La torre pendente

Am Donnerstag ist es wärmer als an den vergangenen Tagen. Schon am schattigen Morgen. Aber gut, dann trocknet auch noch unsere Wäsche. Wir okkupieren die Waschmaschine für Gäste mehr als die anderen Parteien. Heute ist in den beiden weiteren Wohnungen zwar Bettenwechsel, aber schon vorher habe ich keine fremde Wäsche gesehen. Wir müssen die Maschine nutzen, weil wir aus Platzgründen mit reduziertem Gepäck unterwegs sind.

Unser Programm für heute ist Pisa. Wir fahren mit dem Auto nach Pescia und von dort mit dem wunderbar klimatisierten Zug nach Lucca und von dort nach Pisa. Die italienischen Regionalzüge, die wir genutzt haben, sind einwandfrei pünktlich, angenehm temperiert, sehr gut organisiert und beschildert. Alle Eskapaden, die sich hierbei ergeben haben, hatte nicht die Bahngesellschaft verschuldet, das muss ich noch einmal betonen.

An der ausgewiesenen Station zum schiefen Turm werden wir durch zahlreiche Schilder verlässlich geleitet und können den Turm nach zwei Kreuzungen schon sehen. Nur die Sonne, die brennt heute unerbittlich. Ich muss noch einen Fächer kaufen, weil ich mein mitgebrachtes Exemplar natürlich heute im Ferienhaus gelassen habe. Ein schön kitschiges Modell immerhin mit Pisas Sehenswürdigkeiten darauf.

Der schiefe Turm ist Teil einer Domanlage und war als freistehender Glockenturm geplant. Es gehören noch zwei weitere, außerordentliche schöne Gebäude zu dem Ensemble. Die Anlage ist am Rand der Altstadt gelegen und von einem Park (ohne Bäume oder nennenswerten Schatten) umgeben. Kein Automobilverkehr stört den Touristenstrom und keine Abgase verdunkeln das Gemäuer. Frisch und weiß wie am ersten Tag leuchten die Gebäude, dass es eine Freude ist. Auch über 800 Jahre nach dem Bau. Mit dem Turm verhält es sich wie mit vielen Monumenten: Man muss vor Ort gewesen sein, um sich ein authentisches Bild zu machen. Man muss die Atmosphäre genossen, die Umgebung inhaliert und die Farben mit eigenen Augen gesehen haben. Das kann kein Bild oder Film ersetzen. Im Nachhinein ist ein Film natürlich schön, weil man, einmal da gewesen, diesen dann ganz anders wahrnimmt. Der schiefe Turm ist jedenfalls einer meiner Höhepunkte dieser Reise. Es ist auch spannend, sich zu überlegen, wer auf diesen Pfaden bereits gewandelt ist. In Florenz gingen ja die ganz Großen durch die Jahrhunderte ein und aus. In Pisa waren auch viele Künstler und Wissenschaftler häufige Besucher. Der Legende nach hat Galileo Galilei, einer der berühmtesten Söhne der Stadt, im schiefen Turm die Fallgesetze entdeckt.

Erfreulicherweise besuchen die meisten Touristen nur den Turm. In der Altstadt herrscht viel weniger Betrieb, was sehr angenehm ist. Vielleicht ist es Vielen heute auch einfach zu warm. Ich finde es in der schattigen Fußgängerzone durchaus erträglich. Hier sind neben einigen niedlichen Lädchen mit besonderem Sortiment auch immer wieder sehr schöne Hausfassaden zu bewundern. Der Ausflug nach Pisa hat mir ausnehmend gut gefallen.

Oben am Hang und Haus ist der Parkplatz leer – keine neuen Urlauber – wir haben morgen also den Pool ganz allein für uns!

Hinterlasse einen Kommentar