50 Jahre

Diese Woche habe ich eine Lesung im Rahmen des HarbourFront Literaturfestivals besucht. Meine liebe Kollegin, die mich seinerzeit schon mit meinem Mann verkuppelt hat, hatte mich auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht.

Das Festival feiert in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag und das Buch des Abends seinen 50.!

Es ging um die „Deutschstunde“ von Siegfried Lenz. Das ist mein Lieblingsbuch. Zum ersten Mal habe ich es in der achten Klasse gelesen. Wir mussten in jedem Halbjahr einen Klassiker lesen und dann vorstellen. Die „Deutschstunde“ stand bei uns zu Hause im Regal. Neben anderen Klassikern (Die Buddenbrooks, Jeder stirbt für sich allein, Jauche und Leykojen) waren das, soweit ich mich erinnern kann, Käufe im Rahmen des Buchclubs meines heutigen Arbeitgebers. Mit den Schließungen der Buchclubgesellschaften habe ich 25 Jahre später steuerlich zu tun gehabt. Noch ein Jubiläum, wenn auch ein trauriges. So schließt sich der Kreis. Traurig ist aber keineswegs, das die Clubmitgliedschaft meiner Mutter mich in die Welt des Siggi Jepsen entführt hat!

Lesungen sind eine tolle Sache, auch wenn man das Buch schon kennt. Als Vorleser war hier Ulrich Matthes eingeladen. Herrn Matthes kennt man als ZDF und ARD Seriendarsteller, oder als Bundeswehrvorgesetzten von Frank Lehmann in „Neue Vahr Süd“. Seine Stimme hat er viele Jahre den Filmfiguren von Kenneth Branagh geliehen. Und Vorlesen kann er auch ganz hervorragend. Jedenfalls hat sein Klang zwei Auszüge aus dem Buch ganz wunderbar durch die Kirche St. Katharinen hallen lassen.

Außerdem waren noch drei Experten zu Gast: Günter Berg (Vorsitzender der Lenz Stiftung), Dörte Hansen (als gebürtige Nordfriesin, der Roman spielt ja dort) und Nora Bossong (warum habe ich vergessen). Die beiden Damen sind auch Schriftstellerinnen und es war eine Freude, ihren wohlformulierten und eloquenten Ausführungen zu lauschen.

Es ist immer wieder schön, sich einfach mal der Kultur hinzugeben und mit Fragen zu beschäftigen, die vollkommen abseits des Alltags stattfinden. Wobei ich als Zuhörer mich ja eigentlich nur berieseln lasse. Aber anderen Lesern zuzuhören, wie sie über ein Buch sprechen, dass ich auch gelesen habe, macht einfach Spaß. Manchmal bin ich verwundert, was in Szenen alles hineininterpretiert wird. Manchmal kann ich nur zustimmen. Und manchmal verblüfft mich eine Hintergrundinformation so sehr, dass ich gleich noch einmal in den Text einsteigen möchte. In der „Deutschstunde“ gibt es einen Maler, dem Emil Nolde als Vorbild gedient hat. Und Herr Berg sagte dazu, dass alle Bilder, die im Roman beschrieben werden, tatsächlich existieren. Das muss ich unbedingt noch einmal nachvollziehen.

Außerdem berichtete Herr Berg, dass Siegfried Lenz seine Bücher immer zuerst im Kopf verfasst hat. Dann hat er sie handschriftlich niedergeschrieben und zum Abtippen weitergegeben. Und nur selten wurde sehr wenig geändert, bevor es in den Druck ging. Bemerkenswert. Das wäre mir nicht möglich. Kaum vorstellbar, dass ich Passagen nicht noch wieder verschieben, löschen oder ändern könnte.

Es ist zwar schon ein wenig her, aber Oscar Wilde hat einmal gesagt:

„Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.“

The good neighbor

Seit jeher habe ich ein ambivalentes Verhältnis zu den USA. Ich kann gar nicht genau sagen, wann und warum sich das entwickelt hat. Ich kann es nur vage rekonstruieren. Und ich glaube, dass die Schule und meine Lehrer viel dazu beigetragen haben. Zum Einen waren die Meldungen der militärischen Kampfhandlungen der USA im zweiten Golfkrieg im Januar 1991 ein einschneidendes Ereignis innerhalb der Schulmauern, denn wir saßen gebannt vor dem Fernseher und haben dann wochenlang darüber gesprochen und gelernt. Mein damaliger sozialdemokratischer Politiklehrer hat viel und deutlich Kritik an der amerikanischen Regierung geübt. Ich kann mich wohl nicht davon freimachen, dass ich seine Meinung übernommen habe, weil er mich überzeugt hatte. Zum Anderen hatte ich eine Englischlehrerin, die gebürtige US-Bürgerin ist. Sie war der Liebe wegen in Deutschland gestrandet. Eine Frau aus der niedersächsischen Landwirtschaft, die leider keinerlei Bereitschaft gezeigt hat, sich mit den hiesigen Gegebenheiten anzufreunden. Jedes Thema und jeder dritte Satz begannen mit: „In the U.S. we have…“ Und in den Staaten war natürlich alles viel besser und größer und schneller als hier, ließ sie uns noch wissen. Weil sie nicht über eine mit dem Politiklehrer vergleichbare Intelligenz verfügte, hat sie mich lediglich davon überzeugen können, dass der gemeine Amerikaner wohl doch nur mit Wasser kocht und nur über eine begrenzte Toleranz verfügt. Oder diese nur walten lässt, wenn es von persönlichem Vorteil ist.

Soviel zur Vorgeschichte, denn wie alle Geschichten, nimmt auch diese eine Entwicklung. Ich war also etwas voreingenommen gegenüber dem Amerikanischen im Allgemeinen. Aber schon in den Neunzigern war es nun einmal so, dass fast alles Teenagerunterhaltende aus den USA kam, ob Pop-Musik oder Kinofilme. Na gut, gute Musik kam auch aus Großbritannien. Aber Hollywood konnte und kann meines Erachtens keine andere Nation das Wasser reichen. Gute Europäische Filme und Serien sind immer noch seltener, auch wenn es natürlich echte Juwelen gibt.

