feriatum affectum

Inselzeit 2.14.2018

Von den IQs beflügelt, die mich hier unmittelbar umgeben und die die Tausendermarke sicher fast kratzen, steigere ich mal den Anspruch an die Titel. Hoffentlich korrekt. Falls nicht, liegt es an der Temperatur, die heute über 25 Grad gestiegen ist und nur von einem leichten Windhauch erfrischt wird. Falls das alles ab Morgen nachlässt, kann ich immer noch auf Arthaus-Filmtitel umschwenken: „Die Essgeräusche der anderen“ und dergleichen.

Auf dem Weg zum Fahrradverleih umwehte mich jedenfalls ein Hauch von frisch aufgetragener Sonnencreme. Herrlich!

Ich muss sagen: Das sonnenwarme Wetter mit über 25 Grad ist zwar nicht mein Lieblingsklima, aber so in den Urlaub zu starten ist auf jeden Fall das Optimum für die Psyche.

An anderer Stelle wird dafür umso mehr unsere „14“ gefordert. Die Toleranzgrenze muss immer etwas nach oben angepasst werden, wenn man auf Menschenmengen trifft. Und die sind hier zweifelsohne unterwegs. Die Insel sei zu 96% belegt, hat mir der Händler (eine Mischung aus Guildo Horn und Hans-Christian Ströbele – diese Brauen!) in der örtlichen Buchhandlung berichtet. Seine Partnerin an der Kasse und er bilden ein charmantes Duo, das vor Phlegmatik und Gelassenheit nur so strotzt. Ist sicher die beste Methode, um mit dem westfälischen Menschenstrom klarzukommen.

Meckernde und gereizte Eltern sind mir heute am Meisten aufgefallen. Haben wir auch so viel diskutiert, erklärt und angetrieben? Auf jeden Fall hatte ich dabei nie die Geduld, die einige (meistens Mütter) in der Erziehung aufbringen. Blimey! – soll doch der Abkömmling einfach die Finger von der Literatur im untersten Regalfach lassen! Da muss ich doch nicht bei jedem herausgezogenen Buch erklären, dass der „Eiskalte Tod“ oder das „Narbenkind“ noch nichts für das Zweijährige sind.

Darüber sind wir ja altersmäßig sowieso hinaus. Dafür bin ich auch dankbar. Jetzt befehle ich nur noch manchmal: „Mach dies oder das“. Meine Macht ist geschrumpft, aber oft können wir über meine Versuche, mich durchzusetzen, zusammen lachen. Vielleicht aus Mitleid wird sogar recht oft dem Impuls des Türzuschlagens widerstanden. Schmeichelt sanft. Ansonsten heißt es: Anklopfen bitte! Und das wiederum beherzige ich und gebe mich einem Buch hin. Das ist Alltagsluxus.

14

Inselzeit 1.14.2018

Es ist soweit! Wir sind auf der Insel!

Und alles stand im Zeichen der 14, die grundsätzlich wohl für Geduld, Disziplin und Zuverlässigkeit steht.

Jedenfalls startete unser 14tägiger Urlaub am 14. Juli um 14 vor 9 Uhr auf Gleis 14! Unsere Verspätung bei Ankunft in Emden betrug zwar nur 12 Minuten, aber die 5 scheidet völlig aus.

Begrüßt hat uns ein herrlicher Tag mit idealen 24 Grad, leichtem Wind und schönstem Sonnenschein.

Das angekündigte HOLI-colourful-sand-Festival fand dann leider gebührenpflichtig und vollkommen versteckt in einem Randgebiet und deshalb ohne uns statt. Aber der Abend war ja auch schon nicht mehr so jung. Da hat unser Essen:

uns prima geschmeckt. Und ein erster und wahrlich obligatorischer Gang zum Strand war eine schöne Abrundung.

Alle volljährigen haben dann noch einen ersten Gin Tonic genossen. War lecker, hat bei mir leider zu einem leichten Kater geführt (habe nicht trainiert), aber den habe ich beim nächstmorgendlichen Spaziergang über die Promenade zum Bäcker bereits wieder auskuriert.

Wiederholungen

Inselzeit 6T15Std

Unser sechster Aufenthalt auf der Insel nähert sich: In sechs Tagen ist es soweit!

Heute haben wir mit netten Menschen einen 48. Geburtstag gefeiert. Beim Plaudern ist mir aufgefallen, dass der Mensch zur Wiederholung neigt.

