Zwei Wochen Sommerurlaub sind schon wieder vorbei – schade. Denn es war wieder wunderbar. Der Sommerurlaub zu siebt ist traditionell ein purer Entspannungsurlaub. Und obwohl wir in diesem Jahr in Dänemark waren und nicht auf Borkum und deshalb wesentlich mehr unternommen haben als üblich, reichte es nicht für einzelne oder gar tägliche Einträge. Aus diesem Grund gibt es nun eine Zusammenfassung.
Dänemark also, genauer gesagt die Region Midtjylland oder Mitteljütland und dort im Kreis Ringkøbing-Skjern. Eben dort, wo die wilde Dünenlandschaft fast ausschließlich von Ferienhäusern durchsetzt ist und die Touristen unter sich bleiben. In diesem Jahr, möglicherweise durch die erst beginnende Feriensaison, waren die dänischen Touristen in der Überzahl. Verkäufer und andere Dienstleister sprechen zwar fast ausnahmslos deutsch, mussten das aber nur selten tun. Jedenfalls erkläre ich mir die mehrfach gehörte Anregung: „Lass uns deutsch sprechen!“ als Reaktion auf eine englische Ansprache damit, dass man sich wieder über deutsche Touristen freut und gern wieder einmal deutsch sprechen möchte. Sicher liegt es nicht an unseren Englischkenntnissen. Immerhin haben mindestens zwei von uns ein irgendwiegeartetes Englisch-Diplom, oder können längere Auslandsaufenthalte nachweisen.
Das Wichtigste zuerst:
Das Wetter war herausragend! Im Schnitt 20 Grad, bis auf wenige Stunden immer Sonne, und nur sehr wenig Niederschlag. Das hätte nicht besser sein können.
Das Essen war formidabel! Schließlich haben wir es ja selbst gekocht. Wie immer im Wechsel und ausgewählte Gerichte, die den kleinsten gemeinsamen Nenner am Besten treffen. Das klappt inzwischen einwandfrei. Es gibt mittlerweile zwei Vegetarier, da lohnt sich bereits eine Extra-Wurst für eben diese. Ansonsten in diesem Jahr kein Barbecue, dafür gleich zweimal die aus den USA stammende und in die skandinavische Welt übernommene Spezialität: Hotdogs. Mit roten Würstchen, versteht sich. Sowieso ist die dänische Angebotspalette von Back- und Wurstwaren der deutschen recht ähnlich. Da sind die Unterschiede zu anderen europäischen Nachbarn wesentlich größer und man vermisst vielleicht das eine oder andere. Hier aber nicht. So gleicht der Besuch im Supermarkt auch keiner Entdeckungstour und es lassen sich nur sehr wenige interessante Produkte ausmachen, die wir nicht kennen. Bis auf seltene Ausnahmen, bei denen der Inhalt entweder nicht durch die Verpackung zu sehen ist, oder der Name dem Deutschen so gar nicht ähnelt, fast etwas langweilig. Aber immerhin sind die dänischen Angestellten im Einzelhandel ausnahmslos freundliche Menschen, so dass jeder Einkauf ein Vergnügen ist.
Was haben wir gemacht?
Wir waren am Strand. Unsere mitgebrachte Vollausstattung beinhaltete Strandstühle, Sonnenschutz und Liegematten. Allesamt hoffentlich wieder einmal verwendbar. Kann ich mir jedenfalls auch auf Borkum (als Erweiterung) vorstellen. Der Nordseestrand ist mitunter recht mühsam zu erreichen. Der gemeine Urlauber fährt die Schotterpiste mit dem Auto und parkt direkt an der Zugangsdüne. Mit unserem Gepäck machen wir das ebenfalls. Aber einige von uns laufen die Strecken auch. Mal einfach, mal auch Hin- und Rückweg, mal sportlich joggend. Fahrräder bieten sich hier entgegen einiger Empfehlungen im Vorwege nicht an. Es gibt nur wenige Radwege und ich kann mir das Fahren weder auf den Straßen noch auf den Schotterwegen vorstellen. Das ist sicher kein Vergnügen und auch nur selten zu beobachten. Passionierte Radler fahren dann vielleicht eher auf der Fjordseite.
Wir haben alle kleineren Orte der Umgebung besucht und sind dort jeweils etwas umhergeschlendert. Souvenirs haben wir auch einige erstanden. Unter anderem eine Aebleskiver-Pfanne. Im deutschen Norden heißt sie Pförtchen-Pfanne. Einer der beiden geborenen Steinburger hat uns darin nach überliefertem Rezept auch welche zubereitet – ein Genuss! Eigentlich eine Neujahrstradition, wir haben sie am US-Unabhängigkeitstag gegessen. Ich muss meine eigene Tradition nun erst begründen, habe dafür aber so gut es geht aufgepasst. Ich nehme mir das für den Herbst vor, wenn die Apfelernte mir frische Äpfel bringt.
Das obligatorische Kerzenziehen, hier auch „Selvdyp“ genannt, haben wir ebensowenig ausgelassen wie den Kauf von bunten Bonbonwaren. Schließlich wollen alle Klischees bedient werden. Es gibt auch Bonbonmasse in Flaschen, die dann später mit Vodka aufgefüllt werden. Das haben wir auch probiert mit dem Ergebnis: Lakritz schmeckt nur wenigen, Himbeer ist kurzzeitig ok. Beides muss aber unbedingt eisgekühlt sein. Und eigentlich schmeckt ein Gin Tonic immer noch am Besten. Es wurden also keine weiteren Flaschen für die heimatliche Hausbar gekauft.
Unterbrochen wurde der Aufenthalt in der Mitte für eine Trauerfeier in der Heimat, zumindest für zwei von uns. Ein trauriger Abschied in einem schönen Rahmen. Der Pfarrer sagte so schön: „Gönnen wir ihm den Himmel.“ Das machen wir. Bei der Gelegenheit schicke ich viele Grüße an meine Großeltern in den selbigen. Möge es Euch dort gutgehen, hier unten seid Ihr unvergessen. Gerade in diesem Urlaub habe ich einige Erinnerungen wieder aufleben lassen. Softeis – unzählige Male saß ich im Fond des roten Pandas mit bepflasterten Knien und manchmal mit einem frischen „zackigen“ Haarschnitt auf dem Weg ins Alte Land. Dort gab es erst für die Oma ein „schönes dickes Stück Apfelkuchen mit Sahne“, dann einen kleinen Marsch durch die Landschaft und jede Fahrt gipfelte stets mit einem riesigen Softeis aus dem legendären Eiscafé an der B73, Waldmeister/Vanille. Das galt es schnell zu essen, denn die Oma wollte immer unbedingt um 5 Uhr wieder zu Hause sein. Daran hängen sehr viele Erinnerungen und Eigenarten. Unter anderem die, den Tag gern im Zeiteinheiten zu unterteilen und sich zu freuen, wenn der Plan eingehalten wird und aufgeht. Das mag ich noch heute. Das ist schrullig, das ist mir völlig klar. Aber dadurch kann ich wieder einen Bogen zurück schlagen zum Urlaub. Wir sind im 19. Jahr unserer gemeinsamen Urlaube und wir alle haben Ecken und Kanten. Ich bin dankbar, dass meine immer so charmant hingenommen werden. Meistens können wir sowieso über uns lachen. Aber selbstverständlich ist es wohl nicht. Und deshalb muss zum Abschluss mal sentimental werden und wieder einmal Andrew Beckett aus „Philadelphia“ zitieren: „Herrje, ich liebe Euch doch alle sehr!“