  • Im Amerikanischen Film geht es allzu oft um landestypische Probleme, Amerikanische Geschichte, oder die Handlung spielt in weltberühmten Städten. Durch meinen, ich muss es doch sagen, immensen Konsum solcher Werke beschäftige ich mich mit dem Einen oder Anderen. Und diese Auseinandersetzung setzt eine Reflexion in Gang, die eben Spuren hinterlässt.
  • Im persönlichen Dunstkreis gab es immer wieder Menschen, die echte Amerika-Fans waren und sehr gern dorthin gereist sind. Das hat mich eigentlich nie sonderlich beeindruckt, denke ich noch heute oft: Bevor ich eine Rundreise durch das zweifellos vielseitige und wunderschöne Nordamerika mache, möchte ich viel mehr von Europa sehen, Hier gibt es ja noch genug Orte, die eine Reise wert sind und die ich noch nicht kenne. Aber die Stadt New York zum Beispiel rutschte immer weiter nach oben auf meiner Wunschliste. Und dann habe ich sie besucht und möchte seitdem unbedingt wieder dorthin. Als ich hier in der Familie den nächsten Aufenthalt in New York zum 18. Geburtstag laut angedacht habe, stieß ich auch auf keinen Widerstand. Im Gegenteil, es wurden gleich noch weitreichendere Überlegungen angestrengt.
  • Auch der Konsum Amerikanischer Produkte löst in mir kein automatisches Unbehagen mehr aus. Sofern die Amerikanische Flagge nicht zu dominant ist, oder anderweitiger Patriotismus Einzug hält, komme ich gut damit klar. Wir hatten im letzten Jahr sogar kurz mit einem Jeep-Automobil geliebäugelt. Da hat mein Vater aber an uns appelliert: „Muss es denn wirklich ein Amerikaner sein?“ Nein, musste es nicht. Wir hatten ja auch schon 2003 die Anschaffung eines Chrysler PT Cruiser aus den gleichen Gründen verworfen.
  • In einigen anderen Bereichen sähe es für mich aber ganz schön düster aus, wenn ich den Amerikanischen Ursprung konsequent ausklammern würde. Mein kleines wunderbares Mobiltelefon würde mir sehr fehlen.
  • Ich stehe der Amerikanischen Kultur zwar in vielen Momenten noch ratlos und befremdet gegenüber, aber auch das wird besser, je öfter ich mich damit beschäftige. Gerade habe ich zwei Netflix-Serien gesehen, die mich in beide Richtungen schauen lässt. Da ist zum einen die zehnteilige Serie „American Crime Story – The People v. O.J. Simpson“, die sehr edel besetzt den Mordprozess gegen O.J. Simpson zum Thema hat. Ich habe es 1995 gar nicht so genau verfolgt, was da über acht Monate Unfassbares live im TV übertragen wurde! Das hätte sich niemand spannender ausdenken können. L.A. war zu der Zeit noch immer, vielleicht sogar mehr denn je von den Rassenunruhen durch den Fall Rodney King zu Beginn der Neunzigerjahre geprägt. Darüber bin ich wirklich erschrocken, wie gespalten das Miteinander von Schwarz und Weiß doch immer noch ist. Auch in der zweiten Serie „Queer Eye“ spielt das eine Rolle. „Queer Eye“ ist ein Reality-TV-Format, in dem fünf schwule Männer einem anderen Mann ein „Makeover“ verpassen. Jeder der sogenannten Fab5 hat ein Spezialgebiet: Haare, Mode, Kochen, Wohnen und „culture“ – für meine Begriffe Lebenshilfe allgemein. Die fünf sind große Klasse und ich hätte sie liebend gern zu Gast! In den beiden veröffentlichten Staffeln sind sie in Georgia unterwegs. In den Südstaaten ist bisweilen immer noch weniger Toleranz Schwarzen gegenüber zu finden, als im Norden der USA. Daran hat sich seit Fackeln im Sturm offenbar nicht viel geändert. In einer Folge fahren die fünf, wie immer zu Beginn, zum Kandidaten. Am Steuer sitzt der Schwarze. Der beste Freund des Kandidaten hatte diesen für die Sendung nominiert und beide sind Polizisten. Der beste Freund fingiert eine verdachtsunabhängige Kontrolle und lässt den Wagen anhalten. Weil er nicht gleich auflöst, wer er ist, ist der arme Fahrer sichtlich beunruhigt und der dahinterstehende Konflikt wird in dieser Folge noch mehrfach thematisiert. Im Jahr 2018 wohlgemerkt. Auf der anderen Seite muss ich erwähnen, dass so einige Kandidaten, die ich als echte Südstaatler bezeichnen würde, überhaupt keine Vorbehalte den fünf schwulen Männern gegenüber zeigen. Das finde ich auch bemerkenswert. Einer sagt zu seiner Freundin: „Hättest Du gedacht, dass ich mit fünf Schwulen die tollste Woche meines Lebens habe?“ Vorurteile sind eben immer schlecht, weil sie nie das Ganze umfassen und abbilden, sie begrenzen uns ganz unnötig. Auch mein Südstaatlervorurteil.
  • Der eigentliche Auslöser für meinen heutigen Eintrag ist aber ein Amerikaner, den ich hier im Blog schon einmal erwähnt habe: Fred Rogers. Der war offenbar ein unglaublich guter Mensch und hat mit seinem Wirken sicher zu nennenswerter Verbesserung in vielen Belangen beigetragen. Fred Rogers lässt sich wohl am Ehesten mit Peter Lustig vergleichen, um kurz zu beschreiben, was er tat. Natürlich umgekehrt, denn Rogers war der Pionier auf dem Gebiet und Vorbild sowohl für die Sesamstraße als auch für die Muppets. Er hat eine Fernsehserie produziert, die Kindern alltägliche Themen erklärte. Er war als Mr. Rogers der Mittelpunkt einer kleinen Siedlung und hat als guter Nachbar stets auf alle Fragen der Kinder eine Antwort gewusst. Im Jahr 1969 hat er mit dem schwarzen Polizisten der kleinen künstlichen Nachbarschaft ein gemeinsames Fußbad als Ausgangspunkt für das Gespräch über die Frage des Tages genutzt. Eine unglaublich tolle Szenerie, gerade weil sein Publikum aus Kindern bestand. Jedenfalls war Mr. Rogers sicher mehreren Generationen von Amerikanern ein leuchtendes Vorbild. Ganz frisch ist gerade eine Biografie herausgekommen, die ich mit großem Vergnügen lese. Ich kann kaum ein Kapitel beenden, ohne gerührt zu sein.
  • Warum der Umschlag so wunderbar in den Primärfarben gestaltet ist, aus denen sich alle anderen Farben mischen lassen, weiß ich (noch) nicht, es ist aber sicher kein Zufall…
  • „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

    Das hat Karl Valentin einmal gesagt.

    In den letzten Tagen und Wochen hatte ich immer mal wieder Kontakt zur Kunstwelt. Nicht direkt meistens, sondern eher über die Zeitung oder den Fernseher.

    Das ist ja eine ganz eigene Welt. Zu Schulzeiten war ich sehr an Kunst interessiert. Dem Unterricht habe ich mit Begeisterung beigewohnt. Ich hatte auch ganz interessante Lehrer. Beide Teile eines Künstlerehepaares zum Beispiel, die mit dem Unterrichten einst nur ein wenig die Kasse aufbessern wollten und irgendwie im Schulbetrieb hängen geblieben sind. Beide waren der Farbe Violett in all seinen Schattierungen verfallen. Ein bisschen verhuscht waren sie, aber sie haben meine Neugier auf Kunst geweckt. Danach hatte ich noch einen 68er-Typen als Lehrer, der den Schwerpunkt im Unterricht eher auf zeitgenössische Kunst gelegt hat. Wahrscheinlich Ausfluss aus seiner Kommunenzeit. Auch in den frühen 90ern war sein Lebensstil diplomatisch ausgedrückt: liberal und sehr unangepasst. Jedenfalls haben wir bei ihm recht progressive Sachen gemacht wie eine Performance „Mein Schulweg“ und Tanztheater. Das war spannend, obwohl es weit außerhalb meiner Wohlfühlzone lag.