Es folgen je nach Uhrzeit immer dieselben Geschichten. Und da ist die heutige Gemeinschaft kein Einzelfall. Mit bestimmten Gruppen wiederholen sich bestimmte Geschichten. Jedes Mal. Das ist gar nicht schlimm, insbesondere, wenn man sich nicht so oft sieht.

Aber: Machen wir das auch? Oder sehen wir uns in einer solchen Häufigkeit, dass wir dieses Stadium einfach überspringen?

Ich weiß aus ehelicher Quelle, dass ich generell auch die eine oder andere Anekdote bereits ein- oder zweimal zum Besten gegeben habe. Manchmal merke ich das auch direkt und breche ab.

Aber nur, um es klarzustellen: Die obligatorischen Gags möchte ich ALLE hören. Gar keine Frage.

Ansonsten bin ich gespannt, welche Sachverhalte und Gegebenheiten uns derzeit auf der Seele brennen. Natürlich habe ich über die letzten 15 Jahre nicht Buch geführt. So ungefähr kann ich aber die Entwicklungen noch nachzeichnen. Beruflich und familiär. Erfreulicherweise kann ich gedanklich mehr Höhepunkte auflisten. Gefühlt haben wir davon auch mehr erlebt. Ich glaube, es ist nicht nur mein Bewusstsein, dass negatives ausblendet. Und wenn doch, ist das auch in Ordnung.

Die Vorfreude steigt!

Ruf der Pflicht

Inselzeit 11T17Std

Eigentlich müsste ich die Inselzeit weglassen, weil dieser Beitrag rein gar nichts mit Urlaub zu tun hat. Aber vielleicht kann ich die Kurve noch nehmen.

Gerade habe ich das Buch „American Hero“ von Morton Rhue gelesen. Ein Jugendbuch, empfohlen ab 14 Jahre. Es geht um einen jungen US-amerikanischen Soldaten, der in jeglicher Hinsicht versehrt aus dem Krieg im Nahen Osten heimkehrt. Nur schwer findet er sich in seiner militärbelasteten Familie und Umgebung zurecht. Auch seine weitere Laufbahn steht auf Messers Schneide. M. Rhue versteht es, wie nur wenige andere Autoren, sich derart in den jungen Mann hineinzuversetzen, dass man sehr mitleidet und seine Zerrissenheit nachempfinden kann.

Im Laufe der Geschichte wird mehrfach auf das Videospiel „Call of Duty“ verwiesen. Und dass es Jugendliche gibt, die aufgrund dieses Spiels in den Militärdienst eintreten wollen. Soweit ich weiß, darf man das Spiel erst mit 18 Jahren spielen. Aber ich nehme an, dass sich die wenigsten daran halten. Der Protagonist kann das nachvollziehen, er hätte es auch gern gespielt. Aber mit dem Krieg hätte das Spiel nichts zu tun.

Wie Recht er doch hat.

Nachdem ich „The Circle“ gelesen hatte, dachte ich: Das sollte jeder Teenager gelesen haben. Gerade, weil die Protagonistin sich nicht beirren und bis zum Schluss von der irren Vision eines Einzelnen fehlleiten lässt. Der „American Hero“ reiht sich hier ein: Auch dieses Buch sollte Pflichtlektüre werden. Es ist hart und eindringlich, regt aber unzweifelhaft zum Nachdenken an.

Im Urlaub soll die Hollywoodversion des Circle ja seine Chance bekommen.

Da ist der Dreh!

Und nächstes Mal wieder was lustiges – versprochen!

Personengesellschaften

Inselzeit 18T20Std

Nachdem ich heute Vormittag 4 Stunden lang einem Vortrag über die Führung von Gesellschafterkonten bei Personengesellschaften lauschen durfte, hatte ich mir den Nachmittag freigenommen. Heute Abend ist noch eine Badbesichtigung geplant. Ich hatte also ein Zeitfenster von vier Stunden. Als ich am Kino vorbei kam, sollte in 10 Minuten „Oceans Eight“ starten. Also hatte ich außerdem noch eine Gelegenheit und sie genutzt.

Der Film hat keine überschwänglichen Kritiken. Sollte Mittelmaß sein und im Vergleich zu „Oceans Eleven“ sollte der Jazz fehlen. Das kann ich nicht bestätigen. Vielleicht, weil ich bestätigen kann, dass ein Film umso besser ist, je niedriger die Erwartungen sind. Ich bin kein großer Fan von Sandra Bullock. Sie spielt die Hauptfigur. Aber sie macht ihre Sache gut. Die übrigen Mädels sind ausnahmslos schön anzuschauen (in der Männerrunde nicht alle) und spielen gut. Frau Bonham-Carter ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Die Sprüche sind nicht weniger cool als bei den Herren und die Geschichte wird fluffig erzählt. Es gibt aus meiner Sicht nichts zu bemängeln. Es handelt sich um prima Unterhaltung. Dafür ist Kino da und dafür zahle ich sehr gern 9,50€. Meine Wertung sind 7/10 Diamanten.

