Gaudi

Den Sonntag bin ich noch schuldig. Etwas verspätet, aber ich hatte Schlaf nachzuholen und am Montag startete die Arbeitswoche wieder pünktlich. Die Damen haben einen Ruf zu verlieren, fangen wir doch beide immer so früh an. Obwohl es ja auch zwischen uns noch einen gewissen Abstand gibt. Aber ich warte immer, bis die Firmengarage um 06:30 Uhr geöffnet wird. Das ist so schön bequem.

Also, 6 Stunden Schlaf mussten reichen, um 07:30 Uhr haben wir den Tag mit einen schönen Hotelfrühstück begonnen. Es war alles da, zwar keine Brötchen aus der Hofpfisterei, sondern industriell luftige, aber ansonsten gab es gar nichts zu bemängeln. Frisch gestärkt und ausgecheckt fahren wir wieder mit der U-Bahn in die Stadt. Weil die Auer Dult nicht direkt an einer U-Bahn-Linie liegt, müssen wir auch noch ein paar Stationen auf die Straßenbahn ausweichen. Das freut mich ganz besonders, denn ich mag Straßenbahnen sehr. Obwohl wir uns nicht beeilen, sind wir natürlich zu früh am Veranstaltungsgelände. Aber das stört keinen großen Geist, wie Karlsson vom Dach es ausdrücken würde. Wir sind nicht die ersten und warten eben einfach in den ausgewiesenen Wartezonen auf den Einlass. Es wird nur eine begrenzte Zahl von Besuchern auf dem Markt gelassen, damit die Abstände eingehalten werden können und es kein Gedränge gibt. Das ist in meinen Augen sogar ein Vorteil, Menschenmassen auf kleinem Gelände – wer mag das schon. Der gemeine Haidhausener rund um den Mariahilfplatz steht Sonntags am Kirchweihwochenende offenbar nicht so früh auf. Mit uns warten keine Hundert Menschen und so ist es zu Beginn sehr angenehm leer auf dem Markt. Es sind zwar auch weniger Aussteller dort, damit die Buden nicht zu nah aneinander stehen, aber das trübt die Stimmung nicht und wir streifen vergnügt umher. Gekauft wird auch das eine oder andere Keramikteilchen, aber nichts großes. Schade eigentlich, denn sonst fiel das immer aus, weil wir keine Kapazität hatten, es per Flugzeug oder Bahn in den Norden zu transportieren. Und das Auto ist noch lange nicht voll. Aber gut, man soll ja auch nichts kaufen, was man nicht braucht. Leider haben wir auch noch keinen Hunger und so müssen wir das durchaus verlockende Snack-Angebot ebenfalls links liegen lassen, inklusive des Steckerlfisches von der Fischer-Vroni, bei der mich schon der Name begeistert.

Nach dem Markt spazieren wir zur Isar und lassen uns unweit des Deutschen Museums im Kiesbett die Sonne auf den Rücken scheinen. Eine herrliche Pause an einem herrlichen Sonntagmittag. Irgendwann haben wir doch Hunger und kehren nach einem kurzen Marsch in einem Brauhaus ein und ich bestelle mir einen 1A Obazda. Der sieht nicht nur toll aus, er schmeckt auch ganz hervorragend.

Nach dem Essen ist es schon mitten am Nachmittag und wir machen uns deshalb leider wieder auf den Rückweg zum Hotel.

Dort besuchen wir noch einmal die Sanitärräume und fahren dann los. Zu Beginn ist es etwas stauig auf der Autobahn, aber spätestens als wir Bayern verlassen, ist zwar viel los auf der Strecke, aber der Wagen kann seinem Namen immer mal wieder alle Ehre machen und in windiger Eile Richtung Norden düsen. Der Fahrer kündigte es an mit: „So, dann wollen wir es mal ordentlich gurgeln lassen im Tank!“ Gesagt, getan und um 21:50 Uhr sind wir wieder in der Heimat. Viel schneller, als von der Navigation berechnet!

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