    Die Schulwegperformance sollte im Zweierteam erfolgen. Mit meinem Partner habe ich mich dann einen Nachmittag zusammengesetzt und bei ein, zwei alkoholischen Getränken haben wir uns was Hanebüchenes ausgedacht und es möglichst ohne Hemmungen auch dargestellt am Tag der Tage. Der Lehrer war begeistert und wir haben für etwas wirklich Lächerliches 14 Punkte eingesackt.

    Was soll ich sagen? Das hat doch etwas an der Glaubwürdigkeit von Kunstkritik gekratzt.

    Dann habe ich eine Dokumentation über den Künstler Banksy gesehen. Oder eher über seine Werke und wie damit umgegangen wird. Er ist ein Street Art Künstler, der feine kleine und große Graffiti im urbanen Gebiet hinterlässt. Oft mit politischer Botschaft. Nur wenige Menschen kennen seine Identität, wie die meisten seiner Zunft schafft er seine Werke nachts und ohne Zeugen. Vor Kurzem tauchte er in Paris auf. Die Welt war hingerissen, er hat es wieder bis in die hiesigen Zeitungen geschafft.

    In den USA war er schon in den meisten großen Städten tätig. Dort gilt aber leider folgendes Gesetz: Der Hausbesitzer muss das Geschmier innerhalb einer Frist entfernen, sonst entfernt es die Stadtverwaltung und berechnet ein saftiges Bußgeld. Dem Gesetz ist es egal, ob das Werk einen ansehnlichen Wert hat und den Bewohnern vielleicht sogar gefällt. Es war vorher nicht da, gehört da nicht hin und muss weg. In der Dokumentation wurde eine Galerist begleitet, der verzweifelt versuchte, einen unzweifelhaften Banksy in der Größe von etwa 4×6 Metern zu retten. Er wollte das Werk schonend entfernen und verkaufen. Gesprüht wurde auf eine Zedernholzlattenverkleidung. Er hat fast die ganze gesetzliche Frist lang gebraucht, dem Besitzer die Erlaubnis abzuringen. Natürlich hat der auch irgendwann verstanden, dass hier Geld zu holen ist. Also gab es neben der Schadenregulierung auch noch ein finanzielles Trostpflaster. Verkaufen konnte er die bemalten Holzlatten dann für etwa 700.000 Dollar. Und dabei bewegt er sich in einer Grauzone, weil der Künstler sein Werk ja gar nicht zum Verkauf freigegeben hat. Schwierige Sache. Andere Künstlerkollegen regen sich furchtbar darüber auf, denn womöglich ist die kurze Lebensdauer vom Urheber ja gewollt?

    Ich finde es schade, wenn gute Street Art wieder entfernt wird. Ich mag schöne bunt bemalte Wände und Verteilerkästen. Hamburg hat viel zu wenig davon:

    In einem Viertel in Glasgow gibt es ganz viele tolle Bilder zu sehen:

    Lesen!

    Habe ich es schon erwähnt? Mein größtes Hobby ist das Lesen. Ich mag auch Filme und Serien und obwohl das Lesen anstrengender ist als die Berieselung durch bewegte Bilder, ziehe ich das Buch immer vor.

    Man sucht es sich nicht aus und selbst das tägliche elterliche Vorbild oder das Immervorhandensein von Lesestoff in jedweder Form führen nicht dazu, dass ein Kind gern liest. Bei mir war das aber immer der Fall. Schon als Kind habe ich gern gelesen. Zu Beginn meines Leselebens hatte ich etwa 10 Bücher, die ich sicher bereits auswendig hätte mitsprechen können. Der Text war ja groß geschrieben und nicht allzu komplex. Aber ich habe es trotzdem geliebt, sie wieder und wieder zu lesen. Auch in diese kleinen einschichtigen Welten bin ich gern eingetaucht. Wir sind außerdem immer in die Bücherei gegangen und haben Bücher ausgeliehen. Etwas, dass heute viel weniger verbreitet ist. Ich selbst gehe auch nicht mehr hin. Ich kaufe neu oder lade herunter. Eigentlich schade. Aber schon der örtliche Buchhändler in meiner Heimatstadt wird darüber froh gewesen sein. Und als ich dann in München das erste Mal in der riesigen Hugendubelfiliale war, oder bei Foyles in London! Meine Güte, so viele Bücher! Da gab’s kein Halten mehr, ich habe gekauft, soweit das Budget es zuließ.

    Allerdings muss ich sagen, dass ein neues Buch für mich schon immer etwas ganz wunderbares war und ist. Ein neues Buch schlage ich immer zuerst auf und atme diesen einmaligen Duft von Papier und Farbe ein. Dieses Erlebnis kann recht unterschiedlich ausfallen. Kinderbücher mit hochwertigem, dickerem Papier und viel Farbe riechen viel besser als Taschenbücher. Am Schönsten ist es mit Schulbüchern. Einfach herrlich. Britische oder Amerikanische Bücher müffeln übrigens. Dort wird wohl überwiegend minderwertiges Papier verwendet und die Bücher sind nicht sehr haltbar. Schon nach wenigen Monaten sind sie vollkommen verblichen und fangen an zu stinken. Da bin ich froh, dass es sich in Deutschland anders verhält.

    Einige Verlage haben vor Kurzem eine Studie im Auftrag gegeben, um das Leseverhalten von Kindern zu untersuchen. Überraschenderweise ist dabei herausgekommen, dass Kinder immer noch gern lesen und Zeitschriften und Bücher der elektronischen Unterhaltung sogar vorziehen. Ich habe meine Zweifel zumindest an der angeblichen Klarheit der Ergebnisse, weil der Blick hinter die Kulissen zum Beispiel verrät, dass Kinder im Alter von 3 bis 6 total auf Zeitschriften abfahren. Also ich konnte seinerzeit nur beobachten, dass das Spielzeug, das auf dem Heft klebte, super ankam. Das Heft blieb meistens ungelesen. Vorlesen wollte ich den Schund nicht und selbst lesen ging ja noch nicht. Das änderte sich erst mit dem erstmaligen Erscheinen von „GeoMini“. Kein Plastikmüll darauf und die Aufmachung sehr ansprechend. Das habe ich gern vorgelesen. Aber ich will nicht meckern – wenn die Jugend heute noch gern liest, umso besser.

    Und im eigenen Haushalt war und sind Geschichten das Allergrößte! Der Konsum kann ja auch über die Ohren erfolgen, dagegen ist nichts einzuwenden. Der Markt ist inzwischen riesig und es gibt begnadete Vorleser: Stephen Fry, Dietmar Wunder, Stefan Kaminski, Jens Wawrczeck, Christian Tramitz – um nur einige zu nennen.

    Das wichtigste aber sind die Autoren, die Welten schaffen, in die ich zu jeder Zeit und in jeder Situation eintauchen kann. Oder die einen Lebensweg so fesselnd beschreiben können, dass ich mich kaum vom Buch lösen kann. Das hat einen hohen Suchtfaktor für mich. Inspiriert von der Filmkritik zu „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ habe ich gestern die zugrundeliegende Biografie des Cartoon-Zeichners John Callahan gelesen. Spannender, kaputter Typ. Aber nicht blöd, schwarzer Humor und darauf stehe ich ja. Das Buch gab es zu meiner Freude nur noch über Medimops und es kostete €2,49. Jeden Cent wert. Gute Ex-und-Hopp-Ware.