Es gab auch ein paar interessante Vorschauen. Zum Beispiel die Verfilmung von „Deine Juliet“. Das Buch hat mir Kathrin wärmstens empfohlen und es war auch wirklich sehr schön. Den Film werde ich mir ansehen (schon, weil wieder hübsche Menschen mitspielen).

Leben und Lieben in Burbank

Inselzeit 21T16Std

Ging es Euch schon einmal so: Ihr habt eine Serie nahtlos durchgezogen und fühlt Euch, als gehörtet Ihr dazu zur sozialen Gruppe?

Bei „Emergency Room“ ging es mir seinerzeit so und dann wieder bei „Chuck“. Ich weiß gar nicht genau, woran es liegt, aber dieser süße Nerd aus Kalifornien ist mir dermaßen ans Herz gewachsen, dass ich heute während einer Autofahrt ganz wehmütig wurde, als ich ein instrumentales Musikstück aus der Serie gehört habe. Die Instrumente muss ich hier betonen, weil die Serie an sich einen ganz hervorragenden Soundtrack zu bieten hat. Damit vergleichbar ist nur „Blacklist“, sonst kann sich damit nichts messen, was bisher so im TV lief. Insbesondere die Schlusssequenzen werden stets mit einem ganz tollen Stück untermalt.

Die Serie ist eigentlich mehr was für 12jährige Jungs. Eine Agenten-Action-Angelegenheit mit jeweils abgeschlossenen Geschichten rund um die Rahmenhandlung. Erinnert sehr an „Ein Colt für alle Fälle“, „Ein Trio mit vier Fäusten“ etc.. Die Charaktere sind allerdings sehr fein gezeichnet und nehmen im Laufe der Staffeln alle eine schön erzählte Entwicklung. Hervorragende Darsteller runden das Bild ab. Wie es sich für Kalifornien gehört, sind alle hübsch. Es gibt super Gags – einmalige wie laufende. Es gibt unzählige Anspielungen und Hinweise auf Filme oder andere Serien. Manche Folgen sind sogar eine Hommage an Klassiker. Es macht wirklich Spaß, dabei zu sein. Selten habe ich mit einer Fernsehfigur so mitgefiebert und mitgelitten. DVD sei Dank kann ich jederzeit wieder zurück nach Echo Park.

Ich habe auch viel Spaß mit den Gilmore Girls, oder der Big Bang Truppe, oder den fünf Freunden rund um Ted Mosby, oder Neil Caffrey und Mozzie aus New York. Auch diese Serien sind gut gemacht. Aber eben nicht ganz so fesselnd. Ein abschließendes Urteil über Familie Pearson kann ich noch nicht fällen. Ich habe die Folgen nicht am Stück geguckt und ich muss immer so weinen. Das sagt ja eigentlich doch schon alles. Ich leide uneingeschränkt mit. Außerdem hat es mich verrückt gemacht, nach dem Ende von Staffel 1 nicht gleich weitermachen zu können! Also doch Sucht. Die machen das aber auch immer gut mit den Emotionen, die Amerikaner.

Viktualien

Inselzeit 22T21Std

Heute habe ich gelesen, dass der heimische Stil in der deutschen Spitzenküche vermisst wird. Es gebe nur wenige regional orientierte Köche und Lokale, es fehle an deutscher Küchen-DNA. Die Franzosen hätten seit Jahrzehnten einen großen Einfluss und es seien auch keine prominenten Vorbilder zu finden. Die Kanzler hätten z.B. nur Saumagen, Currywurst und Grühnkohleintopf bekannt gemacht. Nun müsse man nicht gleich so brutal lokal sein wie die Dänen im „Noma“, die noch nicht einmal Olivenöl oder Zitrusfrüchte verwenden, aber eine Rückbesinnung auf regionale Lebensmittel sei doch wünschenswert.

Wir kochen auf der Insel ja nicht auf Sterneniveau. Da müssen wir uns auch nicht so beschränken. Kochen ohne Olivenöl? Kein Currygericht? Das wär doch schade. Ich muss aber zugeben, dass unsere Speisenauswahl nur ein Gericht enthält, dass als urdeutsch bezeichnet werden könnte. Alles andere hat viele Einflüsse aus Europa und dem nahen Osten. Ein wenig Amerika mischt sich auch darunter.

