Løkken

Heute startete der Winterurlaub! Im hohen Norden Dänemarks kurz vor Skagen.

Das Auto wird um 07:50 Uhr gezündet. Zunächst geht die Fahrt Richtung Süden zum McDonalds, um dort ein Drive-In-Frühstück zu kaufen und im Auto zu verzehren. Wir sind leider nur zu zweit unterwegs, weil der Dritte arbeiten muss während der werktäglichen Rauhnächte. Und das Frühstück im Auto ist ein Zugeständnis. Sowas gibt es sonst nicht. Brauche ich auch nicht wieder, das überzeugt mich nicht. Weder der Geschmack noch das Essen während der Fahrt. Wir treffen auf die beiden weiteren Wagen der Urlaubskolonne an der Raststätte Holmmoor. Vorbeigefahren bin ich dort schon unzählige Male, angehalten habe ich noch nie. Aber es ist lediglich eine Raststätte. Sieht aus wie überall. Ich parke auf dem PKW-Parkplatz, die anderen auf dem LKW-Gelände. Also erst nur eine WhatsApp-Begrüßung. Dann doch noch ein kurzer Halt, einige Umarmungen und dann geht geht es endlich los!

Kurz vor dem Grenzübergang fahren wir ab, um in einem kleinen Örtchen günstig zu tanken. Ein wenig fragen wir uns ja schon, ob die Kilometer fernab der Autobahn die Ersparnis nicht wieder wettmachen. Aber wir überqueren dort auch die Grenze. Ein niedlicher kleiner Grenzposten. Später lerne ich, dass das auch kein Zufall war, sondern das Ergebnis einer vorbereiteten Recherche. Auf der Autobahn gibt es nämlich einen ansehnlichen Stau vor der Grenze, den wir auf diese Weise einfach umgehen! Herrlich, wenn man einfach nur hinterher fahren muss. Als letzter in der Reihe muss man allerdings auch immer aufpassen, dass die Führung nicht davonfährt. In Dänemark aber fährt es sich ja sehr entspannt. Ob das auf deutschen Autobahnen wohl auch so schön wäre mit einem Tempolimit? Dann nur her damit!

Nach rund 100 Kilometern reißt uns ein Druckluftalarm aus der angenehmen Ruhe. Ätzend. Also eine Rundnachricht schicken und an der nächsten Tankstelle Luft nachfüllen. Die Nachricht wird nur von einem Fahrzeug gelesen. Die Führung musste wegen Navi-Problemen auf ein Mobilgerät umschwenken, verbraucht die mobilen Gigabytes und bekommt davon gar nichts mit. Mit vier Händen und zwei Kompressoren, die beide ziemlich schwächeln und kaum einen Reifen schaffen, können wir das Problem aber beheben. Sogar die elektronische Speicherung der neuen Werte klappt einwandfrei.

Der nächste, geplante Stopp ist, auf meinen besonderen Wunsch hin, das Fjordenhus in Vejle.

Das liegt direkt auf dem Weg. Nur kurz von der Autobahn abfahren, durch den Ort zum Hafen, wo das ikonische Bauwerk als Fusion von Kunst und Architektur schon aus vielen Metern entfernt zu sehen ist. Großartig. Entdeckt haben wir dieses Juwel durch ein Netflix-Künstler-Portrait über Olafur Eliasson. Ein isländisch-dänischer Künstler und dies ist sein erstes architektonisches Werk. Ein Gebäude, dass zwischen dem ständigen Wandel durch Wasser und Stadt vermitteln soll. Halböffentlich ist es außerdem. Zumindest kann man im äußeren Bereich herumlaufen und sich alles ansehen. Gefällt mir sehr. Ansonsten ist es japanisch. Parken direkt davor, aussteigen, Bilder knipsen und weiter geht’s. Es ist nämlich empfindlich kalt hier und recht windig. Hat sich aber gelohnt!

Der Rest der Fahrt verläuft ohne weitere Vorkommnisse. Meine Beifahrerin schläft ein wenig, obwohl das Nackenkissen leider nicht so bequem ist, wie es sollte.

Das Örtchen Løkken ist überaus entzückend! Klein und sehr skandinavisch. Gleich kommt bestimmt Lotta aus der Krachmacherstraße um die Hausecke!

Unsere Wohnung liegt quasi direkt am Strand, wir können die Deichdüne jedenfalls vom Fenster aus sehen! Die Zimmer sind schnell verteilt und dann werden schon die Betten bezogen. Ich bin allein im Zimmer, einer fehlt ja. Da kann ich wenigstens in Ruhe vor mich hin husten. Meine Erkältung ist noch nicht überstanden. Das muss das Reizklima ab Morgen erledigen.

Wir sind acht Personen und auch uneingespielt übernimmt jeder schnell eine Rolle. Klischeehaft natürlich: Frauen haushaltslastig (Lebensmittel und Wäsche) Männer technisch (WLAN und Heizung, die zunächst nicht funktioniert). Aber wie Karlsson vom Dach es so schön beschreibt: „Das stört keinen großen Geist!“ Die Teenager kochen Spaghetti und es schmeckt herrlich nach Urlaub!

Nach dem Essen ist alles so, wie es sein soll: Netflix läuft wie zu Hause, die Heizung ist kuschelig warm und das Wetter lässt noch einen Strandspaziergang im Dunkeln zu!

Schon zwei Tüten des mitgebrachten Salzgebäcks sind leer. Die Menge ist durchaus sportlich, die Tütenzahl zweistellig. Ich bin gespannt, ob wir es wirklich schaffen.

Ich freue mich auf Morgen!

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