    Ich „folge“ vielen Autoren insofern, als dass ich neuen Werken immer sehr entgegenfiebere und blind kaufe, was die so auf den Markt bringen. In den meisten Fällen ist das auch erwartungsgemäß prima. Gelegentlich ist mal ein Tiefpunkt dabei. Der „Plötzliche Todesfall“ von J.K. Rowling war so einer: Superlangweilig und zäh. Konnte ich kaum bis zum Ende lesen. Aber die kann so gut erzählen, da ging es gerade so. Und als Robert Galbraith hat sie dann einen Detektiv erschaffen, der alles wieder ausgleicht – im September erscheint Band 4!

    Zu Schulzeiten habe ich angefangen, mir von jedem Literaturnobelpreisträger wenigstens ein Werk vorzunehmen. Das ist eine recht schwierige Sache. Denn oft sind das Schriftsteller, die Sachen schreiben, die mich überhaupt nicht ansprechen. Günter Grass zum Beispiel oder Herta Müller. Aber manchmal sind Künstler dabei, die ich sonst nicht entdeckt hätte: Toni Morrison, Selma Lagerlöf, Halldór Laxness oder ganz frisch ausgezeichnet: Kazuo Ishiguro, der hat „Was vom Tage übrig blieb“ geschrieben. Kannte ich bis dahin nur durch die wunderbare Verfilmung mit Anthony Hopkins und Emma Thompson. Aber das Buch ist ein Kracher! Natürlich nicht buchstäblich, die Geschichte ist ja sehr leise.

    Bücher und ihre Geschichten sind ein ungeheurer Luxus, den ich sehr genieße. Auf den Herbst freue ich mich auch wegen der Hochsaison auf dem Buchmarkt. Bald gibt es für mich eine Rückkehr nach Niederkaltenkirchen (Franz Eberhofer) und London (Cormoran Strike)!

    Vor ein paar Tagen sagte der Chefredakteur des stern, Christian Krug, anlässlich des 70. Geburtstages seines Magazins im Hamburger Rathaus folgendes: „Fragt man mich nach dem Journalismus der Zukunft, glaube ich, gibt es nur eine Antwort. Wir werden uns dem Medienwandel sehr dynamisch anpassen müssen. Aber eines wird bleiben: Die Menschen lieben Geschichten. Das ist der Treibstoff unseres Erfolges. Und der wird bleiben, da bin ich ganz sicher. Es gibt noch sehr viel zu erzählen.“

    Damit schließe ich den Sonntagvormittag ab, erledige schnell die Bügelwäsche und das Fensterputzen und kehre dann zurück an den Mount Everest im Jahr 1924 (Dan Simmons, Der Berg)

    Kartographie

    Heute habe ich alle meine Wege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt. Das ist ja nichts sehr ungewöhnliches, aber heute war ich aus irgendeinem Grund sehr empfindlich gegenüber Gerüchen. Der Tag war ein olfaktorischer Alptraum. Ich werde ihn hier mal kurz skizzieren und eine Karte der Gerüche zeichnen, denen ich heute ausgesetzt war.

    06:17 Uhr – Bushaltestelle. Ein Zweitakter gibt nach dem Abbiegen Vollgas und erzeugt eine heftige Abgaswolke. Ein weiterer Fahrgast steckt sich 40 Sekunden vor Einfahrt des Busses eine filterlose Zigarette an, atmet in meine Richtung und steht im Bus vor mir. Zum Glück dauert die Fahrt nur 4 Minuten.

    Am Bahnhof noch schnell zum Bäcker. Eine Frau kommt aus dem Lädchen und schiebt sich an mir vorbei, es ist eng. Sie hat eine polyesterlastige Bluse an, nicht frisch angezogen, denn ihr entströmt ein schlimmer Schweißgeruch. Außerdem hat sie sich einen Kaffee gekauft und sie atmet ihr „Danke, Ihnen auch“ direkt in mein Gesicht. Gut, dass es kein Bier war, denke ich.

    06:25 Uhr – Die Bahn fährt ein. Dass der Wagen, in den ich steige, so schön leer ist, hätte mich misstrauisch machen sollen. Darin hat wohl ein Obdachloser übernachtet. Zu sehen ist der Ursprung dieser Katastrophe nicht mehr. Aber mit voller Wucht trifft mich und zwei andere Fahrgäste eine Mischung aus Urin, Restalkohol und dem Muff, der unvermeidlich ist, wenn man länger nicht duschen und die Kleidung wechseln kann. Wir sehen uns mitleidig in die Augen. Ein Wagenwechsel ist nun nicht mehr möglich und zweieinhalb Minuten Luft anhalten ebensowenig. An der nächsten Station wechseln wir aber sofort den Wagen. Darin wabert nur der übliche sommerliche Dunst. Leicht schwül und schwer. Das Gegenteil von frisch, aber dennoch eine Erleichterung.

    06:39 Uhr – Umsteigen am Schlump. Es rollt eine alte U-Bahn ein. Keine Klimaanlage, sondern neben dem anwesenden menschlichen noch der Geruch von 20 Jahre alten Kunstledersitzen und spärlichen Säuberungen. Diese Bahnen sind eigentlich nur noch an Wochenenden auf dieser Strecke unterwegs, weil das Partyvolk rund um den Kiez so manch Unschönes hinterlässt und dafür müssen dann die alten Wagen herhalten. Gereinigt werden sie schon noch, aber eben nicht von Profis wie Heiko Schotte. Etwas bleibt.

    06:51 Uhr – Ankunft am Baumwall. Ich reiße die Tür auf und atme tief ein. Die Hafenluft ist sicher nicht die beste, aber besser als alles bisher. Sogar einigermaßen frisch, weil es noch nicht schwül ist.

    06:56 Uhr – Bürotür aufschließen. Die Fenster waren über Nacht geschlossen. Die Putzfrau, die ich im Flur noch gesehen habe, hat eine Spur ihrer verschwitzten Uniform hinterlassen. Der Schweiß von Wochen in einer Plastikmontur, die nur sehr selten eine Waschmaschine von innen sieht. Ich bin einen Augenblick lang kein Menschenfreund. Die Uniform übertüncht aber den üblichen Büromief. Die Hitze der vergangenen Wochen konnte noch nicht entweichen. Dazu noch der Beton- und Staubdunst von der Baustelle, der in jede Ritze dringt, wenn wir die Fenster öffnen. Und wir müssen sie mal öffnen. Also Fenster und Tür auf.

    08:10 Uhr – Ich muss mal das WC aufsuchen. Dieses befindet sich nahe des Treppenhauses und ist zu meinem Bedauern fensterlos und nicht mit einer Lüftungsanlage ausgestattet. In den WC-Räumen ist es, wie im Sommer üblich, ca. 28 Grad warm und sehr stickig. Darauf bin ich aber gefasst, bin ja nicht das erste Mal dort. Heute hat sich aber jemand am Waschbecken die Zähne geputzt. Ich weiß sogar wer. Ich habe die Dame schon dabei beobachten können. Ist reinlich und löblich und sie kann ja nichts dafür, dass Pfefferminzgeruch bei mir einen Brechreiz auslöst. Ich muss also ein paar Meter weitergehen zum nächsten WC, denn das verkrafte ich heute nicht.

