Dienstag – Nytårsaften

Der Sturm hat tatsächlich alle Wolken weggepustet! Ich komme heute in die Küche und werde von einem wunderschönen Morgenrot begrüßt! Wir haben ja so eine schöne Panoramascheibe und befinden uns im zweiten Stock.

Unsere Nahrungsaufnahme gestaltet sich wie erwartet etwas aufwändiger, weil unter uns ja verschiedenste Esser zusammenkommen. Da wäre zum Einen die Low Carb-Fraktion, immerhin zwei-Frauen-stark. Dann meine Wenigkeit und mein Vater, die wir ebenfalls eine etwas eingeschränkte Palette bevorzugen. Gründe dafür kenne ich nicht, eine Mischung aus genetisch und traumatisch oder so. Wir haben auch keine 100%ige Deckung. Dann kommen noch drei Teenager, deren Auswahl durchaus auch als schrullig bezeichnet werden kann. Jedenfalls handelt es sich um drei unterschiedliche Varianten mit einer relativ geringen Schnittmenge.

Nur der letzte scheint mir der Unkomplizierteste zu sein, ich kann jedenfalls keine nennenswerten Abneigungen oder Vorlieben ausmachen, außer dass er die Marotten der anderen still erträgt.

Auf jeden Fall sorgt das alles dafür, dass unser Frühstückstisch reich gedeckt ist und sich viele spannende Sachen darauf finden. Von einer riesigen Leberwurst (Obacht Herbert Knebel: „So viele Angehörige haben Sie doch gar nicht!“) über drei Sorten Brot bis hin zu farbenfroher Papaya und Granatapfelkernen. Von der Käsevielfalt ganz zu schweigen. Sehr schön! Für den Neujahrsmorgen ist sogar noch eine Internationalisierung geplant, es sollen neben Speck und Rührei (gibt es nicht jeden Tag) noch Pancakes hinzukommen.

Für den Schönwettertag heute haben wir unseren Ausflug nach Skagen geplant. Ich bin eine der wenigen, die noch nie dort waren. Meine Erwartungen sind also entsprechend hoch. Heute bin ich nur Mitfahrer, ich kann also im Fond schön die Augen schließen. Wenn ich nicht selbst fahre, sitze ich ganz gern auf der Rückbank. Das ist herrlich entspannt. Ich sitze aber vorn. Ist auch in Ordnung.

In Skagen erwartet uns bestes Wetter und die Erkenntnis, dass dieses noch viele weitere Urlauber anzieht. Der Parkplatz ist voll, aber wir finden noch eine Lücke. Dann rauf auf die obligatorische Düne. Dahinter ist natürlich noch nicht gleich die Landzunge gelegen. Dorthin sind noch etwa 1000 Meter zurückzulegen. Die Sonne und den Wind im Rücken. Die Kälte schneidet den Atem ab. Es ist wie zur Rush Hour am Mount Everest. Menschenschlangen kämpfen sich zum Ziel vor. Viele kommen uns auch entgegen, sie haben es schon hinter sich. Anders als im Himalaya ragen allerdings leere Sektflaschen und Gläser aus den Funktionsjacken. Der Vergleich hinkt wohl doch etwas.

Die Zusammenkunft von Nord- und Ostsee begeistert mich aber total! Ein berauschendes Naturschauspiel. Durch den Sturm mit einer beeindruckenden Brandung. Wirklich sehenswert!

Nun hatte ich gedacht, dass das schon der letzte Höhepunkt des Jahres war. Weit gefehlt. Nach einer Stippvisite bei den helgolandesquen Büdchen am Skagener Hafen düsen wir zurück nach Løkken, um den Sonnenuntergang zu genießen. Ich nahm an, dass wir das zu Fuß machen. Aber die Sonne geht hier so früh unter und es ist ja erlaubt: Wir fahren mit dem Auto direkt an die Wellen. Ich bin begeistert und entsetzt zugleich. Der Sonnenuntergang ist jedenfalls wunderschön. Ganz nah dran am perfekten Tag, auf jeden Fall ein perfekter 31. Dezember!

Dann zurück nach Hause. Da ist es schön warm und die LowCarb-Fraktion kann wertvolle Energie nachladen. Bei den traditionellen Berlinern, die wir am Strand genossen haben, mussten sie ja aussetzen. So steigt auch die Stimmung insgesamt wieder steil an. Trotz Hunger, müde, kalt war sie aber auch gar nicht schlecht.

Jetzt muss noch geschmückt werden und dann kann die große Sause starten!

Ich wünsche allen einen guten Rutsch und alles Gute für 2020! Ich melde mich im nächsten Jahr wieder.

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