Wednesday

Nachtrag vom Tuesday:

Während der Studio Tour haben wir auch eine Halle besucht, in der alle im Besitz von Warner befindlichen Batmanfahrzeuge ausgestellt sind. Die sind ganz schön groß! Der „Tumbler“ von Christian Bale alias Master Wayne soll eine Mischung aus Lamborghini und Hummer sein. Nur viel größer. Die Reifen haben Treckergröße und sind eine Spezialanfertigung. Das ganze Fahrzeug ist fahrtüchtig und hat rund 1,4 mio. € gekostet. Es gibt zwei Exemplare. Fahren dürfen diese Monster nur Stuntdoubles. Die Schauspieler setzen sich nur kurz rein und sehen gut aus. Einem Darsteller wurde es vor vielen Jahren mal erlaubt, selbst zu fahren. Er hat das Fahrzeug dann in die Dekoration gesteuert. Der Schaden war so groß, dass man seit dem immer auf Profis zurückgreift.

Mit der Metro sind wir auf halbem Wege nach Downtown immer am Shrine Auditorium vorbei gefahren. Ich musste kurz überlegen, woher ich das kenne. Aber dann fiel mir ein, dass die Veranstaltungshalle schon einige Male für die Oscarverleihung genutzt wurde. Dann wollte ich wissen, warum sie so heißt. Die Shriners sind die amerikanischen Freimaurer. Über die Freimaurer weiß ich nicht viel. Diese Vereinigung kam mir wegen der Geheimhaltungsregeln immer etwas mysteriös vor. Mein Ausbilder war Freimaurer. Es sind wohl Menschen, die Gutes tun wollen. Und die Geheimhaltung ihrer Rituale und Feste ist in der Absicht begründet, den Mitgliedern einen Raum völliger Meinungsfreiheit und Verschwiegenheit nach außen zu bieten.

Heute Morgen wollen wir den Teenager ausschlafen lassen. Wir stehen um acht Uhr auf, schwimmen und duschen und dann machen wir uns auf zum Strand. Wir laufen auf dem Pacific Walk Richtung Venice Beach. Dorthin führt ein schöner Strandweg mit Palmen, Joggern, Scatern und Radfahrern. Auf halber Strecke steht ein nobles Strandhotel – sehr schick. Je näher wir Venice Beach kommen, desto heruntergekommener wirkt alles. Der Walkway ist zwar von Palmen gesäumt, dazwischen campiert allerdings eine große Zahl von Obdachlosen. Venice Beach selbst ist in einem traurigen Zustand. Finde ich jedenfalls. Schrabbel total, gemischt mit Armut und diesem widerlichen Cannabisgestank, der uns in ganz Kalifornien immer wieder penetrant um die Nase weht. Ich bin inzwischen gegen eine Legalisierung und freien Verkauf. Der Geruch ist mir sehr unangenehm.

Leider trainiert gerade niemand im Muscle Beach Käfig, einem umzäunten Bereich mit Trainingsgeräten. Darum herum hängen Siegerplaketten (die Hall of Fame der Bodybuilder). Scheinbar gibt es einen jährlichen Wettbewerb. Die Cannabiskomsumenten bauen ihre Buden auf. Henna Tattoos kam man sich malen lassen, oder Jointwerkzeuge individuell geschnitzt kaufen, oder Motiv-T-Shirts. Für uns alles uninteressant. Ich kaufe mir eine Zitronenlimonade. Die Limonaden und Eistees sind hier wirklich lecker. Man hat immer die Wahl, ob mit oder ohne Zucker. Schmecken wirklich hausgemacht und sind mit dem Junk in Deutschen Regalen nicht zu vergleichen.

Nach einer halben Meile Venice-Strand biegen wir ab und laufen zu den Venice Canals. Das ist eine entzückende Wohngegend um künstlich angelegte Kanäle herum (Boschs Freundin in der ersten Staffel wohnt dort). Und obwohl die Sonne sich gerade hinter ein paar Regenwolken versteckt, sieht es hier sehr schön aus. Wir knipsen ein paar Bilder und machen uns auf den Rückweg. Hier gibt es keine Restrooms und Busse sind keine zu sehen. Wir müssen die 3 Meilen wieder zurücklaufen. Im Hotel ist das Zimmer immer noch dunkel. Wir wecken jetzt doch mal, damit wir zum mittäglichen Frühstück zu „Go Greek“ kommen.

Nach dem Joghurt gehen wir wie versprochen Shoppen in Santa Monica. Die Einkaufsstraße ist lang und wir tragen vier Tüten zurück. Obwohl die nur einer zurückträgt. Die Mädchen gehen noch einmal zum „ULTA“ Beauty Laden. Das ist ein langer Marsch, aber ich höre keinerlei Gemecker. Das Ziel muss stimmen. Ich laufe hier auch ganz gern, weil ich mir die tollen Wohnstraßen von Santa Monica gern ansehe. Alles hübsch und sehr gepflegt. Hier wohnen keine armen Menschen, nehme ich an. Nur die Entfernungen zu Supermärkten und anderer Infrastruktur ist direkt so angelegt, dass man ein Auto braucht. Es gibt zwar Fußwege, aber andere Fußgänger treffen wir hier nirgends. Auf den recht kleinen Parkplätzen der Supermärkte ist es dafür umso voller. Beim Ökosupermarkt, den wir schon einmal besucht hatten, kann man leere Wassergallonenkanister auffüllen. Dafür muss man noch nicht einmal aussteigen, das geht im Drive-In-Modus. Fenster runter, Flasche einstellen, Knöpfe drücken, fertig.

Im Hotel treffen wir wieder zusammen und dann machen wir uns auf zum Strand. Am Nachmittag hat die Kalifornische Sonne die Wolkendecke aufgerissen, so dass wir nun noch einen einwandfreien Sonnenuntergang genießen können. Das machen noch eine Menge Leute, aber an diesem Strand ist Platz genug für alle. Anschließend suchen wir uns ein Lokal für das Abendessen. Der Italiener, den wir ausgesucht hatten, hat leider schon geschlossen. Warum auch immer. Aber so landen wir an der Promenade in einem Restaurant und genießen ein durch und durch Amerkanisches Abendessen mit Steak und Süßkartoffeln.

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