem lädierten Zeh Gesellschaft leisten. Die Wettervorhersage kündigt allerdings für die nächsten Tage noch weitere schöne Sonnenuntergänge an. Ich verpasse also nichts.
Durch die Gartenhecke besucht uns in diesem Jahr immer mal wieder ein kleines Kaninchen. Sehr süß. Es frisst den unteren Bereich der Hecke, ist ansonsten aber leider recht schreckhaft. Daran müssen wir noch arbeiten. Vielleicht haben die Vormieter es gefüttert? Könnten wir auch probieren.
Die erste Waschmaschine läuft bereits. Ein andauernder Kreislauf und eigentlich ein Graus, wenn im Urlaub keine Waschmaschine zur Verfügung steht. Dann sind die Berge nach der Rückkehr so groß, dass ihr Abbau mehrere Tage in Anspruch nimmt. In Schottland zum Beispiel kann man an der Tankstelle waschen, um eben das zu verhindern:
