In unserem Borkumurlaub reihen sich viele Traditionen aneinander. Manche liebgewonnener als andere.
Für eine Teilmenge gehört Minigolf dazu. Die Kinder bestehen darauf, mindestens einen Durchlauf zu spielen. Man „spielt“ Minigolf. Das ist schon ein Hinweis auf den Coolnessfaktor dieser Aktivität.
Der regelgebende Bahnengolfverband spricht aber von einer Präzsions-, allenfalls Ballsportart. Na gut. Was ist Minigolf?
1954 wurde im schweizerischen Ascona am Lago Maggiore die erste genormte Minigolfanlage eingeweiht. Ich habe vermutet, das es eine urdeutsche Angelegenheit ist, aber weit gefehlt, denn die erste Anlage in Deutschland wurde erst ein Jahr später eröffnet.
Anders als im Golfsport ist es in der Miniversion nicht notwendig, sich möglichst auffällig und alltagsuntauglich anzuziehen. Hier reicht Freizeitkleidung, die einen ausreichenden Bewegungsfreiraum ermöglicht. Auf diese Weise wird man nicht schon auf dem Weg zum Platz ausgelacht.
Es ist mir immer wieder ein Rätsel, was an den wettergezeichneten Bahnen so spaßig sein soll. Immerhin hält man sich kaum an die Regeln. Die Bahnen werden schamlos betreten. In der Theorie werden Regelverstöße aber streng geahndet:
1. mündliche Ermahnung
2. Ermahnung
3. Ermahnung mit 1 Strafpunkt
4. Verwahnung mit 2 Strafpunkten
5. Disqualifikation mit 5 Strafpunkten
Das Gewicht (in Gramm gemessen) und die Härte (in Shore gemessen) des Balles beeinflussen Lauflänge, Banden- und Zugverhalten.
Alles Quatsch hier auf der Insel, weil es zwar unterschiedliche Bälle und Schläger gibt, die aber wahllos verteilt werden und ohnehin niemand über besondere Fähigkeiten verfügt. Hier ist alles Zufall oder Schönreden.
Im Coolness-Ranking rangiert der Minigolfsport ganz weit unten. Da gibt es gar kein Schönreden.