    11:15 Uhr – ruhige Stunden bis hierhin für meine Nase. Keine Eiersalatbrötchen, Ingwertees oder Parfümnoten meiner Kolleginnen. Toll. Denn auch das ist ja alles nicht verboten und ich ertrüge es still. Jetzt kommt aber ein IT- Kollege zu mir für einen Softwaretest. Er hat heute Morgen entweder die Dusche durch eine Ladung After Shave ersetzt oder er trägt sein Hemd schon seit einigen Tagen. Nicht direkt ungepflegt, aber unangenehm. Zum Glück scheitert der Test schon nach wenigen Minuten und er zieht wieder ab. Sein Odeur ist auch meiner Kollegin nicht verborgen geblieben. Ich bin nicht allein.

    15:20 Uhr – zurück am Bahnsteig Baumwall. Es rollt eine neue Bahn ein. Die Klimaanlage läuft und kämpft tapfer gegen die Ausdünstungen der vollen Besetzung an. Stehend kann ich auch einigermaßen Abstand halten. An den Landungsbrücken steigen viele aus und noch mehr wieder ein. Unter anderem ein Fahrrad und ein Kinderwagen, ich muss also Platz machen im Stehbereich und mich setzen. In die Fensterecke eines Vierers – so ein Amateurfehler, hier bin ich ausgeliefert. Ich sehe hoch und blicke in das verbrauchte Gesicht eines kleinen sehr ungepflegten Mannes. Armer Kerl, der auch sogleich auf den Augenkontakt reagiert (Fehler Nummer 2). Er quatscht mich voll, Undefinierbares. Zweimal droht er mit Körperkontakt, während er gestikuliert und sich vorbeugt: Aha, die eine oder andere Bierdose hat er heute schon geleert, das rieche ich ganz deutlich. Ich hasse Bieratem! Dann lacht er auch nach jedem zweiten Satz. „Keine Weltherrschaft ohne manisches Lachen“ – mein lieber Prof. Dr. Feinfinger! denke ich noch und muss fast selbst lachen.

    16:00 Uhr – Eigentlich wollte ich noch schnell was im Supermarkt besorgen. Aber als ich den Laden betrete, schwallt mir Unsagbares von der Käsetheke entgegen. Ich drehe gleich um und verschiebe den Einkauf. Nicht heute.

    16:20 Uhr – Ich schließe unsere Haustür auf und öffne die Tür zum Treppenhaus. Das Treppenhaus war in der hitzigen Vergangenheit immer ein Rettungsanker, weil die Kühle dort nie ganz gewichen ist. Zaubert mir sonst immer ein Lächeln ins Gesicht. Heute leider nicht. Unser 12jähriger Nachbar ist ein Fast-Food-Junkie und er liebt Knoblauchbrot. Ich merke schnell, heute ist es also mal wieder soweit. Schön, dass er mich auch daran teilhaben lässt. Ich bin den Tränen nahe.

    Dann ist es aber geschafft, in den eigenen vier Wänden ist alles so, wie es sein soll. Ich öffne den Kühlschrank und nehme eine Nase aus dem Kirschmarmeladenglas. Das scheint mir das beste zu sein. Es hilft auch.

    21:15 Uhr – Der letzte kommt nach Hause und war gerade mit seinem Banker beim Griechen essen. Irgendwas ist ja immer.

    Lecker

    Gerade wurde eine Studie veröffentlicht, die aufzeigt, dass Salz gar nicht so schädlich ist, wie lange angenommen. Die Frauen in China essen sehr salzhaltig und leben übrigens länger und gesünder als Europäerinnen. Ja, das hat natürlich verschiedene Gründe. Aber das Salz ist eben einer davon.

    Ein Redakteur der Süddeutschen Zeitung schreibt dazu, dass es vermutlich trotzdem nichts am Verhalten der Menschen ändern wird. Denn ernährungswissenschaftliche Irrtümer halten sich immer sehr hartnäckig. Da muss ich ihm Recht geben.

    Generationen wurden aufgrund eines Kommafehlers zum Spinatkonsum genötigt. Ärzte geben Ernährungsratschläge, die jeglicher wissenschaftlichen Basis entbehren. Und trotzdem glaubt man ihnen. Und wehe, du setzt dich darüber hinweg und sprichst offen darüber! Je nach deinem Gegenüber können die folgenden Anfeindungen beachtlich sein. Es ist mir ein Schleier, warum der zivilisierte Mensch immer gleich wie ein Missionar auftritt und andere nicht einfach essen lässt, was sie wollen. Muss es mich wirklich interessieren, dass mein Kollege nun Veganer ist? Ich kann höchstens sagen: Tut mit leid für dich. Aber mehr steht mir eigentlich nicht zu.

    Problem Nr. 1 ist schon mal, dass er es mir erzählt. Vielleicht gibt es dafür einen Grund: Berücksichtigung bei der Restaurantwahl, oder das Ablehnen des Geburtstagskuchens. Aber ob mit oder ohne Grund, ist das sofort Gesprächsthema und wird ausführlich erläutert.

    Ich halte mich für einen toleranten Zeitgenossen und höre mir den Vortrag gern an. Ich bin auch stets offen für Veränderungen. Durch eine Dokumentation beispielsweise, die ich nicht einmal selbst gesehen habe, versuche ich weitgehend den Palmölverzehr zu vermeiden. Aber warum habe auch ich das Bedürfnis, den Verzicht zu erklären und im Idealfall andere mit ins Boot zu holen? Ich könnte einfach sagen: Danke, das möchte ich nicht essen. Ende. So läuft es aber nie ab.

    Die Nahrungsaufnahme scheint uns alle zu einen und deshalb möchten wir unsere Philosophie wohl unbedingt teilen. Ein Aufkleber auf einem SUV vor mir teilte mir heute Morgen mit: Meat is murder. Vielleicht suchen wir auch Bestätigung und Zuspruch.

    Daran ist gar nichts schlechtes. Es wäre doch schön, wenn möglichst viele Menschen umweltbewusst einkaufen. Es ist einfach schwierig, weil keine der mir geläufigen Verhaltensregeln DIE eine richtige ist. Alles hat zu jeder Zeit Vor- und Nachteile.

    In meinen Weltverbessererteenagertagen habe ich den Standpunkt vertreten, dass allein die Flora und Fauna unsere Hilfe brauchen. Die Menschheit kann und soll sich selbst helfen. Stimmt wohl irgendwie. Aber es hängt doch alles zusammen. Und es ist alles so furchtbar kompliziert.

    Was kann ich also tun? Ich bleibe dabei und glaube weiter an Bio-Lebensmittel und ich versuche mehr und mehr, den Kunststoffkonsum zu vermeiden. Deshalb keine kunststoffverpackten Gemüsegebinde mehr und auch keine aufblasbaren Einhörner. Willy forever! Der hält hoffentlich noch eine Weile.

