Freedom

Pünktlich gelandet at the Home Airport of British Airways.

Auf der Gangway ist es recht frisch. Oder Dementoren sind in der Nähe. Ich kann unser aller Atem sehen, das ist ein wenig unheimlich. Im Flughafengebäude ist es dagegen eine Spur zu warm, aber die Außentemperaturen machen eine Winterjacke wohl erforderlich. Die Passkontrolle ist hier, wie in Hamburg, vollautomatisiert und entsprechend schnell. Ich muss kurz an Nura und ihre Interpretation von DJ Bobos Freedom denken: „Freiheit heißt für mich, einen deutschen Pass zu haben.“ Wie sorglos wir reisen können und wir werden sicher selten zu einer verdachtsunabhängigen Personenkontrolle gebeten. Das passiert dem jungen Mann am Nebenschalter. Man ist zwar freundlich, aber dennoch wird er sehr bestimmt in einen Nebenraum gebeten. Der Arme ist nicht erfreut, fügt sich aber. Sein Pass hat eine hellgrüne Farbe. Ich glaube, der wurde in Bangladesh ausgestellt.

Am Gepäckband muss ich leider sehr lange warten. Das macht die Sache spannend. Ich erinnere mich noch an die Heathrow-Bilder aus dem vergangenen Sommer: Eine Halle voll mit tausenden von Koffern, weil neben Personalmangel auch noch die Technik ihren Dienst versagte. Ob die wohl alle wieder bei ihrem rechtmäßigen Eigentümer angekommen sind? Gepäcktrolleys stehen jedenfalls genug bereit. Etwa 150 Stück stehen in fünf Reihen am Band und dienen wenigstens als Sitzgelegenheit.

Mein Koffer kommt an und ich kann ihn anschließend direkt zur Piccadilly Line rollen. Meine Oystercard ist noch ausreichend gefüllt, also next stop Earls Court. Für mich natürlich, die Bahn an sich hält ja noch an diversen weiteren Haltestellen. Mein Gepäck ist im Vergleich recht bescheiden, ich bin auch nur wenige Tage unterwegs. Neben mir stehen 2 Reisende aus Tucson, das lässt ihr Papieranhänger erkennen. Zwei Personen mit 6 stattlichen Koffern. Ein kleines Kunststück, die in öffentlichen Verkehrsmitteln zu transportieren. Und weitere Passagiere können an diesem Eingang nicht mehr einsteigen. Ich arbeite mich deshalb auch durch eine andere Tür aus den Wagen heraus und wünsche einen schönen Aufenthalt.

Am Earls Court werde ich schon erwartet und wir gehen den kurzen Weg zum Hotel. Ein Zimmer ist bereits bezugsfertig und wir können unser Gepäck abstellen. Wie sich alles fügt – ein Traum. Als Start kehren wir ein in ein französisches Café. Es liegt direkt an der Ecke und meine Begleitung hat solche Lust auf Zitronentarte. Leider nicht britisch, aber gut, ein Eclair schmeckt hier sicher besser. Die Kellnerin fragt sogleich, ob wir aus Deutschland kommen. Waaaaas? So offensichtlich? Wir hätten „Ja“ gesagt. Na gut, das hat uns verraten. Darauf folgt der übliche Austausch: Woher genau? Ah, Hamburg, kenne ich, war ich aber noch nicht. Ob wir Berlin kennen? Klar, ist ja unsere Hauptstadt, aber reise das nächste Mal lieber in eine andere Stadt. Viele sind schöner als Berlin. In den meisten Städten sind die Menschen übrigens auch netter als dort. Nur mal so am Rande.

Nach dem Cafébesuch wird der weitere Ablauf in meine Hände gelegt. Ok, das erzeugt Druck, aber damit werde ich hoffentlich fertig.

Wir fahren zuerst zur Bond Street, denn ich habe einen Kaufauftrag im Disney Store. Leider ist das Ergebnis nur bedingt wie bestellt, aber auch in dem Laden wechselt das Sortiment alle paar Wochen und unser letzter Besuch ist ja schon 9 Monate her. Anschließend fahren wir zum Piccadilly Circus und saugen die Atmosphäre auf. Hier werde ich ja stets etwas sentimental, weil es der Dreh- und Angelpunkt meiner allerersten ersten Londonreise war. Immer wieder schön!

Von dort spazieren wir über den Leicester Square, der heute angenehm leer ist, über China Town bis zum Covent Garden. Auch dort ist nicht viel los, das ist ungewohnt, aber schön. Der Shop des London Transport Museums verkauft Kissen, die von Original U-Bahn-Sitzpolster-Stoff umhüllt werden. Ich bin begeistert! Leider ist der Stoff hart und ungemütlich und die Preise eine Unverschämtheit. Also kaufe ich keines. Aber diese Idee ist toll. Und die Metropolitan Line wäre es gewesen!

Vom Covent Garden laufen wir zu Minalima, dem Laden der beiden Grafiker, die die Harry Potter-Filme ausgestattet haben mit Tapeten, Büchern und dergleichen. Das war ja ein Tipp der jüngsten Reisenden aus dem letzten Jahr. Heute ist vor dem Shop zwar wieder ein roter Teppich mit hübscher, standesgemäßer Absperrkordel, aber eine Schlange ist nicht zu sehen. Wir können direkt hinein. Auch diese Reise steht wieder unter dem Stern des HP-Universums. Für meine Begleitung haben die 7 Bücher mindestens so eine große Bedeutung wie für mich. Und so schlendern wir auf dem Rückweg über die Shaftesbury Avenue auf den Spuren der drei Hauptfiguren Richtung Hotel.

Nachdem wir uns frisch gemacht haben, nehmen wir unser Abendessen in einem indischen Lokal ein. Klein und sehr authentisch anmutend, essen wir zwei sehr köstliche Gerichte. Meines mit Zero Chili, dafür mit Safran – eine gute Wahl.

Ausklingen lasse ich den langen Tag mit dem TV-Programm: Zuerst eine Folge von „The joy of painting“ mit Bob Ross (entzückend) und im Anschluss eine unbekannte Folge aus 2015 von „Grand Designs“! Ich wusste gar nicht, dass das noch weiter ging. Netflix hatte es aus dem Programm genommen. Aber eine kurze Recherche ergibt, dass RTL+ die neuesten Staffeln anbietet! Was für eine Nachricht zum Abend des ersten schönen Tages in London!

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