Drei Tage im Juni

Es geht mal wieder auf Reisen! Ein langes Wochenende in Köln steht an. Start ist Donnerstagnachmittag und alles klappt einwandfrei. Ich bin eine Weile vor Zugabfahrt am Hauptbahnhof. Natürlich. Aber nichts ist mir mehr zuwider, als große Eile mit großem Gepäck. Na gut, das Gepäck ist übersichtlich, aber es herrschen schwüle Temperaturen über 22 Grad und deshalb hätte ein beschleunigter Takt unangenehme Folgen.

Meine Reisebegleitung ist aber auch schon im Gebäude und wir treffen uns oberhalb des Gleises nach einem kurzen Einkauf von Backwaren, die heute unser Abendessen sein werden. Nach unserer Ankunft am Zielort werden wir vielleicht noch an die Hotelbar gehen. Für einen späten Restaurantbesuch sind wir sicher zu müde. Wir haben beide noch gearbeitet und sind entsprechend früh aufgestanden. Wenn man erstmal 40 Lenze erlebt hat, muss der Tag nach 16 Stunden langsam zu Ende gehen, da hilft kein Übermut mehr. Das muss ich mir ohnehin eingestehen, die letzten Jahre bin ich offenbar ganz schön gealtert und am Donnerstagabend ist regelmäßig nicht mehr so viel mit mir anzufangen.

Am Gleis erfahren wir, dass der Zug mit geänderter Wagenreihung einfahren wird. Wir müssen also wieder ein Stück zurücklaufen. Auf dem gut gefüllten Bahngleis ist das gar nicht so einfach. Und dann kommt der Zug auch noch sehr pünktlich. Wir bleiben also doch stehen und siehe da: Unser Waggon und die Tür halten direkt vor uns. Besser geht es gar nicht.

Im Zug genießen wir die Annehmlichkeiten der ersten Klasse. Ein Cappuccino wird bestellt und ich freue mich über die geringe Auslastung im Zug auf seinem Weg nach München. Das ist heute die Endstation. Durch die Schleife über den Westen wird die Fahrt rund 10 Stunden dauern. Ganz schön lang. Aber unsere Fahrt mit 100% Ökostrom bei streckenweise 215 Stundenkilometern fühlt sich insgesamt sehr gut an.

Wir rollen mit nur wenigen Minuten Verspätung in Köln ein. Es ist immer wieder nett, so pittoresk anzukommen. Vorbei am Arbeitgeber über die Hohenzollernbrücke zum Dom. Im Bahnhof herrscht viel Betrieb, wie in Hamburg. Wir finden unseren Weg sehr schnell und das Hotel liegt direkt am Bahnhof. Es ist äußerlich nicht schön und auch das Foyer ist klein und wenig repräsentativ. Man sieht ihm den 4 Sterne Status nicht an. Ich muss auch gleich bezahlen, irgendwie befremdlich. Das Zimmer ist aber in Ordnung. Geräumig mit zwei Sesseln und einem direkten Blick auf den Dom aus dem 9. Stockwerk. Wir packen aus und machen uns frisch. Dann gehen wir doch wieder raus und spazieren zum Rheingarten. Direkt hinter dem Dom am Wasser gelegen breiten sich Wiesen aus. Die Promenade ist gesäumt von Gaststätten. So dicht nebeneinander, dass es fast römisch anmutet wie am Campo de‘ Fiori, nur eben einseitig und auf der anderen Seite der Fluss. Vielleicht erzeugen auch die Straßenmusiker dieses Flair, weil sie gerade italienische Gassenhauer zum Besten geben. Später kommen noch relativ aktuelle internationale Popsongs dazu und zwei Soundtrack-Stücke. Nicht zu laut, also völlig in Ordnung.

Nach zwei Drinks und zu fortgeschrittener Stunde schlendern wir zurück zum Hotel und fallen sofort ins Bett.

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