    Zum Schluss lasse ich Euch stehen mit einem Zitat aus „The normal heart“:

    „Zucker ist das Wichtigste, alles weitere dient nur der Lebenserhaltung.“

    The normal heart

    Nachforschungen zu Matt Bomer haben mich auf den Film „The normal heart“ aufmerksam gemacht. Für seine Darstellung eines an Aids erkrankten Homosexuellen hat er im Jahr 2014 eine verdiente Auszeichnung mit dem Golden Globe als bester Nebendarsteller erhalten. Ich hätte vielleicht vorher kurz den Inhalt recherchieren sollen, denn es ist ein heftiges Drama und deshalb nicht unbedingt für einen netten Abend geeignet.

    Aber die Besetzung klang so vielversprechend, dass ich nicht widerstehen konnte: Mark Ruffalo, Matt Bomer, Jim Parsons, Alfred Molina, Taylor Kitsch, Julia Roberts und viele mir eher unbekannte Darsteller.

    Die Geschichte fußt auf den autobiografischen Aufzeichnungen eines New Yorker Autoren aus den Jahren 1981-1984. Es geht um die Zeit, als sich in der gerade einigermaßen ansatzweise anerkannten Schwulenszene Aids ausbreitete. Es hat von 1981 noch Jahre gedauert, bis man überhaupt wusste, um was für eine Krankheit es sich handelte. Alle Betroffenen, ob selbst erkrankt oder nicht, wurden von der Medizin und der Politik lange Zeit allein gelassen. Der Autor konnte diesen Zustand der Hilflosigkeit nicht ertragen. Viele seiner Freunde starben, ohne dass man herausfand, wie die Krankheit übertragen wird und ob sie irgendwie zu lindern wäre. Er gründete eine gemeinnützige Hilfsorganisation, die allen mit Rat und Tat zur Seite stand und sich darum bemühte, in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Epidemie zu schaffen. Damit waren sie Pioniere und wenn auch lokal, ziemlich erfolgreich. Jedenfalls haben sie sehr vielen Menschen geholfen.

    Während dieser Zeit verliebt der Autor sich in einen Journalisten (Bomer). Nach kurzer glücklicher Zeit erkrankt der Journalist an Aids und ich nehme wohl nicht zu viel vorweg, wenn ich verrate, dass er stirbt.

    Viele andere Figuren werden noch vielschichtiger vorgestellt und jeder hat sein Päckchen zu tragen. Durchweg leider alles sehr, sehr tragisch.

    Ich finde den Film sehr bewegend. Ähnlich wie in „Milk“ und anders als in „Philadelphia“ wird der zwischenmenschliche Teil zwar nicht ausgespart aber mit einer solchen Sensibilität gezeigt, dass die eigentliche Botschaft immer im Vordergrund bleibt.

    Eine Punktewertung entfällt aus Pietätsgründen. Der Film ist aus meiner Sicht sehenswert. Dem Zuschauer sollte aber klar sein, worauf er sich einlässt. Taschentücher sind unbedingt notwendig.

    zum Städtele hinaus

    Gerade habe ich einen Artikel über das Wohnverhalten von Stadtmenschen in meinem Alter gelesen. Die Menschen scheinen sich mit Anfang 40 an einem Scheideweg zu befinden und sich in zwei Lager aufteilen zu müssen. Auf der einen Seite die, die aus Überzeugung in der Stadt bleiben und auf der anderen Seite, die, die sich ein ruhiges Leben auf dem Land wünschen. Ich muss sagen, dass ich das in meinem Arbeitsumfeld auch beobachten kann. Es ist jedoch interessant, dass diese zwei Lager scheinbar nur schwer koexistieren können. Anhänger der einen wie der anderen Seite sind starke Verfechter ihrer Ansichten und haben beide ein großes Mitteilungsbedürfnis, dass mitunter auch ins aufdringlich Sektenartige übergeht.

    Ich bin seit über 20 Jahren Stadtmensch und die ruralen Verlockungen lassen mich eigentlich kalt. Dennoch lese ich derlei Ausführungen immer gern. Bisher nur, um mir bestätigen zu lassen, dass ich genau da lebe, wo ich sein möchte.

    Charlotte Roche ist gerade aufs Land gezogen und hat ausführlich über die Vorzüge des Landlebens berichtet. Sehr blumig hat sie auch beschrieben, was ihr an Alltäglichem aus ihrem ehemaligen Berliner Szeneviertel so gar nicht fehlt – Spuren von Erbrochenem auf ihrer Motorhaube am Sonntagmorgen zum Beispiel. Darüber kann ich nur schmunzeln, denn wer hat im angesagten Kiez schon einen Parkplatz? Diese Art von zur Schau getragener Gentrifizierung muss schließlich bestraft werden.

    Arne Dahl hat es seinen Stockholmer Ermittler schon im Jahr 2004 von der Seele und mir aus dem Herzen sprechen lassen: Wer einmal all die Vorzüge des Großstadtlebens genossen hat, will sie nicht mehr missen. Er fand dafür so wunderbare Formulierungen wie:

    „Söderstedt vermisste nichts […] nicht die voraussagbaren Diskussionen über den Gartenschlauch, den Rasen und die Blumenbeete, die mehr Zeit verschlangen als Wasser“

    „Bei den Vororteltern, denen er begegnete, war es anders. Alle strengten sich aufs äußerste an, die Umwelt davon zu überzeugen, dass sie das Paradies auf Erden gefunden hatten. Eine nähere Untersuchung ergab in der Regel, dass das Paradies aus drei Dingen bestand; erstens, dass man die Kinder nach draußen lassen konnte, ohne sich ständig in ihrer Nähe aufhalten zu müssen; zweitens, dass es keine Parkprobleme gab; drittens, dass man grillen konnte.“

    In das gleiche Horn blies vor nicht allzu langer Zeit ein stern-Redakteur, den ich in der Kita persönlich kennengelernt habe. Ich erwähne diesen Umstand, weil ich ihn mir auch ehrlich gesagt nicht in einem Vorstadtgarten vorstellen konnte. Jedenfalls träumte er lange von einem Häuschen mit Apfelbaum im Garten und Eingemachtem im Keller. Als sich die Gelegenheit ergab, kaufte er ein Haus und zog in den Speckgürtel von Hamburg, also gar nicht mal richtig aufs Land. Schnell aber merkte er, dass das Nachteile mit sich bringt, die er nicht bereit war, in Kauf zu nehmen. Die Sache stresste ihn, machte ihn unglücklich und war in Summe einfach ein Fehler. Er hat den Fehler rückgängig gemacht und wohnt mit samt der Familie wieder in der Stadt. Aber er kann sagen, dass er es probiert hat. Er muss sich nie vorwerfen: Ach hätte ich doch… Das muss ich, so glaube ich, auch nicht. Denn ich hege keine solchen Wünsche. In meinen Wunschträumen habe ich Penthousewohnungen im Zentrum von London, Reykjavik oder Hamburg. Oder ein loftartiges Anwesen in einem Hinterhof in Altona mit Parkplätzen für mindestens 8 Autos. Diese Wünsche werden aus verschiedenen Gründen wohl nie Wirklichkeit werden, deshalb muss ich an der Stelle auch nicht mit meiner mangelnden Entschlossenheit hadern.

