In the heat of the night

Donnerstag und die Hitzewelle bleibt noch ein wenig. Für heute und Morgen wurden noch einmal Spitzentemperaturen angekündigt. Mir gefällt das nicht unbedingt, aber zumindest unser Teenager bekommt, was sie sich gewünscht hat. Sonne satt und die Möglichkeit, ärmellos bekleidet zu sein.

Ich hoffe, dass wenigstens noch etwas Wind aufkommt. Sonst ist es am Strand nicht auszuhalten und die Insekten haben freien Flug.

Aus mir unerklärlichen Gründen bin ich heute Morgen lange allein auf der Terrasse. Ich habe jedenfalls legendär schlecht geschlafen und hatte schon eine Weile gewartet, bevor ich ohne allzu schlechtes Gewissen aufgestanden bin.

Der Tag plätscherte so vor sich hin. Zu warm. Es ist nichts passiert.

Der Freitag beginnt mit einer angenehmen Brise, die ich gestern so vermisst habe und die sich heute noch zu ordentlichen Böen steigern soll.

Gestern habe ich beim Wäscheaufhängen ein Funktionsshirt von „Under Armour“ in der Hand gehabt. Es stammt nicht aus unserem Haushalt. Ich bin mir nicht nur wegen der Größe sicher, sondern auch wegen der Marke. Meine innere Reaktion war: Entsetzen. Aus irgendeinem Grund ist die Marke bei mir sehr schlecht behaftet. Auch die linksalternativ angehauchte Führerin im St.Pauli Stadion zeigte sich (unbegründet) abgeneigt von ihrem Sponsor. Aber warum? Schon im letzten Jahr musste ich meine Vorurteile in diesem Bereich beiseite räumen.

Jetzt also „Under Armour“. Die Marke wurde 1996 von einem College Footballspieler in Baltimore gegründet, weil er unzufrieden war mit der Unterwäsche seines Teams. Das hat er so gut gemacht, das „Nike“ und „Reebok“ die schnelltrocknenden Eigenschaften in eigenen Serien schnell kopiert haben und bis heute nachahmen. Dann haben einige Soldaten die Wäsche für sich entdeckt, um im Wüsteneinsatz ein angenehmeres Klima unter der Uniform zu gewährleisten. Der Name bestand aber schon vorher und hat damit nichts zu tun. Es ging dem Erfinder vielmehr um die Footballrüstung. Darüber hinaus wurden die Hemden den Soldaten schnell wieder verboten, weil sie bei Kontakt mit Flammen sehr gefährlich sind. Ich finde also keinen Grund, die Marke weiter grundsätzlich zu boykottieren. Eigentlich im Gegenteil, hat doch an dieser Stelle ein findiger Student seinen amerikanischen Traum gelebt. Was gibt es daran auszusetzen?

Also manchmal muss ich mit diesen Gedanken viel früher ansetzen. Grundloses Vermeiden und Verurteilen ist grundsätzlich kein guter Ansatz.

Später Vormittag. Der 12. Waschmaschinendurchlauf ist gerade beendet, der Trockner läuft auch. Der Erholungswert meines Urlaubs kann durchaus auch an der Möglichkeit, waschen zu können, gemessen werden. Wenn all die getragenen Kleidungsstücke auf einem Berg landen, dessen Bedrohung mit jedem Tag wächst, weil die begrenzte Zeit und Trocknungsmöglichkeiten zu Hause aus seiner Abarbeitung eine 2-Wochen-Aufgabe machen würden, belastet das ungemein und trübt die Stimmung gegen Ende des Urlaubs. Aber was schreibe ich, wir haben ja noch nicht einmal das Bergfest erreicht!

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