Montag

Nachdem wir gestern noch bis 23 Uhr vor dem Fernseher die Bourne-Tetralogie angefangen haben, war heute Morgen um 07:15 Uhr noch Ruhe. Schnell das freie Bad nutzen und dann eine Etage höher in die Küche. Da ist dann auch schon Leben. Heute bin ich leider etwas angeschlagener als gestern. Die Luft im Schlafzimmer ist zu trocken, weil die Fußbodenheizung läuft. Muss ich heute Abend mal ausschalten und dann das Fenster öffnen. Es ist hier allerdings so windig, dass ich befürchte, mein Rollo wird die ganze Nacht flattern und dabei Geräusche verursachen. Und ich muss es herunterlassen, denn mein Zimmer zeigt zur Straße und die Straßenbeleuchtung ist recht hell. Wenn das Fenster Licht durchlässt, zwinkert mich ein Ryan Reynolds-Look-a-like an, der auf der gegenüberliegenden Seite für Herrenbekleidung wirbt. Das verunsichert mich wie die Bilder, bei denen man das Gefühl hat, dass die Augen des Portraitierten dem Betrachter folgen, egal, wohin man sich bewegt.

Nach dem Frühstück lockt uns erst einmal der örtliche Einzelhandel mit Rabatten und Angeboten in den Ort. Wir kaufen auch einige Design-Artikel zum reduzierten Preis. Herrlich, das gehört doch zu jedem gelungenen Urlaub dazu!

Nach dem ersten Rundgang machen wir einen Ausflug. Zuerst geht es nach Lønstrup. Das ist ein kleiner Ort an der Küste Richtung Skagen. Die volljährigen Damen gehen bummeln in den örtlichen Galerien und Lädchen. Die anderen gehen an den Strand. Der Bummel ist trotz des ungemütlichen Wetters ganz schön. Die Lädchen entzückend und 4 von 6 haben geöffnet. Es ist ja wirklich keine Hochsaison hier.

Anschließend fahren wir weiter nach Hirtshals. Dort gibt es ein Ozeanarium und wieder Ort und Strand. In das Museum wollen eigentlich nicht alle, denn eine Teilmenge war schon einmal dort. Unterwegs hat es aber angefangen zu regnen. Quasi Gischt: Feiner Sprühregen von allen Seiten wegen des Windes.

Schon die Fahrt hierher ist aufgrund der Wetterlage erschreckend düster. Bereits um 13:30 Uhr dämmert es, ach eigentlich ist es gar nicht richtig hell geworden heute. Der 57. Breitengrad macht sich bemerkbar, auf ihm liegen auch Kamtschatka und Teile von Alaska. Immerhin. Hamburg bringt es nur auf 53 Grad nördlicher Breite.

Im Foyer des Museums schreckt aber der Eintrittspreis alle ab und wir gehen schon wieder Richtung Parkplatz, als sich doch noch eine Splittergruppe für den Besuch des Ozeanarium findet: Das Bummeltrio! Der Rest fährt wieder nach Hause.

Wir drei also hinein. Saftige Preise, aber jede Krone wert. Ein feines kleines Aquarium mit viel kinderfreundlicher Aufbereitung, die auch für uns ganz ansprechend ist.

Das Highlight hier ist der Mondfisch, der auch der Auslöser für den Besuch war.

Wissenschaftlich: Mola Mola – bringt es das Mitglied der Familie der Barschverwandten auf ein Gewicht von rund zwei Tonnen und dümpelt gern an der Wasseroberfläche herum. Sympathischer Bursche. Hübsch ist er aber nicht. Seine schiere Größe und seine majestätischen Bewegungen sind allerdings recht beeindruckend. Und sein Gesicht ist ganz süß, denn er hat einen lippenlosen Kussmund. Wir sehen ihm jedenfalls eine ganze Weile gern zu.

Schön, dass wir hier waren.

Für den Weg zurück bemühen wir das Navigationsgerät. Tatsächlich ist Dänemark enthalten, nur aussprechen kann die Dame nichts, auch die mündliche Zieleingabe steht nicht zur Verfügung. Sie stottert uns aber sonst einwandfrei zurück. In Løkken halten wir noch im „Super Brugsen“. Ich kaufe vermeintlich Milch, später wird sich herausstellen, dass es Dickmilch ist. Ich muss also noch einmal raus und echte Milch kaufen.

Am späteren Abend gibt es in liegelandschaftlicher Eintracht noch Bourne, Teil 2. In Ralf Königs Welt hieße es: „Ruck Zuck ist die Fresse dick!“ Aber nicht in Robert Ludlums Welt, denn Bourne kann so einiges wegstecken und sieht auch nach Verfolgungsjagden, Prügeleien und dergleichen noch recht unversehrt aus. Jedenfalls im Gesicht. Es ist Winter im Film und der geschundene Leib wird von vielen Lagen dunkler Kleidung bedeckt.

Heute wurden nur eine Flasche Rotwein geleert und drei Tüten Chips. Die Ruhe vor dem Sylvestertag.

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