Sunday

Nach sechs Stunden Schlaf wache ich auf und schlafe zwar noch einmal kurz ein, bin aber eigentlich wach. Um sechs Uhr gehe ich duschen. Die Dusche ist in Ordnung. Der Wasserdruck ist mittelstark, könnte aber wohl auch schlechter sein. Jedenfalls bin ich danach erfrischt und der Tag kann kommen. Auch der Teenager wacht um sieben auf. Wir ziehen uns an und spazieren zum „Hollywood Cafe“. Der Name rechtfertigt sich durch die Bilder an den Wänden: Lauter Stars der alten Schule. Vor dem Lokal stehen wir in einer Schlange und warten, bis ein Tisch frei wird. Das ist für uns ok , zumal wir die Zweiten in der Schlange sind. Für die draußen Essenden ist das vielleicht blöd. Weil wir als Zeitvertreib eine Karte bekommen haben, um uns etwas auszusuchen. Und jeden Teller, der vorbeigetragen wird, gucken wir uns an und lassen das in die Auswahl mit einfließen. Aber die Betreiber wollen es wohl so. Die Schlange ist schließlich so arrangiert. Wir essen:

Marilyn Monroe – French Toast mit Obst

Vivien Leigh – Croissant mit Rührei, Bacon und Obst

Meat Lovers Omelett – Omelett mit Wurst, Schinken und Bacon, nebst Toast und Kartoffelrösti

Außerdem für alle – ein Pancake mit Ahornsirup

Es schmeckt alles prima. Auch die Eisteeflatrate war eine gute Idee. Der Eistee ist traditionell zubereitet und von sich aus ohne Zucker. Kaum ist das Glas nahezu leer, wird sogleich nachgeschenkt. Das war schon mal ein prima Start!

Die Restrooms sind durch einen separaten Gebäudeeingang zu erreichen. Wir bekommen einen kleinen Zettel mit dem Zugangscode. In dem Gebäude sieht es spannend aus. Wie hinter den Kulissen der Truman Show.

Nach dem Frühstück laufen wir zur Fisherman‘s Wharf. Der berühmten Pier- bzw. Promenadenanlage am Wasser. Es ist gleich um die Ecke. Wir haben einen tollen Blick auf die Alcatraz Insel. Insgesamt macht die Gegend einen leicht heruntergekommenen Eindruck. Aber dennoch charmant. Pier 39, wo die Seehunde einen Anleger mit acht Pontons seit dem letzten großen Erdbeben von 1989 erobert haben, ist unser Ziel. Weil sie immer zahlreicher kamen, hat man ihnen den Anleger überlassen. Für uns Touristen ist es jetzt ein echtes Vergnügen, ihnen beim schlafen, rufen und spielen zuzusehen. Die übrige Pieranlage ist wie ein kleines Einkaufszentrum gestaltet. Lauter kleine überwiegend geschmackvolle Lädchen befinden sich dort. Zum Beispiel ein ganzjähriger Weihnachtsdekoladen. Wir kaufen uns so viele Souvenirs, dass wir beschließen, die Taschen ins Hotel zu bringen und erst anschließend weiterzuziehen. Auf dem Weg zum Hotel besuchen wir einen Trader Joe‘s Market. Das ist genau unser Ding. Tolle Öko-Produkte in sehr ansprechendem Ambiente. Auch dort sammeln wir noch ein paar Souvenirs ein.

Als nächstes steht eine Busrundfahrt auf dem Programm. Wir erwerben Karten für zwei Tage und alle Linien (3), inklusive einer Nachtfahrt und dem Eintritt für Madame Tussauds.

Die Openair-Fahrt ist recht frisch. Viel Wind und Temperaturen um die 14 Grad. Aber wir haben eine Kapuze und auch eine Decke. Es geht schon. Es gibt schließlich viel zu sehen in San Francisco. Man hört oft, dass die Stadt eher europäisch sei als amerikanisch. Ich finde aber, sie ist eine Mischung und hat von beidem viel. Die historischen Häuser sind wirklich entzückend. Fast alle stehen auf sehr unebenem Gelände. Das allein verleiht ihnen einen unwiderstehlichen Charakter. Ich kann mich kaum sattsehen. Unser erster Hop off Stopp ist am Alamo Square. Auf einer Anhöhe befindet sich ein kleiner Park, auf dessen Gipfel sich ein wunderschöner Blick auf die Stadt und auf die letzten der dort gelegenen historischen bunten Wohngebäude bietet. Die sogenannten Painted Ladies. Wirklich schön.

Zurück zum Bus fahren wir Richtung Golden Gate Bridge. Vor der Brücke fahren wir durch den Robin Williams Tunnel. Er hat hier lange gelebt und ist immer wieder in die Stadt zurück gekommen. Er war ja ein ganz großer. Ich muss mal wieder einen seiner Filme anschauen. Nach dem Tunnel geht es auf die Brücke. Ohne Dach ist es in jeder Beziehung ein cooles Erlebnis. Da das Wetter gerade nicht so sehr sonnig ist, entscheiden wir, erst Morgen auf der anderen Seite auszusteigen. Der Blick auf die Brücke und die Stadt ist aber auch mit grauem Himmel atemberaubend. Uns zeigt sich die Fog City bisher nebelfrei. Liegt vielleicht an der Jahreszeit. Aber wir können alles prima sehen.

Der Audioguide gibt immer wieder Hinweise auf Hollywoodfilme, die auch in San Francisco vielfach gedreht wurden. Der Staat Kalifornien ist der wirtschaftlich stärkste in den USA. Und die Unterhaltungsindustrie steht dabei angeblich immer noch an erster Stelle. Bemerkenswert, dass sich der Betrieb neben allem, was aus dem Silicon Valley kommt, noch so behaupten kann. Aus meinem Leben sind allerdings beide Zweige nicht wegzudenken.

Zweiter Hop off Stopp ist die Lombard Street. Die Straße, die an einem Ende ein Gefälle von 27 Grad hat. Um das etwas zu entschärfen, wurde an der extremsten Stelle eine achtkurvige Serpentine angelegt. Hier schleichen die Autos ganz langsam herunter. Die Fußgänger haben einen eigenen Weg mit Treppenabschnitten. Rechts und links stehen hübsche alte Häuser, deren Wert wahrscheinlich unermesslich ist. Es ist auch gar nicht überlaufen hier. Wir können ganz entspannt herunterlaufen und Fotos machen. Wieder unten angekommen, laufen wir Richtung Hotel. Auf dem Weg besuchen wir eine Starbucksfiliale. Die ist ganz schön schrabbelig. Da müsste dringend mal was gemacht werden. Aber die Getränke sind lecker.

Nachdem wir uns im Hotel wieder frisch gemacht haben, gehen wir zu Madame Tussauds. Es ist wie immer ganz nett, aber ein recht kurzes Vergnügen. Dem Teenager fehlen viele Prominente. Die meisten sind schon alt und ihr kaum bekannt. 15 Minuten und wir haben alles gesehen. Dafür gab es überhaupt keine Schlange und auch keinen Trump. Der Resolute Desk war einfach leer und Herr Obama stand davor. Toll!

Nach dem Kabinett wollen wir uns unser Abendessen besorgen. Fastfood soll es sein, von Krispy Chicken. Als Beilage gibt es mac and cheese. Das wählen die Mädchen. Im Hotel stellt sich leider heraus, dass die orangefarbene Lumumpe leider ekelhaft ist. Wir waren aber nicht ausgehungert, es ist also nicht so tragisch. Morgen gibt es wieder was Neues.

Jetzt sind wir wieder müde und gehen schlafen. Bis Morgen.

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