Filmkritik

Three billboards outside Ebbing, Missouri

Wer den Film noch nicht kennt und sich überraschen lassen möchte, liest besser nicht weiter. Ich versuche, möglichst wenig zu verraten, aber alles kann ich nicht unerwähnt lassen.

Ein Film, nach dem ich mich, wie nach wenigen Filmen, erst einmal einen Augenblick zurücklehnen muss, um das Gesehene einzuordnen. Es gibt beeindruckende Filme, die mich bei der ersten Sichtung sehr fesseln, die aber dennoch durch ihre Erzählweise sauber bis zum Ende begleiten. Man kann lachen, weinen und dann mit der Geschichte abschließen. „Der Club der toten Dichter“, oder „Forrest Gump“ fallen in diese Kategorie.

Bei den billboards ist das schwieriger. Wie bei „L.A. Crash“, „Die Truman Show“ oder „Paper Moon“ ist das Ende insofern offen, als dass der Verbleib der liebgewonnenen Figuren nicht mehr gezeigt wird.

Die Geschichte der billboards handelt von Verbrechen, Vergebung und Verzweiflung. Die Inhaltsangaben, die ich im Vorwege gelesen hatte, ließen auch keine Rückschlüsse darüber zu, was genau mich erwarten würde. Durch die Oscar-Verleihung (der Film war mehrfach nominiert, u. a. für den besten Film, wenn ich mich recht erinnere) und die entsprechende Berichterstattung rundherum erwartete ich ein Drama mit einigen wenigen sarkastischen Momenten. Denn von herbem Wortwitz war immer mal die Rede. Was ich nun gesehen habe, ist einer der besten Filme der letzten Jahre. Ein hervorragendes Drehbuch, das nur so sprüht vor skurrilen Dialogen und herrlich verschrobenen Figuren. Dabei wird das Drama nie in den Hintergrund gerückt, es drängt sich vielmehr immer weiter auf, bis ich es fast nicht mehr aushalten kann, ohne laut auszurufen: „Mach das bitte nicht!“

Die Darsteller sind ausnahmslos gut besetzt. Frau McDormand hat ihren Oscar wirklich verdient. Die beiden anderen Nominierten (Harrelson und Rockwell) allerdings auch, aber wieder andere waren wohl noch besser.

Absolut empfehlenswert – ich vergebe 10/10 Molotowcocktails

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