Ich muss außerdem sagen, dass ich das Leben in der Großstadt auch deshalb so genieße, eben weil es so viele ausländische Einflüsse bietet. Nicht nur in Bezug auf die Lebensmittel. Das griechische Restaurant und den Asia-Markt gibt es selbst in der Kleinstadt.

Die Große Bergstraße in Altona gehört zu meinen Lieblingsorten in der Stadt, weil sich dort der türkische Gemüsehändler neben dem schwedischen Café und der niederländischen Stoffhändlerin angesiedelt hat. Ein paar Meter weiter bietet eine schweizerische Kommune allerfeinste Patisseriewaren an und ein Brite verkauft Bücher, Haushaltswaren und allerlei andere Artikel aus dem Vereinten Königreich. Das sind oft Läden, die nur in einer Großstadt funktionieren, weil sich hier genug Kunden finden. Das ist mir klar und ich mag das sehr. Leider sind manche Richtungen für mich gar nicht zu finden. Da sind Städte wie Berlin, London oder New York natürlich viel mehr Schmelztiegel. Die jüdische Gemeinde zum Beispiel kommt für mich in Hamburg gar nicht vor. In Berlin aber schon. Da haben wir in Kreuzberg einen tolles Café besucht, das sehr spannende Speisen im Angebot hat. Auf meiner Weihnachtswunschliste steht seitdem „Jerusalem: Das Kochbuch“.

Auf Borkum werden erfahrungsgemäß etwa 95% der Urlauber deutsch sein. Und davon mindestens die Hälfte aus NRW. Aber das bedeutet ja nicht, dass die Leute weniger spannend sind. Mal sehen, welche Strandkorbnachbarn wir in diesem Jahr haben. Das kann ja in alle Richtungen gehen, in die witzige oder in die nervige. (Charlotte und 🌭)

The cornerstone of any nutritious breakfast

Inselzeit 23T20Std

Manchmal braucht es einen kleinen Anstoß, um sich mal wieder mit Dingen zu beschäftigen, an die man lange nicht mehr gedacht hat.

Heute gab es in der Kantine einen sehr sehr leckeren Big Kahuna Burger. Ein Mitglied des Küchenteams ist offenbar ein Kenner des Guten Filmes. Meine beiden Kolleginnen konnten mit dem Burger oder dem Namen Jules Winnfield nichts anfangen. Der 30jährigen verzeihe ich es. Der Film kam wahrlich weit vor ihrer Zeit heraus. Aber bei der 49jährigen ist das doch eine beklagenswerte Lücke. Und dann noch das: „War das nicht der Film, wo am Ende eine Leiche im Gartenschredder entsorgt wird? – Nein, das ist „Fargo“. – Aber den magst Du doch auch, oder? Dann ist das sicher nichts für mich.“ Das ist hier wohl der Fall. Beide Filme sind übrigens zu Recht oscarprämiert. Nicht nur ich mag sie beide sehr.

Jedenfalls habe ich mich gleich nach 1994 zurückgedacht und bin auf dem Weg nach Hause durch die Grindelallee gefahren, um beim „Kulturbuch“ Halt zu machen. Ein Laden, den ich seinerzeit sehr oft besucht habe. Er führte Bücher, Plakate und Fotos rund um Hollywood und Babelsberg. Herrlich. Leider Vergangenheit. Heute ist nur noch ein winziger Restbestand an Schätzen in der benachbarten Videothek „Filmgarten“ untergebracht. Das war also schnell durchgesehen. Schön aber das Personal und die wenigen Kunden: Schrullige Studenten und bärtige (wahrscheinlich) Professoren. Menschen, die ihre unmoderne Kleidung mit einer solchen Verachtung zusammenstellen, dass ich es schon wieder bewundere. Es war also ein schöner Ausflug in die Vergangenheit. Da weder „Fargo“ noch „Pulp Fiction“ mit nach Borkum können, werde ich „High Fidelity“ einpacken. Das „musikalische Autistenpärchen“ und ihr depressiver Chef erinnern mich sehr an den o.a. Laden und sind ja fast schon Mainstream.

