Ein Film aus dem Jahr 2017.
Die Hauptdarstellerin ist Meryl Streep. Sie spielt die Rolle souverän, allerdings geben die Figur und das Drehbuch keine oscarwürdige Darstellung her. Trotzdem war sie nominiert. Aber sie wird ja immer nominiert, wenn sie eine Hauptrolle gespielt hat.
Nun denn, es geht um die Verlegerin der Washington Post im Jahr 1971. Sie hat den Verlag vom Vater geerbt. Erst hat ihr Mann den Laden geführt, aber nach seinem Selbstmord hat sie das Ruder übernehmen müssen. Auch Anfang der 70er noch nicht so einfach für eine Frau. Sie wurde von ihrem männlichen Vorstand nicht ernst genommen und sie hat aus diesem Grund immer Ratschläge von männlichen Freunden eingeholt.
Der Verlag brauchte dringend Geld und ging an die Börse. Die Banken agierten sehr verhalten und hatten sich das Recht vorbehalten, ihr Geld nach bis zu 7 Tagen zurückzunehmen, falls schlimme Umstände eintreten, die negative Folgen für die Zeitung haben: Börsencrash, Umweltkatastrophe etc.
Am Tag nach dem Börsengang tauchen Papiere des Verteidigungsministeriums auf, die unzählige Fehlentscheidungen der Regierung im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg offenlegen. Die erste Veröffentlichung nimmt die New York Times vor und erntet sogleich eine Unterlassungsverfügung.
Bei der Post hadern sie nun, ob man eine Veröffentlichung wagen sollte oder nicht. Schließlich kann das als Landesverrat interpretiert werden, oder die Banken ziehen ihr Geld zurück. Die Verlegerin entscheidet dann: Es wird veröffentlicht. Vorher natürlich noch eine flammende kleine Argumentationsrede. Alle betroffenen Verlage finden sich dann vor dem obersten Bundesgericht wieder und bekommen Recht! Ende gut, alles gut. Es ist eine wahre Geschichte und derzeit sicher ein gutes Beispiel für die notwendige und zu verteidigende Pressefreiheit.
Aber insgesamt recht spannungsarm inszeniert. Leider wenig ergreifend.
Tom Hanks als Chefredakteur hat mir sehr gut gefallen. Ansonsten plätschert die Geschichte so dahin.
Ich vergebe 6/10 Maschinenanschläge.