    Ich habe erst letzte Woche wieder festgestellt, warum ich unter anderem so gern in der Stadt lebe. Hier ist das Angebot an Kultur und Einzelhandelswaren so groß, dass ich mir zu fast jeder Zeit und auf der Stelle die meisten meiner kleinen bis mittelgroßen Wünsche erfüllen kann. Ich brauchte einen neuen Staubsauger und nach jahrelanger Recherche und stiller Vorfreude sollte es ein Vorwerkgerät sein. Also auf zum Jungfernstieg und nach wenigen Minuten war das Gerät gekauft! Diese nahezu unerschöpflichen Möglichkeiten sind für mich unheimlich beruhigend. Zugeben muss ich natürlich, dass ich nur einen Bruchteil dessen nutze, was mir in dieser Stadt geboten wird. Aber für diesen Bruchteil fahre ich gern von einem Stadtteil zum nächsten. Mit dem richtigen Ziel (die weltbesten Macarons oder der gut sortierte Laden für britische Lebensart) kann dieses metropolesque Gefühl auch über zeitraubende U-Bahn- oder Busfahrtzeiten hinwegtrösten. Altona ist einfach nicht aus allen Richtungen gut zu erreichen!

    Immerhin habe ich aber stets mehrere Möglichkeiten, mein Ziel zu erreichen. Die Züge fahren bis spät abends mindestens alle 10 Minuten und falls sie es mal nicht können, gibt es diverse Buslinien, die mich weiterbringen. Als Pendler aus der Vorstadt bin ich im schlechtesten Fall auf die Deutsche Bahn angewiesen und wie ich zu der Unternehmung gerade stehe, war erst kürzlich hier zu lesen. Ich habe Kollegen, die seit vielen Jahren viele Kilometer an jedem Arbeitstag pendeln. Ob mit der Bahn oder mit dem Auto, diese Ausdauer bewundere ich doch sehr. Es erscheint mir vollkommen abwegig und unendlich frustrierend, so viel meiner Lebenszeit mit der Fahrerei zu verschwenden.

    Das eigene Fleckchen Grün, das sich so viele wünschen, fehlt mir hier auch nicht. Unseren Balkon und die vorgelagerte Grünanlage nutze ich nicht mehr, seit die Kinder ohne meine Aufsicht spielen können. Für Gartenarbeit hatte ich auch noch nie viel übrig, ich wüsste es also gar nicht zu schätzen, wenn ich ein unbebautes Grundstück mein Eigen nennen könnte. Die Früchte eines Gartens, also zum Beispiel das gemütliche Beisammensein im Freien zum Grillen o.ä., kann ich bezeichnenderweise bei nahezu allen unseren Freunden und der Familie genießen. Ist es Zufall, dass in meinem engen Umfeld alle ein solches Lebensumfeld zu bieten haben? Da könnte ich glatt ein schlechtes Gewissen bekommen. Denn ich muss für diese Idylle, die ich dann durchaus genieße, keinen Finger rühren. An dieser Stelle kann ich deshalb mal schreiben: Danke, dass ich in Euren Gärten verweilen darf, wenn ich zu Besuch bin! Ich weiß Eure Arbeit dafür zu schätzen!

    Auf unseren Autofahrten über Land frage ich mich manchmal, ob sich die Menschen in kleinen Ortschaften und Dörfern mehr abschotten, als es in einer Stadt überhaupt möglich ist. Egal zu welcher Uhrzeit, auf den Straßen und Plätzen dort sind so gut wie nie Menschen zu beobachten. Keiner schlendert die Hauptstraße entlang, keine Kinder radeln umher, in den einsehbaren, meist sehr gepflegten Vorgärten hält sich nie jemand auf. Kein Sonnenschirm und keine besetzte Gartenbank sind zu sehen. Wenn es dort Leben außerhalb der Wohngebäude gibt, dann findet es gut versteckt statt. Das wirkt auf mich immer etwas traurig und trostlos. Ich hoffe, dass ich die selbstgewählte Ruhe und Abgeschiedenheit der Bewohner mit meiner Durchfahrt nicht allzu sehr störe.

    Wir hatten vor kurzem die Idee, eine seniorengerechte WG zu gründen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Zu meiner eigenen Verwunderung finde ich das doch recht verlockend. Immerhin müsste ich dafür die große Stadt verlassen, um eine Realisation möglich zu machen. Innerhalb der Hamburger Stadtmauern ist das nicht finanzierbar und mindestens zwei von uns Vieren würden das wohl auch nicht wollen. Aber ja, ich glaube, ich kann mich mit dem Kleinstadtleben anfreunden, wenn ich noch etwas älter bin. Dann habe ich sicher alles ausgekostet und der Umstand, dass ich dann dauerhaft mit urlaubserprobt kompatiblen, lieben Menschen zusammenleben kann, wird die Glücksbilanz auf jeden Fall aufgehen lassen. Die Aufteilung der unbebauten Fläche des Grundstücks in Grünanlage und Parkplatz ist bestimmt noch verhandelbar.

    And the Oscar goes to…

    Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences wird ihr Reglement ändern. Es drohen nun verschiedene Maßnahmen, um die Attraktivität und die Bedeutung des jährlichen Preises, des Academy Award of Merit, kurz Oscar, zu erhalten.

    Die Verleihungsshow hatte in diesem Jahr so wenige Zuschauer (angeblich 26,5 mio. Amerikaner – solche Zählungen sind m.E. wenig aussagekräftig, solange es sich um Hochrechnungen handelt. Für echte Zahlen sollte lieber Herr Zuckerberg beauftragt werden, der hat doch ganz andere Möglichkeiten.) wie noch nie. Aus diesem Grund soll die Verleihungsshow auf drei Stunden gekürzt werden. Im Prinzip ok, ich selbst sehe mir die Show auch nie live an, weil ich zur nächtlichen mitteleuropäischen Zeit keine vier bis fünf Stunden durchhalte. Aber was die Show so in die Länge zieht, sind die zahlreichen Werbepausen. Der deutsche Ausstrahlungssender nutzt noch nicht einmal jede Pause für bezahlte Werbespots, er sendet Trailer für nominierte Filme, so oft werden diese Zwangspausen eingelegt. Für Europäer wohl nicht zumutbar, was die Amerikanischen Zuschauer aushalten müssen. Aber an der Werbeschraube soll gar nicht gedreht werden. Preise in weniger prestigeträchtige Kategorien sollen in den Werbepausen verliehen und dann nur noch zusammengefasst für den Zuschauer übermittelt werden. Das ist ganz schön gemein. Mich interessieren diese Preise zwar auch nicht, schon weil ich den Unterschied zwischen „Sound Editing“ und „Sound Effects and Mixing“ nicht verstehe, aber wäre es nicht hilfreicher, diese Kategorien besser zu präsentieren und zu erklären, als ihre Preisträger in die Bedeutungslosigkeit zu verbannen? Schließlich sind es eben diese Künstler, die nur an dieser Stelle eine Auszeichnung erhalten. Die übrigen bekannteren Awards sparen Preise für so spezielles Handwerk gänzlich aus.

