Allora

Endlich wieder Urlaub!

Wenn auch nur kurz. Aber dafür Roma!

Weil ich so schlecht vorausgedacht habe, muss ich vor dem Start noch arbeiten, denn der Quartalsabschluss muss über die Bühne gebracht werden. Also saß ich um 05:30 Uhr im Büro und habe gerechnet. Um 11:00 Uhr ging es dann aber los Richtung Flughafen. Vom Hafen aus bin ich noch nie zum Flughafen gefahren. Und viele Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch zum Helmut Schmidt Airport. Ein Pärchen sitzt mir fünf Stationen gegenüber, dann verlassen sie den Zug und in Ohlsdorf steigen sie wieder in meine Bahn: Wir müssen alle drei schmunzeln und wünschen uns eine gute Reise.

Am Flughafen bin ich wie gewohnt rechtzeitig, aber trotzdem nur die zweite. Das ist ja schon mal eine schöne Überraschung.

Wir fliegen mit Lufthansa und ich muss sagen, soweit der Komfort von der Airline beeinflussbar ist, gibt es nichts zu beanstanden. Einwandfreier Service. Es gibt gratis einen Becher Sekt und ab Frankfurt sogar ein Butterbrot. An Bord sind jeweils nette und blöde Leute. Neben mir nimmt eine nette Dame mittleren Alters Platz. Sie ist gestresst und außer Atem, weil ihr gebuchter Flug ohne sie abgehoben ist und dieser nur ein alternativer, den sie so gerade eben noch erreichen konnte. Sie stellt mir einige Fragen, die ich nur teilweise verlässlich beantworten kann:

Wann genau landen wir in Rom?

Landen wir am Fiumicino?

An welchem Terminal?

Darf sie vor dem Start die Toilette benutzen?

Sie kommt aus Birmingham. Woher sie stammt, vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht ein Dialekt, aber ihr Englisch klingt gebrochen. Jedenfalls wird sie in Rom von ihren Schwestern erwartet und abgeholt. Dann geht es ab ins Kloster und am Sonntag ist Katholizismus total angesagt: Gottesdienst im Petersdom. Ansonsten viel beten, das sei ihre Sache nicht. Warum, verstehe ich nicht genau. Sie hat offenbar nur Redebedarf, meine Nachfragen bleiben unbeantwortet.

Beide Flüge werden übrigens überwiegend von männlichem Personal begleitet. Eine schön anzusehende Abwechslung.

In Rom angekommen, müssen wir eine kleine Weile auf die Koffer warten. Die „ETA“ des Gepäcks wird dreimal verschoben. Aber am Ende ist alles da!

In die Stadt fahren wir nach einigem Hin und Her mit dem Bus. Zwei von uns ergattern den Heinz-Schenk-Gedächtnisplatz direkt hinter dem Fahrer und wir haben somit die beste Aussicht. Herrlich – in der Stadt erkennen wir auch gleich die Straße, die direkt zum Kolosseum führt. Wir waren zwar schon einmal hier, aber das ist wohl doch dem Bond-Film Spectre zuzuschreiben. Schließlich fährt Herr Bond diese Straße auch entlang in der ersten Rom-Sequenz.

Vom Termini gehen wir zu Fuß zum Hotel. Den Weg weist uns dann doch der Papierplan. Das Handy scheint irgendwie unzuverlässig. Wobei ich mich nicht so sehr aus dem Fenster lehnen möchte, denn die Gruppe befand sich währenddessen in einer Art Storming-Phase.

Aber wir kommen an im Bailey’s Hotel. Eigentümlicher Name für ein Hotel mitten in Rom. Es ist aber sehr schön! In einem sanierten Altbau mit viel Stuck und irgendwie mediterranen, leicht mondänen Möbeln. Im Bad wurde viel Marmor verbaut. Das macht auf mich immer einen etwas dekadenten Eindruck. Der wird aber abgemildert durch den Vintage-Charme, der sich durch das gesamte Haus zieht. Ich mag das sehr. Das schafft kein deutsches Hotel. Leider bleibe ich nur zwei Nächte. Der Concierge ist ein sehr netter junger Italiener, der sehr gut Englisch spricht. Nicht wie der „Italiener auf Malta“.

Er empfiehlt uns ein Restaurant, in dem die Römer essen. Das ist ja immer gut. Leider schließt dort die Küche um 23:00 Uhr. Zu früh für uns. Aber schon ein paar Meter weiter sorgen wir bei Franco noch für etwas Umsatz und essen dreierlei Bruschetta und Pizza Margherita. Sehr sehr lecker und überaus günstig. Den Negroni hätte ich mir allerdings verkneifen sollen. Ich bin hinterher total rot, was niemandem verborgen bleibt und sogleich kommentiert wird. Das ist ja doch etwas unangenehm.

Die Dusche am Morgen war ein Traum! Unerwarteter Wasserdruck massiert mir den Schlafmangel weg. So kann der Tag starten!

Das Frühstücksbuffet ist hervorragend. Der Tag kann kommen!

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