Ich bin erst um 4 Uhr und dann wieder um halb 7 aufgewacht. Das Bad war frei und ich habe erstmal geduscht. Die Dusche ist ok. Etwas ungemütlich und funzelig, weil ein Leuchtkörper defekt ist. Das wird aber heute wohl noch geregelt werden. Es sind ja zwei Handymen dabei. Auch die Lampe am Esstisch hat noch vor dem Frühstück den Dienst quittiert. Die ist allerdings unrettbar, der Trafo soll Schuld sein. Während ich mich mit dieser Tatsache einfach abfinden würde, nehmen die beiden Männer das gleich mal genauer unter die Lupe. Aber defekt ist defekt. Vorerst. Dafür ist ein passender Leuchtkörper für das Bad dabei. Nach dem Austausch bekommt es nun die Note 4+.
Das Frühstück ist reichhaltig. Es gibt von allem mehr als genug. Mal sehen, an welcher Stelle die Kalkulation stimmig ist und was sich als Ladenhüter herausstellen wird. Eier wohl eher nicht. Nach meinen Informationen wurden 60 Stück eingeführt. Aber schon beim ersten Frühstück wurden 10 vertilgt. Die werden wohl nicht übrig bleiben.
Sektflaschen haben wir 13 Stück. Hier bin ich schon skeptischer. Die Schlagzahl muss erhöht werden.
Gegen 11 Uhr jedenfalls setzen wir uns in Bewegung Richtung Strand. Gar nicht so einfach, 8 Menschen gleichzeitig aufbrechen zu lassen. Zum Strand sind es höchstens 100 Meter. Einmal die Düne rauf und gleich wieder runter. So nah habe ich selten gewohnt. Am Strand wäre ein Familienhund bestimmt richtig böse, weil es so schwer ist, die Herde zusammenzuhalten. Auf jeden Fall müsste er viele Meter hin und her rennen, um sicher sein zu können, das niemand verloren geht. Es gibt schnelle Vorprescher und langsame Fotografen. Aber wir sind ja im Urlaub und haben Zeit genug.
Am Strand laufen wir mit Rückensturm, das ist sehr angenehm. Der Rückweg soll aus diesem Grund durch die etwas windgeschütztere Innenstadt führen und am Supermarkt enden. Wir brauchen noch ein paar Dinge. Im Laden ist die Herde sogleich verstreut und sammelt fleißig verschiedenes ein. Kurz vor den Kassen wird es wieder kompliziert, weil sich die Geldfrage stellt. Bis auf den Lachs und zwei Putzmittel darf ich bezahlen. Aber später müsse unbedingt abgerechnet werden. Ja, ja. Ich werfe ein, dass auch bei den mitgebrachten Dingen ein eklatantes Ungleichgewicht zwischen Wasser und Champagner oder Butter und Delikatessen besteht. Erfolglos. Abgerechnet wird zum Schluss.
Zurück zu Hause wird relaxt. Ich lese ein wenig über einen blutrünstigen Mord auf Island. Aber irgendwann werde ich doch immer wieder abgelenkt. Nicht zuletzt vom „herrlichen Frikadellendunst“ (wieder muss ich an Karlsson vom Dach denken). Es gibt Frikadellen, Kartoffeln, Brokkoli, Möhren und sogar eine selbstgemachte „Brun Sovs“. Sehr nordisch und lecker!
Die Minderjährigen sind alle recht erschlagen, das muss der Schlafmangel sein, die wurden ja so früh geweckt. Heute kommt wohl keine Partystimmung mehr auf. Es werden noch Spiele gespielt und einige sitzen vor dem Fernseher. Ich lese weiter.
Zum Essen gibt es Sekt und eine zweite Flasche liegt im Tiefkühler bereit. Auch die Chipstüten werden weniger. Immer noch zweistellig, aber es geht voran. Schon interessant, was mit 8 Personen verbraucht werden kann.
Und plötzlich funktioniert auch die Esstischlampe wieder! Es wird gemutmaßt, dass sich die Illumination den Stromkreis mit der Kaffeemaschine teilt und weil diese gerade nicht läuft, haben wir alle Lampen an! Der entfernte Leuchtkörper kann auch ersetzt werden, weil sich noch eine Ersatzteilschublade aufgetan hat.
Zur Prime Time müssen wir uns noch auf einen Film einigen. Das ist recht schwierig. Schon meine Vorauswahl aus der heimischen Vielfalt war nicht ohne: Viele Ver- und Gebote. Es müssen ja Geschmäcker von seichten Gewässern wie Rosamunde Pilcher über Science Fiction bis hin zu roher Action mit Witz (Tarantino…) unter einen Hut gebracht werden. So stößt auch zunächst kein Film auf einhellige Begeisterung. Vielleicht doch etwas von Netflix?
Ich werde den Tagesbericht jetzt vorher beenden. Wer weiß, was nachher noch geht? Es wartet ja noch eine Flasche Sekt…