Borkum 2020

Ob es an der unsicheren Rechtslage den Urlaub betreffend lag oder an beruflichem Stresspegel, vermag ich heute nicht mehr zu beurteilen, aber es steht ja noch der erste Eintrag aus. So muss ich das jetzt nachholen. Die Infektionsschutzbestimmungen ließen uns jedenfalls problemlos anreisen. Der Katamaran war gut gefüllt. Alle Passagiere mussten Masken tragen und ihre Kontaktdaten hinterlassen. An Abstand war nicht zu denken. Auch in der Borkumer Kleinbahn war kein Abstand möglich. Unterwegs zur Ortsmitte gab es einen kräftigen Schauer, der pünktlich zur Ankunft am Hauptbahnhof vorüber war. Wir konnten trocken zum Haus laufen.

Die Kosten-Nutzen-Analyse hat ergeben, dass die Mitnahme des Autos nicht teurer ist als die Katamaranüberfahrt nebst Parkgebühren. Der große Nachteil ist die zweistündige Fährfahrt, die genau doppelt so lang ist wie die Katamaranfahrt. Der große Vorteil ist, dass wir unser Gepäck nicht mehrfach in die Hand nehmen müssen. Mal sehen, wofür wir uns das nächste Mal entscheiden werden.

Im Haus gibt es nicht viel Neues. Keine neuen Haushaltsgeräte. Die laufen immer noch. Vielleicht, weil sie nicht von allen Gästen täglich genutzt werden. Manchmal sogar mehrfach. Unsere Kleiderauswahl ist darauf genau abgestimmt und hat sich über Jahre entwickelt.

Wir sind älter geworden, das offenbart sich gleich am ersten Tag. Die Teenager koexistieren eigenständig und bedürfen keiner Anleitung zur Freizeitgestaltung mehr. Sie spielen sogar zur Not allein und nötigen keinen Erwachsenen zum Mitspiel. Das bisher unbekannte Wort des Misanthropen wird elegant und unentdeckt online nachgeschlagen und sorgt dann für den kreativen Höhepunkt des Abends:

Fahrräder wurden auch wieder geliehen. Ein paar sportliche und ein paar City-Räder mit Körbchen. Damit schon mal klar ist, wer Einkaufen fährt. Der Nachmittagskuchen kann auch auf dem sportlichen Rad in der Hand gehalten werden. Dann eben einhändig fahren – kein Problem.

Die Strandkörbe stehen in diesem Jahr in der zweiten Reihen und bieten beste Sicht auf die Kiter, die im Augenblick ideale Bedingungen vorfinden, denn es ist durchaus windig. Wir haben aber auch einen guten Blick auf einige noch unbewohnte Körbe. Und andere Menschen bieten immer so viel Unterhaltung. Mal sehen, was sich daraus noch ergibt. Der Zugang zum Korb wird uns bis auf einige wenige Meter durch den Holzsteg erleichtert, der ursächlich den Sportlern den Weg mit ihren Geräten ermöglichen soll. Oder den Rollatoren und dergleichen. Davon gibt es aber hier nicht viele. Das Publikum ist eher jung und der Strand wird deshalb von vielen kleinen Menschen bevölkert. Das Drachenwetter ist auch ideal, für Personen mit einem Gewicht unter 50 kg vielleicht zu kräftig. Aber Kinder sind noch keine vorbeigeflogen. Nur Kiter, die einen faszinierenden Anblick bieten. Statt auf ein Aquarium zu starren und darin Entspannung zu finden, sind es hier diese Wassersportler, von denen ich meinen Blick kaum abwenden kann.

Trotz Wind und isländischer Hochsommertemperaturen haben wir das Frühstück heute auf der Terasse eingenommen. Sehr schön! Dann tröpfelte es leider etwas und weil ich versprochen hatte, bei Regen Zimtschnecken zu backen, muss ich mich jetzt erst einmal darum kümmern. Später wieder mehr.

Hinterlasse einen Kommentar