Metropolen

Inselzeit 24T1Std

Auf meiner Wunschliste der nächsten Städtetrips steht auch Paris – immerhin auf Platz 5. Der letzte Besuch liegt schon 23 Jahre zurück. Beyoncé und ihr Mann waren aber kürzlich dort und haben ein Video zu ihrem Song „Apeshit“ produziert – im Louvre! Den Ton musste ich abstellen, der Gesang nervt kolossal. Aber das Video ist grandios. Diese Kulisse! Die Aufnahmen sind voller Anspielungen und Provokationen. Schwarze Ikonen vor weißer Kunst. Im Text sinnieren die beiden über ihren luxuriösen Lebenswandel und darüber, dass sie es kaum fassen können, so weit gekommen zu sein. Geradezu sympathisch. Alles in allem sehr gelungen. Ich glaube nämlich, dass ihr Tanzgebahren und seine debil anmutende Mimik durchaus ironisch gemeint sein könnten. Vielleicht liegt das aber auch am Anschauen ohne Ton. Akustisch ist das Stück für mich leider unerträglich.

Aber es macht Lust auf Paris, auf Kultur und Kunst. Ich muss dringend noch etwas nachlesen über Christos Fässer im Londoner Hyde Park. Den Aufbau habe ich ja leider nicht gesehen bei unserem letzten Besuch dort. Hätte ich’s doch nur gewusst. Sie waren zwar noch nicht komplett installiert, aber schön grell war es wohl schon. Und Christo ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Oft kann ich mit moderner Kunst nichts anfangen, aber Christos Werke ziehen mich immer in ihren Bann.

Aus der Süddeutschen Zeitung:

Die Londoner 7506 Fässer – genannt Mastaba – sind wohl nur ein Vorgeschmack auf etwas epochales, das Christo (und zu Lebzeiten Jeanne-Claude) bereits seit 1977 planen: Die dauerhafte Installation von 410.000 bunten Fässern mitten in der afrikanischen Wüste, aufgebaut dann größer als die Cheops-Pyramide.

Reisefieber

Inselzeit 24T20Std

So langsam steigt die Betriebstemperatur! Ich habe eine riesige Reisetasche angeschafft, weil Taschen praktischer sind als Koffer. Im Taxi, im engen Zugkorridor. Koffer, insbesondere Hartschalenkoffer sind mehr was für Flugreisen und für die sichere Überführung zerbrechlicher Souvenirs.

Überhaupt gibt es auf unterschiedlichen Reisen sehr unterschiedliche Ver- und Gebote in Bezug auf das Gepäck.

Für einen Städtetrip darf der Koffer nur zu zwei Dritteln gefüllt sein, sonst passen die Einkäufe nicht hinein. Außerdem muss eine genaue Anzahl von Kleidungsstücken für die geplanten Unternehmungen passend eingepackt werden. Schließlich wird keine Zeit sein, Kleidung zu waschen oder zu Bügeln. Und wehe, der Schlafanzug wird vergessen! Im Reiseoutfit auch die erste Nacht zu verbringen, kann die Laune schon ein wenig trüben.

Für die Reise nach Borkum gelten ganz andere Regeln: Weniger Kleidungsstücke – die Waschmaschine läuft schließlich jeden Tag. Ein zweites Paar Schuhe ist nötig und muss Platz finden.

Wegen Geiz und Warenknappheit bzw. eingeschränkter Auswahl auf der Insel muss auch die eine oder andere Flasche Alkohol mitgenommen werden. Und Gewürze. Schokolade zum Glück nicht, denn das braune Gold aus Bremen gibt es in einem kleinen Laden in der Ortsmitte. Dank der „Borkumer Bio-Insel“, einem Lädchen, das seit zwei Jahren etabliert ist, können wir auch die vegetarischen Varianten unserer Menüs mit allem verfeinern, was ein herkömmlicher Supermarkt nicht bietet. Ich habe gerade noch einmal nachgesehen: Die Bio-Insel ist auch in diesem Jahr wieder geöffnet. Der Veggie-Bio-Gemeinde sei Dank! Nur einige wenige Mischungen werde ich in Hamburg besorgen.

Jedenfalls sind die Taschen erst sehr voll und auf dem Rückweg viel weniger prall und schwer.

Schwer fällt mir aber jedes Jahr die Beantwortung der Jackenfragen: Welche soll es sein? Wird eine Regenjacke nötig sein? Die Regenjacke ist die letzten zwei Jahre zu Hause geblieben. Wenn es regnet, muss ein Schirm reichen. Wenn es auch stürmt, muss ich eben im Haus bleiben. Und ansonsten? Im letzten Jahr brauchte ich gar keine Jacke. Die wenigen kühlen Augenblicke habe ich genossen und allenfalls gedacht: Ah – angenehm frisch! Für 2018 ist noch nichts entschieden….