Der erste, der aufwacht, geht eine Runde im Pool schwimmen. Der Pool liegt zwischen Hotelgebäude und vierspuriger Straße. Man hört also das Autorauschen am Pool. Aber er ist beheizt und nicht sehr frequentiert.
Um halb zehn sind wir frühstücksbereit und schlendern zur Mall, weil uns das Hotelfrühstück nicht so sehr reizt. Leider beginnt der Foodbereich seinen Betrieb erst um zehn. Wir müssen also etwas warten. Aber die Sonne scheint und es läuft loungeartige Musik, also ist das kein Problem. Wir essen dann sehr kalifornisch gesund: Açai-Bowl, Typ Erdbeer-Banane mit Müsli. Ich musste erst einmal fragen, wie man das ausspricht. Und dann lernen, dass es sich dabei um ein Fruchtpüree handelt. Ist nicht wirklich mein Fall, Obst esse ich lieber unbehandelt, Banane erst recht. Aber eine joghurtartige Grundlage gibt es hier nicht. Das wäre dann wohl eher Greek Style und nicht Cal Style. „Cal“ habe ich in Deutschland immer für eine ganz schlimme Abkürzung gehalten. Etwas sei „so cal“. Aber das ist hier eine durchaus gebräuchliche Fomulierung.
Nach dem Frühstück lassen wir den Wagen vorfahren und machen uns auf in Richtung Hollywood Hills. Wir wollen zum Griffith Observatory und von dort einen Blick auf die Stadt einerseits und den Hollywoodschriftzug andererseits werfen. Die Entfernung beträgt 30 Meilen und soll 1,5 Stunden dauern. Von einem Ende der Stadt zum anderen. Und es dauert wirklich eine Weile. Aber der Freeway führt mitten durch die Stadt und wir haben dadurch auch einen ersten Blick auf die Wolkenkratzer in Downtown. Die Stadt scheint im Wesentlichen aus Straßen zu bestehen. Jedenfalls erstreckt sich das Geflecht der meist zehnspurigen Straßen über das gesamte Stadtgebiet. An Kreuzungen oft zwei- bis vierstöckig. Und immer sind die Spuren voll. Ein nicht enden wollender Strom an Autos. Die Staus sind zahlreich, allerdings rollen wir stets und kommen eigentlich nie zum Stehen.
Irgendwann kommen wir am anderen Ende der Stadt an. Der kostenfreie Parkplatz befindet sich unten am Hügel, ein kostenpflichtiger wohl direkt am Gipfel. Weil wir keine Amerikaner sind, liegt vor uns noch ein 1000m langer „Aufstieg“. Ganz gemäßigt eben die Straße rauf. Und oben werden wir belohnt mit einem sagenhaften Blick über die Stadt. Etwas diesig, aber man kann alle Umrisse erkennen. Die Fotos sind natürlich nicht so gut, aber wir sind ja auch zum Gucken hier. Den Hollywoodschriftzug kann man aber prima sehen mit der Sonne im Rücken.
Cathy’s Corner, den Aussichtspunkt aus LaLaLand, oder ModernFamily (Phil und Pepper hatten dort ihre Aussprache), besuchen wir nicht mehr. Er ist rund 3km entfernt und im Gelände leben Klapperschlangen.
Also steigen wir wieder hinab und fahren nach Pasadena zur CalTech Universität, der Wirkungsstätte von Sheldon Cooper und seinen Freunden. Der Uni Campus ist leider unspektakulär. Nicht sonderlich hübsch und nüchtern präsentiert. Auch der Bookstore/Shop ist etwas ernüchternd. Jegliche Big Bang Devotionalien sind aus den Regalen verschwunden. Die Serie läuft ja nicht mehr. Schade, also machen wir uns wieder auf den Rückweg Richtung Santa Monica. Wir machen einen kleinen Umweg durch die angrenzende Wohngegend, weil es hier aussieht wie in Dunphys Nachbarschaft.
Der Rückweg verläuft recht zügig. Wir brauchen nur eine knappe Stunde. Kurz vor dem Hotel fällt uns wieder die Warnanzeige für den kommenden Sonntag auf. Es findet der L.A. Marathon statt und es ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Wir müssen dringend herausfinden, ob wir ungehindert zum Flughafen kommen, denn am Sonntag müssen wir das Auto wieder abgeben. Zieleinlauf soll direkt hier an der Ocean Avenue sein….
Zurück im Hotel benutze ich erst einmal die Münzwaschmaschine bei uns auf dem Flur. Die Maschinen wollen mit Vierteldollarmünzen gefüttert werden. Für Waschmittel und Waschmaschine habe ich gerade genug. Für den Trockner muss ich noch einmal schnell auf die Pier in die Arcade (in der Jeff aus „Chuck“ seine großen Erfolge gefeiert hat) und zwei Dollarnoten in Vierteldollarmünzen tauschen. Als ich zurückkomme, ist die Wäsche auch schon fertig. Das Programm läuft nur 30 Minuten. Der Trockner braucht 1,5 Stunden, die wir für einen Spaziergang am Strand nutzen.
Unseren Abend verbringen wir im Kino. Wir schauen „Onward“, ein Animationsfilm. Obwohl der erst gestern angelaufen ist, sind nur wenige Plätze besetzt. Vielleicht liegt es am Preis. Der Eintritt ist deutlich teurer als wir es gewohnt sind. Der Film ist aber ganz prima. Und nun sind wir alle wieder müde….