    Dann soll die Verleihung vorgezogen werden, um die sog. Awards-Season zu verkürzen. Also ehrlich, was habe ich denn als Zuschauer davon? Es ist mir doch egal, wenn ein Star genervt ist von den vielen Veranstaltungen und dem jeweiligen Rahmenprogramm im ersten Quartal eines Jahres. Soll er eben nur zu ausgewählten Veranstaltungen erscheinen. Für diese Maßnahme fehlt mir eine einleuchtende Erklärung. Zumal es sich nur um eine Verschiebung von vier Wochen handelt. Eine Erklärung bezogen auf den Wettbewerb und das Erscheinungsdatum eines Filmes kann ich auch nicht nachvollziehen.

    Zu guter Letzt soll noch mindestens eine neue Kategorie eingeführt werden: Der Preis für den besten Blockbuster – oder weniger platt formuliert – den besten populären Film. Böse Zungen behaupten, dass es der Preis für „Black Panther“ sein soll. Ein schwarzes Superheldenepos, dass wohl nicht das Zeug zum besten Film hat, soll lieber doch ausgezeichnet werden, um die Diskriminierungsvorwürfe gegen die Academy abzufedern. Dafür müsste die Kategorie aber schon 2019 eingeführt sein. Soweit ich es verstanden habe, kann es aber nicht so schnell gehen, denn die Academy ist alt und träge. Ich halte diese Kategorie für schwierig. Die Academy möchte herausragende Leistungen auf den einzelnen Gebieten würdigen. Die Auszeichnung der meistverkauften Eintrittskarten passt in dieses Gefüge nicht hinein. Und ist auch nicht nötig, denn für diesen Bereich gibt es ja die MTV Movie Awards. Dafür wurden auch noch schön schräge Kategorien geschaffen wie „bester Filmkuss“ oder „bester Bösewicht“. Das alles wird in einer launigen Show verliehen, in der die Stars sein können, wer immer sie wollen.

    Die Oscar-Verleihung mag mit ihren Benimmregeln und der Kleiderordnung als steif bezeichnet werden, aber ich finde diese Gepflogenheiten dem Anlass angemessen. Die Filmbranche nimmt sich in diesem Rahmen eben sehr ernst. Das ist auch richtig, weil so ein Film sehr viele Rädchen braucht und sehr viele Beteiligte für den gemeinen Zuschauer unsichtbar und nahezu unerwähnt bleiben. Ich kann sicher auf Anhieb 10 oscarprämierte Schauspieler, Regisseure oder Komponisten aufzählen. Kameraleute oder Drehbuchautoren fallen mir schon deutlich weniger ein. Aber wenn es um die besten Kostüme oder das beste Make-up geht, muss ich passen. Bei den Oscars bekommen diese Virtuosen die Bühne, die sie auch verdient haben und dafür kann man sich schon mal hübsch anziehen. Außerdem macht das jedem Spaß, kann mir doch keiner erzählen, dass die Stars darauf alle keine Lust haben!

    Ich hoffe, dass die Academy sich mit ihrer Reform nicht selbst ins Abseits bringt. Ich mag den Zirkus sehr und fiebere stets mit den Stars, wenn auch von fern.

    Die bekannten Stimmen, die sich zu der Reform geäußert haben, sind einigermaßen vernichtend. Elijah Wood hat nur ein „oof “ übrig und Rob Lowe, der mir interessanterweise gar nicht als geneigter Kritiker bekannt war, hält die Filmbranche gar für gestorben. Durch seine Äußerung habe ich heute außerdem gelernt, was in diesem Zusammenhang

    Vertikale Integration (eine Organisationsform mit dem Ziel, die Wertschöpfungs- und Lieferketten eines Unternehmens zu optimieren)

    und

    Tentpole- Filme (Filme, die eine finanzielle Stütze – Zeltstange – für die Produktionsgesellschaft sein sollen. Sie müssen geschickt lanciert werden, um einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Die Vermarktungsmaschinerie muss voll ausgereizt werden.)

    bedeuten.

    Und ich hoffe, dass die Globalisierung insofern weiter voranschreitet, als dass ich noch schneller noch mehr von dem genießen kann, was Hollywood hervorbringt:

      Bitte endlich mehr Staffeln von „Modern Family“ in Europa veröffentlichen!
      Bitte Filme wie „Score – eine Geschichte der Filmmusik“ nicht nur für eine einzige Vorstellung in Deutschland im Programmkino verstecken!
      Bitte den Dokumentarfilm „Won’t you be my neighbor?“ über den sagenhaften Fred Rogers auch in Hamburg zeigen, denn ich möchte ihn wirklich gern sehen!

    Die Verlegerin

    Ein Film aus dem Jahr 2017.

    Die Hauptdarstellerin ist Meryl Streep. Sie spielt die Rolle souverän, allerdings geben die Figur und das Drehbuch keine oscarwürdige Darstellung her. Trotzdem war sie nominiert. Aber sie wird ja immer nominiert, wenn sie eine Hauptrolle gespielt hat.

    Nun denn, es geht um die Verlegerin der Washington Post im Jahr 1971. Sie hat den Verlag vom Vater geerbt. Erst hat ihr Mann den Laden geführt, aber nach seinem Selbstmord hat sie das Ruder übernehmen müssen. Auch Anfang der 70er noch nicht so einfach für eine Frau. Sie wurde von ihrem männlichen Vorstand nicht ernst genommen und sie hat aus diesem Grund immer Ratschläge von männlichen Freunden eingeholt.

    Der Verlag brauchte dringend Geld und ging an die Börse. Die Banken agierten sehr verhalten und hatten sich das Recht vorbehalten, ihr Geld nach bis zu 7 Tagen zurückzunehmen, falls schlimme Umstände eintreten, die negative Folgen für die Zeitung haben: Börsencrash, Umweltkatastrophe etc.

    Am Tag nach dem Börsengang tauchen Papiere des Verteidigungsministeriums auf, die unzählige Fehlentscheidungen der Regierung im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg offenlegen. Die erste Veröffentlichung nimmt die New York Times vor und erntet sogleich eine Unterlassungsverfügung.

    Bei der Post hadern sie nun, ob man eine Veröffentlichung wagen sollte oder nicht. Schließlich kann das als Landesverrat interpretiert werden, oder die Banken ziehen ihr Geld zurück. Die Verlegerin entscheidet dann: Es wird veröffentlicht. Vorher natürlich noch eine flammende kleine Argumentationsrede. Alle betroffenen Verlage finden sich dann vor dem obersten Bundesgericht wieder und bekommen Recht! Ende gut, alles gut. Es ist eine wahre Geschichte und derzeit sicher ein gutes Beispiel für die notwendige und zu verteidigende Pressefreiheit.

    Aber insgesamt recht spannungsarm inszeniert. Leider wenig ergreifend.

    Tom Hanks als Chefredakteur hat mir sehr gut gefallen. Ansonsten plätschert die Geschichte so dahin.

    Ich vergebe 6/10 Maschinenanschläge.