Gin Kiss vor dem vierten Advent

Am gestrigen Samstagabend haben wir das winterliche Gin Kiss Konzert genossen. Dafür, dass wir bereits im vergangenen August von diesem Termin erfahren hatten, waren wir leider sehr schlecht vorbereitet. Zunächst gab es zwei Konzerte an zwei aufeinanderfolgenden Tagen: Freitag und Samstag. Das war aufgrund der riesigen Nachfrage sicher eine sehr gute Planung, denn die Meldung: „Ausverkauft!“ erreichte mich schon wenige Tage nach dem offiziellen Start des Ticketverkaufs.

An die Kommunikation im Rahmen des Vorverkaufsstarts kann ich mich nicht mehr erinnern, aber in meinem Kalender war eine entsprechende Eintragung am 21.12. zu finden. Am Freitagnachmittag offenbarte sich allerdings, dass wir eigentlich schon zum ersten Konzert erwartet würden. Glücklicherweise konnte aufgrund unseres VIP-Status noch umdisponiert werden. Wir durften auch am Samstagabend dabei sein. Eine entlarvende Begrüßung durch den Frontsänger war aber nicht mehr zu verhindern.

Dass wir den männlichen Star schon direkt am Einlass getroffen haben, war sicher auch der ungewohnten Location geschuldet. Die wir erst im zweiten Anlauf angesteuert haben. Wir hatten übersehen, dass die Winterkonzerte nicht im alten Kino stattfanden, sondern im Ratskeller. Die kurze Internetrecherche ergab keine Treffer, so dass wir jeweils zwei Band- und Familienmitglieder telefonisch kontaktieren mussten. Aber beide Standorte befinden sich nur wenige Meter voneinander entfernt. Dieser Fehler war schnell wieder ausgebügelt.

Der Ratskeller ist deutlich kleiner als das alte Kino. Und das Publikum saß an Tischen und wurde dort bedient. Dieser Wohnzimmercharakter war ganz charmant, auch wenn mir die große Bühne irgendwie gefehlt hat. Jedenfalls haben sich die Anwesenden gut benommen und allzu laute Geräusche an den Tischen vermieden. Leider neigen Menschen an Tischen dennoch dazu, den Rahmen zu vergessen und sich während der Darbietung zu unterhalten. Aber da in einem Publikum stets alle Klischees vertreten sind, haben wieder andere mit einem energischen „Pssss“ dem sofort Einhalt geboten. Danke dafür!

Wir waren also einen Tag zu spät und standen vor dem falschen Veranstaltungsort. Die dritte Fehlleistung, zumindest meinerseits, war die Erwartungshaltung dem Programm gegenüber. Ich habe aus verschiedenen Gründen (frühere Überlegungen zur Songauswahl, Anprobe eines rotweißen Kleides, Konzertdatum) mit einem weihnachtlichen Schwerpunkt gerechnet. Aber auf das erste Weihnachtslied musste ich bis zur zweiten Hälfte warten. Das war allerdings, wie schon die beiden ersten Pannen, gar nicht schlimm.

Die Künstler waren in Bestform!

Die Percussions inzwischen aufgerüstet und gleich zu Beginn mit einer schmissigen Soloeinlage!

Der Kontrabass wie gewohnt herrlich ergreifend. An dieser Stelle wünsche ich mir in Zukunft noch öfter den Einsatz des Bogens. Der Klang der Saiten allein begeistert mich schon, aber wenn der Bogen ihnen Töne entlockt, ist der Genuss noch größer!

Der Pianist ist sowieso über jeden Zweifel erhaben!

Die beiden Sänger legen mit jedem Konzert noch eine Schippe drauf. Nicht nur, dass der ständige Wechsel zwischen Englisch und Französisch von beiden glänzend gemeistert wird. Beide sind auch gesanglich sehr stark! Eine Freude zuzuhören!

Überhaupt kann ich mich in den gesungenen und gesprochenen Worten verlieren. Wann hört man schon etwas wie formidabel, Finesse oder parapluie?

In diesem Sinne – fürdahin – einen schönen vierten Advent!

Hinterlasse einen Kommentar